Dülkener Prinzenpaar gekürt: Marco I. & Sonja I. regieren nun über die Stadt mit dem Stripke

Mit dem Sessionsmotto „Di Sonn di looch, et Stripke steet, in Dölke wet man wi-et jeet“ startete am Samstagabend das Jubiläumsprinzenpaar in ihre Session, in der es sich vor allem eines wünscht: Dass Sonne und alle Jecken mit ihnen gemeinsam lachen und Spaß haben werden.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Viersen-Dülken – Marco Hüskens und seine Frau Sonja komplettieren nun das närrische Kleeblatt. Am Samstagabend wurden sie im Dülkener Bürgerhaus feierlich zu Prinz Marco I. und Prinzessin Sonja I. proklamiert. Zusammen mit ihrer Garde freuen sie sich auf eine jecke Zeit bis zu den tollen Tagen und noch weit darüber hinaus. Voller Emotionen erfüllen sich beide den Kindheitstraum, einmal Prinz und Prinzessin in ihrer Heimatstadt zu sein.

Die Freude stand ihnen nahezu in ihre Gesichter geschrieben, als sich Marco und Sonja zu ihrem Empfang in die Gaststätte des Bürgerhauses begaben. Voller Stolz präsentierten sie sich in ihrem Ornat und trugen mit stolzer Brust ihren Orden, den das Stripke sowie das Wappen der Stadt zieren. In einem royalblauen Kleid mit gelben und goldenen Applikationen wird Prinzessin Sonja I. von nun an über die Narren in ihrer Heimatstadt regieren und auch ihr Prinz Marco I. freute sich sichtlich, dass es endlich los geht und er seit einigen Sessionen wieder in Strumpfhose die närrische Regentschaft übernehmen darf.
Doch noch hieß es warten auf ihren großen Moment, während aus der Halle der erste närrische Chor hallte. Mit „Wunderbar, Wunderbar, dieser Traum mit uns wurde wahr, denn wir gehör’n zusammen, wir geh’n bis ans Ende der Welt“ schunkelten sich die närrischen Gäste ein, bis Erich Schmitz, Ehrenpräsident des Vaterstädtischen Vereins, an diesem Abend das Mikrofon übernahm und die Bühne freigab für Gäste aus der Nachbarstadt. Die Viersener Mispelblüten sind in dieser Session orientalisch-modern unterwegs und der Beifall war ihnen ebenso gewiss wie den Hauptdarstellern des Abends, die zu dieser Zeit bereits gespannt darauf warteten den närrischen Thron zu besteigen.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Zum Einzug empfing das Prinzenpaar und seine strahlende Begleitung neben einem lauten „Gloria tibi Dülken“ und einem gut gefüllten Saal, gelbe Rosen sowie gebackene Stripke der Landbäckerei Stinges für jedermann. Jeder Gang wurde mitgenommen, das Bad der Menge genossen und die Stimmung konnte nicht besser sein, als Marco und Sonja durch den Rector magnificus Dr. Volker Müller der Dülkener Narrenakademie dann zu Prinz und Prinzessin ihrer Stadt ernannt wurden und endlich die Insignien der Macht erhielten. Jubelnder Beifall begleitete die neuen jecken Herrscher nicht nur von den „bürgerlichen“ Karnevalisten aus Nah und Fern, sondern auch von den bereits inthronisierten Tollitäten und Lieblichkeiten Prinz Rudi I. und Prinzessin Fabienne I. aus Viersen, Josef II. und Inge I. aus Süchteln, Frank I. und Annabelle I. aus Boisheim sowie Andreas I. und Cornelia II. aus Willich.

Die „geheime“ Zutat für die ausgelassene Stimmung war wohl auch ein wenig darauf zurückzuführen, dass das Boisheimer sowie das Willicher Prinzenpaar ebenfalls in Dülken lebt und somit eine besondere Verbundenheit zur Stadt und dem Prinzenpaar hat.
„Es wurde Zeit“, so Prinz Marco I. in seiner Antrittsrede. „In Brüggen Anfang November war es noch in Ordnung, mit vielen anderen Narren die Proklamation der Boisheimer zu besuchen.“ Nach und nach wurde es aber Zeit endlich proklamiert zu werden, vor allem am Vorabend in der Festhalle bei Rudi I. und Fabienne I. in Viersen war die Vorfreude auf die eigene Proklamation dann übergroß. Allerdings, „das Beste kommt immer zum Schluss“, wie die Dülkener Ortsbürgermeisterin, Simone Gartz, in ihre Glückwunschworte einfließen ließ. Marco I. dankte allen für die Unterstützung, insbesondere aber seinem Vaterstädtischen Verein, den er seit zwei Jahren als Vizepräsident führen darf und sprach zu seinen Männern, wie stolz sie alle sein können Jahr für Jahr den Rosenmontagszug auf die Beine zu stellen. Sein besonderer Dank galt der Garde, die sich schon unzählige Male zum Grillen und Vorbereiten traf und die er niemals mehr missen mag.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Doch was wäre eine solche Proklamation in der Narrenstadt ohne eine besondere Überraschung – in diesem Fall sogar eine mit Nachhaltigkeit, denn als seine Tollität das Mikrofon an Gardist Marcus Hoffmann übergab, nutzte dieser die Möglichkeit und ging vor einem ganz besonderen Menschen auf die Knie. Er lernte seine Freundin Sabine Krönke, ebenfalls in der Prinzengarde vertreten, bereits vor acht Jahren in einem Dülkener Lokal kennen. Mit dem Wunsch auf weitere elf Jahre oder noch mehr, hielt er auf der Bühne um ihre Hand an und schloss mit ihr den Bund der Verlobung. So etwas auf einer Prinzenproklamation erlebte auch der Rector magnificus der Dülkener Narrenakademie noch nie zuvor und lud kurzerhand beide dazu ein, ihre Hochzeit in der Narrenmühle zu feiern.

