Drei Tage Stadtschützenfest: Wo die Heimat besungen wird

Gladbachs „Tischlein deck dich“ steht am Sonnenhausplatz. Nicht dauerhaft, aber zumindest zum Stadtschützenfest (vom 30. August bis 1. September) soll Freunden und Gästen des Brauchtums aufgetischt werden, was in niederrheinische Landen zu Kirmeszeiten gern gegessen und getrunken wird. Zu Altbier und Currywurst gibt es Wohlfühl-Atmosphäre und Volksfeststimmung mit „Drenk doch eene mött“ und Tschingderassabumm: „Wenn et Trömmelsche jeet“, ziehen die Schützen auf, bringen ihren König mit und Volksfeststimmung, wie sie früher einmal war und heute noch gern besungen wird.

Mönchengladbach – Buden und Stände, Spaßmacher und Musikanten sorgen an drei Tagen für beste Unterhaltung. Und weil das Mitmachen besonders viel Freude macht, ist der Auftakt am Freitag, 30. August, 16.45 Uhr, mit der herzlichen Aufforderung verbunden: Sing mit. Das neue Heimatsingen, als After-Work-Party angelegt, macht Gladbachs Platz an der Sonne zur Erlebniswelt. Die Brauchtumsfreunde (an diesem Tag noch ohne Tracht, aber traditionell fröhlich) laden ein zu einem „Fest mit Sonnenhut und Liegestuhl“.

Historisch gewandet, alle in Uniform und mancher unter der Pickelhaube, sind die gastgebenden Schützen an den beiden folgenden Hochtagen des Brauchtums zu sehen. Am Festsamstag, 31. August, geht’s mit dem Königsschuss los, ermitteln die Bruderschaften unter bis zu 39 Kandidaten um 15 Uhr beim Vogelschuss auf dem Sonnenhausplatz ihre neue Majestät.

Das Schützenprogramm am Festsonntag, 1. September, beginnt mit der Krönungsmesse um 13.45 Uhr im Münster. Danach ziehen 2500 Schützen und Musikanten (zwölf Musikkapellen blasen den Marsch) durch die Innenstadt und zur Parade, die um 16 Uhr am Alten Markt ist. Ehrengast wird das Europakönigspaar Irma und Leo Niessen aus den Niederlanden sein. In ihrem Gefolge ist die Tochter, der Sohn und Fred van Hal. Diese drei Schützen tragen die gleiche Uniform wie der Euro-König. Dieser wünschte sich beim Venner Schützenfest, dass Werner Zons (li.) und Heinz-Josef Katz ihn auf dem Stadtschützenfest als Adjutant begleitet. Die Beiden haben natürlich zugesagt.

Die Marscherlaubnis gibt Oberbürgermeister Hans-Wilhelm Reiners, ohne dessen Ja-Wort General Lothar Erbers nicht antreten lässt. Die Schützen aber müssen marschieren, erst den Berg hinab und dann wieder hinauf. Nur der König geht nicht zu Fuß. Er lässt vorfahren, sitzt in der Kutsche. Stehen dürfen die Zuschauer, von denen bei gutem Wetter allein bei der Festparade am Sonntag, 1. September, 16.15 Uhr, gut und gern 20.000 am Alten Markt erwartet werden. Insgesamt, da sind sich die Schützen sicher, können auch 50.000 und mehr Besucher zum Fest kommen.

Denn die Bruderschaften setzen zwar auf Altbewährtes (auf Tradition seit 1836), lassen aber nicht alles beim Alten. Längst hat das Brauchtumstreffen Stadtfestcharakter, bietet der Handel mit seinem verkaufsoffenen Sonntag (1. September, ab 13 Uhr) einen zusätzlichen Anreiz, neugierig und schaulustig zu sein. Zur unterhaltsamen Bühnen-Show zapfen die Festwirte heimisches Altbier an und servieren Deftiges und Kulinarisches: „Tischlein deck dich“ am Sonnenhausplatz.