Großes Chor- und Orchesterkonzert in St. Cornelius begeisterte

Ein Chor- und Orchesterkonzert der Extraklasse fand am vergangenen Sonntag in St. Cornelius Dülken statt. Unter dem Motto „Musik verbindet“ konnte Pfarrer Jan Nienkerke in der für den Anlass stimmungsvoll illuminierten Corneliuskirche etwa 500 Besucher zu einem außergewöhnlichen Konzertereignis begrüßen.

Viersen-Dülken – Eigens dafür hatten sich das Chorprojekt Mönchengladbach unter der Leitung von Stephanie Borkenfeld-Müllers und der Projektchor St. Cornelius Dülken unter der Leitung von Organist und Kantor Giovanni Solinas zu einem beeindruckenden Gesamtchor von über 110 Sängerinnen und Sängern zusammengetan und in gemeinsamen Proben die anspruchsvolle Vertonung des 42. Psalms „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser“ sowie den Lobgesang von Felix Mendelssohn Bartholdy erarbeitet.

Für die musikalische Unterstützung sorgten etwa 35 Musiker der Niederrheinischen Symphoniker. Im Wechselspiel mit ihnen gehörte die Aufmerksamkeit zu Beginn des Konzerts jedoch einem herausragenden Violinsolisten: Mattia Osini, Stimmführer der 2. Violine im Teatro Massimo von Palermo, nahm die Besucher mit dem selbst an den kompliziertesten Stellen wunderbar leicht dargebotenen Violinkonzert e-Moll, op. 64 für sich ein und bekam dafür ersten großen Beifall des Publikums.

Foto: privat

Der folgende 42. Psalm und nach der Pause auch der Lobgesang, die von dem in der großen Corneliuskirche beeindruckend wirkenden Gesamtchor herrlich ausgewogen dargeboten wurden, bildeten den Rahmen für die Einführung weiterer junger Künstler aus ganz Europa, die trotz ihres zum Teil jungen Alters schon über eine reichhaltige Tournee- und Bühnenerfahrung verfügen und in den Solopartien glänzten: zunächst die bezaubernde Amy Frega, in den USA geboren und in Ägypten aufgewachsen und bereits in verschiedenen Opernproduktionen erfolgreich, die mit ihrer beeindruckenden Stimme die Sopransoli anrührend meisterte und für ein Duett unterstützt wurde durch die Sopranistin Sabina Rodgers Seifert aus Esslingen, die seit vielen Jahren in Schottland musikalisch erfolgreich unterwegs ist. Beide konnten das Publikum bereits vor der Pause zu Beifallsstürmen hinreißen. Danach war es zusätzlich der junge Tenor Ilja Aksionov aus Litauen, der bereits bei mehreren internationalen Gesangswettbewerben erfolgreich war und die Solopartien im Lobgesang mit ausdrucksstarker Stimme darbot; immer hervorragend begleitet durch das präzise Spiel der Musiker und stimmgewaltig unterstützt durch den Gesamtchor.

Dem stets fokussierten Dirigenten Giovanni Solinas gelang es dabei auf eindrucksvolle Weise, im Gesamtzusammenspiel von Solokünstlern, Chor und Orchester die ganze Bandbreite der Dynamik im Werk von Mendelssohn Bartholdy herauszuarbeiten: zurückgenommen, präzise und auf den Punkt an den leisen Stellen und klanggewaltig, geradezu offenbarend im Schlüsselmoment des Lobgesangs: „Die Nacht ist vergangen…“. Eine dezente, von Harald Hüller farblich auf die unterschiedlichen Stimmungen abgestimmte Illumination des Kirchenraumes unterstrich dabei die zentralen Aussagen des Werks.
Verdiente Beifallsbekundungen und stehende Ovationen waren der Lohn des Publikums für ein in dieser Form außergewöhnliches konzertantes Großereignis mit über 145 Mitwirkenden in St. Cornelius. (Jan Nienkerke)

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