Drei Städte der Region auf hinteren Plätzen beim ADFC-Fahrradklima-Test

Und wie ist Radfahren in Deiner Stadt? Das konnten Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Teilnahme bei der Umfrage zum ADFC-Fahrradklima-Test beurteilen – die Ergebnisse sind ernüchternd für Viersen, Krefeld und Mönchengladbach.

Viersen/Krefeld/Mönchengladbach – Der ADFC-Fahrradklima-Test beleuchtet, wie es um die Fahrradfreundlichkeit in Deutschlands Städten und Gemeinden bestellt ist. Wo Städte beim Radklima punkten und wo nachgebessert werden muss, konnten Radfahrende in der Umfrage beurteilen. Die Alltagserfahrungen der Menschen geben den politisch Verantwortlichen lebensnahe Rückmeldungen. Mitgemacht haben 2018 rund 170.000 Bürgerinnen und Bürgern, das sind 40 Prozent mehr als 2016. Der Anteil der ADFC-Mitglieder ist mit 15 Prozent gering. In die Wertung gekommen sind 683 Städte und Gemeinden, im Durchgang 2016 waren es 539.

Neben allgemeinen Tendenzen zeigt die Umfrage immer auch, wie einzelne Städte und Gemeinden von ihren Bürgerinnen und Bürgern bewertet wurden. In der Kategorie Städte 50.000 – 100.000 Einwohner landete Viersen auf Platz 89 von 106 und damit auf den Plätzen im letzten Drittel und einer schlechten Note von 4 minus (4,26) in der Gesamtbewertung. Bei den Städten 200.000 – 500.000 Einwohner findet sich Krefeld auf Platz 19 von 25 sowie einer schlechten Bewertung von 4,23. Noch dahinter liegt Mönchengladbach auf dem vorletzten Rang und einer Bewertung von 4,40.

Drei Viertel der Befragten sind sowohl Rad- als auch Autofahrende und kennen somit beide Perspektiven. Die Befragung ist nicht repräsentativ – Vergleiche mit anderen Studien haben aber gezeigt, dass eine sehr hohe Aussagekraft der Ergebnisse gegeben ist.
Das Fahrradklima, also die Zufriedenheit der Befragten beim Radfahren, hat sich nach Einschätzung der Teilnehmerinnen und Teilnehmern weiter verschlechtert. 2014 wurde das Fahrradklima noch mit 3,7 bewertet, 2016 mit 3,8 – 2018 mit 3,9.

Besonders besorgniserregend ist der Trend, dass sich Menschen beim Radfahren immer unsicherer fühlen (Note 4,2 gegenüber 3,9 in 2016). Der ADFC führt die schlechten Ergebnisse beim Sicherheitsgefühl auf viel zu schmale Radwege und die häufig fehlende Trennung von Rad- und Autoverkehr zurück. 81 Prozent der Befragten ist es wichtig oder sehr wichtig, vom Autoverkehr getrennt zu sein – unter den Frauen sind es sogar 86 Prozent. 74 Prozent der Befragten sagen außerdem, dass man Kinder nur mit schlechtem Gefühl allein mit dem Rad fahren lassen kann. In den Großstädten sind es sogar 85 Prozent.