Onlinepetition: Ehrenamtliche Tierschützer in Not – Facebook löscht seriöse Seiten

Nachdem bereits vor vier Jahren in Österreich das neue Tierschutzgesetz in Kraft getreten ist, mit dem private Tierverkäufe verboten wurden, ging Facebook gegen unseriöse Seiten vor. Doch der Algorithmus macht keinen Unterschied, weshalb Ehrenamtler nun eine Petition ins Leben gerufen haben.
Von RS-Redakteurin Ebru Ataman

Tierschutz – Erneut hat Facebook seinen Algorithmus zur Löschung von Tierschutzseiten angestoßen. Eigentlich soll damit der illegale Handel mit Tieren aller Art eingedämmt werden, immer häufiger trifft es mittlerweile allerdings ebenfalls seriöse Tierschutzvereineund sogar Tierheime, die nun zu der Unterstützung mit einer Petition ihre ehrenamtliche Arbeit retten wollen.

Facebook selbst verschickt in einem angeblich erkannten „unseriösen“ Fall einen Link zu den Gemeinschaftsstandards und weißt auf einen Verstoß hin. Worin dieser Verstoß genau besteht, darüber informiert Facebook auch bei einer Nachfrage nicht, allerdings besagen die Richtlinien: „Tiere dürfen im Marketplace und in An- und Verkaufsgruppen nicht angeboten werden. Dies betrifft auch Beiträge über Tiere, die zur Adoption freigegeben werden.“ Deshalb nutzt Facebook aktuell immer wieder sein Hausrecht und löscht Gruppen oder Seiten ohne weitere Erklärungen.

Ehrenamtliche Tierschützer, die auf die Vermittlung von gesicherten Fundtieren in Facebook angewiesen sind, sehen nun die aktive Arbeit gefährdet und wünschen sich mehr Transparenz von Facebook – schließlich seien Seiten betroffen, die nicht den Zweck haben mit Tieren finanziell zu handeln, so wie die Notfelle Niederrhein e. V., die zu der aktuellen Problematik informieren. „Leider werden wir in der nächsten Zeit nicht wie gewohnt unsere Tiere zur Vermittlung posten können. Facebook verfolgt nun streng die Regelung, dass keine Tiere mehr auf dieser Seite gehandelt werden dürfen. Dies soll vor allem den illegalen Welpenhandel stoppen und es den Vermehrern schwerer machen sich an Tieren zu bereichern. Das finden wir gut“, so der Verein.

Foto: AmrThele/Pixabay

„Es sollte immer eine ordentliche Beratung erfolgen, welches Tier zu einem passt, was auf einen zukommt und es sollte immer eine Kontrolle erfolgen. So arbeiten seriöse Vereine. Leider ist es nun aber so, dass auch die Vermittlung von Tierschutz-Tieren rein rechtlich gesehen ein Handel ist. Der Algorithmus bei FB macht hier wohl auch keinen Unterschied. Es wurden bereits Tierschutzvereine verwarnt (wir auch schon einmal) und es wurden sogar schon Seiten von Vereinen nach der 2. Verwarnung einfach gelöscht. Das können wir auf keinen Fall riskieren.“ Die Notfelle Niederrhein informieren deshalb nun vermehrt auf Instagram und auf der eigenen Homepage. „Wir hoffen sehr, dass Facebook eine Lösung herbeiführen möchte, dass seriöse Vereine hier weiter ihre Tiere vermitteln können. Bis dies aber so ist, müssen wir unser Vorgehen anpassen.“

Damit Facebook hier tätig wird, werben die Tierschützer nun für eine Online-Petition, denn während einerseits die Tierschutzseiten ohne Information gekündigt werden, werden andererseits die Werbeanzeigen durchweg genehmigt. „Vereine schicken an Facebook ihren Nachweis zur Genehmigung des Handelns mit Tieren, ebenso die bestehende Gemeinnützigkeit und werden dann erst frei geschalten. Trotzdem werden solche Vereine plötzlich gelöscht. Wir finden das Vorgehen gegen den Welpenhandel und unseriösen Tierschutz absolut richtig! Doch hier sollte Facebook unterscheiden zwischen seriösen Tierschutz mit Genehmigung und unseriösen Seiten“, so die Petitionsinitiatorin Michaela Burkard. Weitere Informationen liefert die Petitionsseite auf www.change.org, die aktuell um Unterschriften wirbt.

Es ist allerdings nicht die erste Petition, die Facebook vorgelegt wird mit dem Hinweis seriöse Tiervermittlung zu erlauben. Bisher von dem Sozialen Netzwerk lasch gehandhabt und nur selten kontrolliert, wird die geltende Handelsrichtlinie nun rigoroser umgesetzt und ein Ende ist nicht in Sicht. Über 34.000 Unterstützer fand die Petition eines Kanadiers, der die Problematik ansprach, dass es für kleine, seriöse Züchter und Farmer wesentlich schwieriger sei Tiere in gute Hände zu vermitteln. Die Antwort auf solche Petitionen ist stetig gleich, denn „aufgrund unserer Geschäftsbedingungen ist der Verkauf von Tieren auf unserer Plattform verboten. Postings, in denen Tiere zu Verkauf oder zur „Adoption“ angeboten werden, sind ein Verstoß gegen diese Geschäftsbedingungen und werden entfernt. Wenn Sie derartige Anzeigen, Postings oder Gruppen bemerken, welche den Verkauf oder das Anbieten von Tieren unterstützen, melden Sie diese bitte über die vorgesehenen Optionen („Beitrag melden“, „Foto melden“ etc.) an unser Help-Center. Sobald eine Meldung einlangt, wird das Posting durch unser Policy-Team überprüft und nötigenfalls entfernt.“ (ea)

3 Kommentare

  1. Was FB macht ist reine Willkür und Gäbgekei
    Aber das ist mittlerweile ja nichts neues mehr bei diesem Verein

  2. Mir hat z.b mein Hauptnebenadmin meine österr.Chihuahuagruppe vor 1 Jahr od so „gestohlen“ mich auf blockiert gesetzt, meine anderen Admins auf normale MG degradiert u mein geistiges EIGENTUM verwendet! FB tat nichts! Dachte micht im Traum daran dass sowas passieren könnte, habe desw keine Vorkehrungen gegen sowas getroffen! Das ist FB!

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