Donker Weg: Der Blindgänger ist eine „doppelt bezünderte“ amerikanische Fliegerbombe

Update 15.44 Uhr: Blindgänger ist entschärft. Der Blindgänger am Donker Weg wurde erfolgreich entschärft. Die Sperren werden aufgehoben.

Bereits seit Tagen prüft der Kampfmittelbeseitigungsdienst ein Baugrundstück am Donker Weg auf mögliche Blindgänger. Durch die Arbeiten, die sich aufgrund des hohen Grundwassers in die Länge zogen, wurde heute Morgen eine 250 kg schwere amerikanische Fliegerbombe freigelegt.

Viersen – Überall auf den Straßen rund um den Donker Weg sind die Viersener Ordnungskräfte aktiv, informieren über die Evakuierungsmaßnahmen. „Es handelt sich um eine 250 kg schwere amerikanische Fliegerbombe“, so Dirk Putzer vom (KBD). „Die Bombe ist doppelt bezündert, das heißt sie hat einen Kopfaufschlagzünder und einen Heckaufschlagzünder. Drei Meter tief liegt sie in der Erde.“ Durch das Bauvorhaben am Donker Weg war das Gelände im Vorfeld durch eine Luftbildauswertung geprüft worden, dabei ergab sich ein Verdachtspunkt. Um das genauer zu untersuchen und mögliche Gefahren auszuschließen, wurde der betroffene Bereich untersucht. Dazu wurden in engen Abständen Löcher gebohrt. In diese ließen die Experten Sonden hinab, die einen konkreten Hinweis auf 250 kg-Bombe gaben. Aufgrund dessen wurde in einem Umkreis von 400 Metern die Evakuierung eingeleitet, rund 1.100 Menschen sind davon betroffen. Heute Nachmittag ab ca. 14.30 Uhr soll die Entschärfung vorgenommen werden.

Ein riesiger Dank geht in diesem Zusammenhang an das Ordnungsamt, Feuerwehr und Rettungskräfte, den Kampfmittelbeseitigungsdienst und die Polizei, die sich der Gefahr aussetzen und die Anwohner schützen. 

Auf dem noch unbebauten Grundstück am Donker Weg wurde eine 250 kg schwere amerikanische Fliegerbombe gefunden. Foto: Rheinischer Spiegel

Der KBD der Bezirksregierung Düsseldorf ist in den Regierungsbezirken Düsseldorf und Köln zuständig ist für die Räumung von Zufallsfunden und die präventive Kampfmittelbeseitigung. Die Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes beseitigen zufällig gefundene Munition aus den beiden Weltkriegen. Sie identifizieren kampfmittelverdächtige Gegenstände, entschärfen Fliegerbomben und sprengen auch Kampfmittel am Fundort, wenn diese nicht gefahrlos abtransportiert werden können. Über 1.000-mal im Jahr werden sie zu Kampfmittelfunden gerufen. Hierfür sind Mitarbeiter in zwei Teams rund um die Uhr in Bereitschaft.

Ebenfalls Bauherren haben immer wieder Kontakt zum Kampfmittelbeseitigungsdienst, der hinzugezogen wird, wenn ein Eingriff in das Erdreich vorgenommen wird und ein Antrag auf Luftbildauswertung (LBA) bei der zuständigen Ordnungsbehörde gestellt wird. Die Ordnungsbehörde leitet diesen Antrag an den KBD weiter und erhält nach ca. vier Wochen das Ergebnis der LBA zurück.

Der KBD verfügt derzeit über ca. 230.000 alliierte Luftbilder aus den Kriegsjahren. Anhand dieser Luftbilder sowie weiterer Unterlagen wird das Baugrundstück hinsichtlich einer Kampfmittelbelastung untersucht. Sofern eine mögliche Belastung in sogenannten Verdachtsflächen existiert, wird der Ordnungsbehörde eine Überprüfung des Baugrundstückes vor Ort mit geophysikalischen Verfahren empfohlen.

Falls Sie auf Ihrem Grundstück Gegenstände finden, bei denen es sich um Kampfmittel (Bomben, Granaten, usw.) handeln könnte, halten Sie Abstand und informieren Sie sofort die Polizei oder das zuständige Ordnungsamt. (pl/KBD Bezirksregierung Düsseldorf)


250 kg Weltkriegsbombe am Donker Weg gefunden: Informationen zum Evaktuierungsbereich