Drücken bis der Arzt kommt

Reanimationskurs der Prinzenpaare in der Elternakademie in Mönchengladbach-Rheydt: Schulung für den Ernstfall = Sachkundige Ersthilfe rettet Leben, denn, ist ein Mensch drei bis fünf Minuten ohne Atmung, hört sein Herz auf zu schlagen und es kommt zu irreparablen Hirnschäden oder der Mensch stirbt.

Mönchengladbach – Die Zahl der tödlich verlaufenen Kinderunfälle im Straßenverkehr konnten dank zahlreicher Maßnahmen in den vergangenen Jahren gesenkt werden. Doch immer noch gehen im Bereich Heim und Freizeit viel zu viele Unfälle von Kindern tödlich aus. Viele dieser Unfälle hätten vermieden, viele Kinder hätten durch schnelles, sachgerechtes Eingreifen gerettet werden können.

Kinderarzt Ralph Köllges (hinten)

Um Eltern die notwendigen Kenntnisse zur Vermeidung von Unfällen und zum richtigen Eingreifen im Ernstfall zu vermitteln, wurde die „Elternakademie Mönchengladbach-Rheydt“ gegründet. „Mit diesem Engagement können wir einen wichtigen Beitrag zum Schutz und zur Sicherheit unserer Kinder leisten“, sagt Birgit Bude, Schirmherrin der Akademie.

Nun trafen sich das Kinderprinzenpaar von Mönchengladbach Prinz Lukas II. und Prinzessin Lara I. mit ihrem Hofmarschall HaJo Hering und, leider alleine, Prinz Dirk I. mit dem Hofstaat: Hofmarschall Klaus Werthmann und den Adjutanten Dieter Lichtenhahn und Christian Ernst. Die Prinzessin mußte sich schonen und lag krank im Bett.

Kinderarzt Ralph Köllges, der die Elternakademie leitet, zeigte an einer Baby-Puppe, sowie an einer Erwachsenen-Puppe, die „stabile Seitenlage“ und die Reanimation (Wiederbelebung) an den Puppen. „Das Einzige, was man falsch machen kann, ist nichts zu machen“, sagt der Kinderarzt. Das wichtigste ist: „Drücken bis der Arzt kommt“.

Durch das Drücken bei der Reanimation, wird das Blut durch den Körper transportiert. Die Mund zu Mundbeatmung ist zweitrangig. Leider wird in Filmen immer wieder gezeigt, 3x Pusten und 10 bis 15 Mal drücken. In der Zeit, wo die Beatmung ausgeführt wird, fließt das Blut nicht mehr durch den Körper und das ist gefährlich.

Als leitender Notarzt der Stadt Mönchengladbach war er sieben Jahre im Rettungsdienst tätig. „Zeit ist Leben“, sagt Köllges. Selbst wenn man bei der Reanimation Rippen bricht, ist das nicht schlimm, denn die heilen wieder. Außerdem wünscht er sich, daß an mehreren Stellen in der Stadt Defibrillatoren hängen, die im Ernstfall eingesetzt werden können. Damit zu hantieren ist ganz einfach, denn das Gerät spricht mit Dir. Man kann also auch hier nichts falsch machen.

Dieser Reanimationskurs der Prinzenpaare in der Elternakademie soll anregen, Kurse zu besuchen. Das kann Leben retten! „Nur durch konsequentes Ausbilden von Laienhelfern kann die Zahl der Situationen verringert werden, in denen Menschen aus Unsicherheit lieber auf das Eintreffen der professionellen Helfer warten und so lebenswichtige Minuten verschenken“, erläutert Kinderarzt Köllges. Weitere Kursangebote und Termine finden Sie unter www.elternakademie-mg.de