Ehemaliges Krankenhaus Dülken wird Corona-Impfzentrum

Der Kreis Viersen richtet sein Corona-Impfzentrum im ehemaligen Dülkener Krankenhaus, Heesstraße 2-10, ein. Das Gebäude gehört zum Allgemeinen Krankenhaus (AKH) Viersen, das aktuell noch Teile des Gebäudes betreibt. Das Erdgeschoss steht leer. Dort entsteht das Impfzentrum.

Viersen-Dülken – „Wir haben einen guten Standort gefunden, der viele Vorteile bietet: Er liegt zentral und ist gut erreichbar, die Räume sind für einen medizinischen Betrieb konzipiert. Mit dem AKH haben wir einen zuverlässigen Partner und können Bereiche der Infrastruktur mitnutzen“, erklärt Landrat Dr. Andreas Coenen. „Die zeitnahe Einrichtung eines Impfzentrums ist in der aktuellen pandemischen Lage eine enorme logistische Herausforderung. Wir haben nicht nur ein geeignetes Gebäude, sondern vor allem ein gutes Konzept, um diese Aufgabe zu bewältigen.“

Bis Weihnachten soll das Impfzentrum einsatzbereit sein. Der Kreis plant, das Impfzentrum an allen sieben Wochentagen für je acht Stunden in Betrieb zu nehmen. Je nach Verfügbarkeit von Impfstoff können dort bis zu 700 bis 1.000 Menschen pro Tag geimpft werden. Das Land NRW schreibt – je nach injiziertem Impfstoff – eine zweite Dosis nach exakt 21 bzw. 28 Tagen vor. „Die Impfstoffe wird das Land fertig aufbereitet mehrmals täglich bis nach Dülken liefern – die geringe Haltbarkeit macht dies nötig“, sagt Krisenstabsleiter Thomas Heil.

Die aktuell leerstehenden Räume brauchen nicht aufwändig saniert zu werden. Lediglich Maler-, Elektro- und Schreinerarbeiten sind nötig. Dabei kann der Kreis auf die Unterstützung des AKH zurückgreifen. Bei der Einrichtung unterstützt ein Veranstaltungsausstatter den Kreis Viersen. Zudem kann der Kreis auf die Infrastruktur des AKH zurückgreifen – dies betrifft beispielsweise die tägliche Reinigung, die Müllentsorgung, die Brandmeldeanlage und die Notstromversorgung. Für die Besucher befinden sich rund 70 Parkplätze am ehemaligen Krankenhaus. Eine Bushaltestelle liegt unmittelbar vor dem Gebäude.

Im Inneren des Gebäudes richtet der Kreis Viersen ein Einbahnstraßensystem ein, damit die Besucher möglichst wenig mit anderen Personen in Kontakt kommen: Auf der rechten Seite (Blick in Richtung Krankenhausgebäude) entstehen Empfang und Anmeldung. Dort wird auch geprüft, ob die Besucher Krankheitssymptome aufweisen und gegebenenfalls nicht geimpft werden können. In diesem Fall betreten sie das Impfzentrum erst gar nicht. Es schließt sich ein Wartebereich für mindestens 30 Personen an. Die Registrierung erfolgt im Bereich des alten Haupteingangs. Im nächsten Raum werden die Besucher medizinisch aufgeklärt. In vier Zimmern impfen vier Ärzte parallel. Nach der Impfung halten sich die Besucher 30 Minuten im Ruheraum auf. Dazu wird die ehemalige Caféteria umgewidmet. Über die angeschlossene Terrasse verlassen sie das Impfzentrum.
In einem der OP-Räume richtet der Kreis Viersen für mögliche Notfälle eine Erste-Hilfe-Station samt angeschlossener Rettungsdienst-Anfahrt ein. Über das Impfzentrum werden auch die so genannten „mobilen Teams“ versorgt. Diese Teams versorgen nicht mobile Risikogruppen – etwa in Pflegeeinrichtungen – vor Ort. Im gesamten Impfzentrum gelten die Abstands- und Hygieneregeln, um Coronainfektionen zu vermeiden.

Der Kreis Viersen steht mit dem Land NRW, der Bundeswehr, der Kassenärztlichen Vereinigung, den Hilfsorganisationen und weiteren Akteuren in engem Austausch, um die unterschiedlichen Bereiche zu besetzen. Zuteilung und Verteilung der Impfstoffe koordiniert das Land NRW. Die Priorisierung der Personengruppen erfolgt auf Bundesebene.
Der Kreis Viersen soll das Impfzentrum so lange betreiben, bis die Impfstoffe in ausreichender Zahl über die Hausärzte verabreicht werden können. „All diese Planungen sind der aktuelle Sachstand. Wie bei der gesamten Corona-Pandemie gibt es auch beim Thema Impfzentrum eine große Dynamik“, betont Kreisbrandmeister Rainer Höckels, Leiter des Amtes für Bevölkerungsschutz.