Mehrfach an diesem besonderen Abend wurde von Prinzenpaar und Garde auch das Sessionslied mit Ohrwurmgarantie angestimmt. Zu der mittelalterlich angehauchten Melodie mit Dudelsackklängen, sorgte der Song schnell für Mitgesang und heizte die Stimmung nochmals an für das abwechslungsreiche Programm des Abends.
Traditionell knüpfte an die Proklamation die Große Dülkener Karnevalsgesellschaft mit der wahrscheinlich einzigen Steckenpferd-berittenen Funkengarde in blau-weiß an, die ihren neuen Sessionstanz präsentierte und auch die Prinzengarde stand für einen weiteren Auftritt bereit. In ihr Lied, gemeinsam mit der Exprinzessin der Crazy Kids, Sara, die den akrobatischen Mariechenteil der musikalischen Darbietung übernahm, stimmte der Chor der Gäste gerne ein und ließ „heute werden tausend Träume wahr“ weit aus dem Saal erschallen.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Im Anschluss waren es keine außerirdischen Wesen, die die Bühne erstürmten, sondern die Männertanzgruppe der KG Hamm wer net unter Präsident Michael Berghausen, die Les Hammphries, die in grünen Anzügen dem Publikum so richtig einheizten und mit mehreren Tanzeinlagen für beste Unterhaltung sorgten, die keinen mehr auf den Stühlen hielt. Als Dank gab es nicht nur Beifall, sondern direkt noch ein Geburtstagsständchen, denn Tänzer Thomas Somke hatte für diesen Auftritt eine Pause an seinem Geburtstagsabend eingelegt.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Doch auch die Dülkener Tänzerinnen und Tänzer des KV De Üüle konnten mit der Kombination aus klassischer Musik und karnevalistischem Gardetanz die Mehrheit überzeugen, bevor dann musikalisch und stimmlich noch einmal aufgerüstet wurde. Die Partyband „The Greyhounds“ aus Dülken brachte nämlich nicht nur ihr buntes Songprogramm mit, in welches die Gäste gerne mit einstimmten. Groschi, Bübi, Uwe, Tom und Sebastian erhielten an diesem Abend eine ungewöhnliche Unterstützung. Das Ensemble Vocale, dem die Prinzessin selbst seit mittlerweile 1994 angehört, brachte ein Ständchen dar, welches sich hervorragend mit der Band verband – eine Kombination, die sich sehen und hören lassen konnte.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Den Darbietungen setzten die Palm Beach Girls aus Euskirchen die Krone auf, die mit Hebefiguren sowie mitreißenden Tanzszenen beeindrucken und nicht ohne Zugabe wieder fahren durften. Um die Lachmuskeln zu trainieren, muss man nur nach Dülken kommen und Karneval feiern, denn eine Legende zu aller Munde betrat die Bühne: Schmitz-Backes unterhielt mit Humor und Zauberkunst und dankte dann allen, die trotz schwieriger Zeiten das Brauchtum Karneval fördern und pflegen. Bis tief in die Nacht hinein tobte das Bürgerhaus und die Dülkener Karnevalisten stimmten sich ein auf eine jecke Zeit mit einem herzlichen Prinzenpaar, das sich nichts sehnlicher wünscht, als dass am Rosenmontag „di Sonn looch“. Denn garantiert wissen Marco und Sonja nach diesem unvergesslichen Abend, wie man vor Glück nur so strahlt. Die Karnevalisten strahlten mit ihnen, egal in welcher Vereinsfarbe oder Heimatstadt, als der Abend mit der Mönchengladbacher Band „Echt Lekker“ und den Klängen zu „in unserem Veedel“ sein närrisches Ende fand. (dt)

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