Ein faszinierend vielseitiges Handwerk – Innung sprach Metallbauer aus Krefeld und dem Kreis Viersen los

23 junge Metallbauer, darunter eine Frau, feierten den erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung. Obermeister Leo Jürgens von der Innung für das Metallhandwerk Krefeld und den Kreis Viersen erhob sie in Willich offiziell in den Gesellenstand.

Region – Eine Skulptur für den Garten – davon hatte Jan-Philip Kranzuschs Großmutter schon lange gesprochen. Das brachte ihren 21-jährigen Enkel auf eine Idee: Er baute der Oma, die leidenschaftlich gerne Golf spielt, einen Golfer aus Metall. Die 1,60 Meter hohe Figur schenkte er ihr zu Weihnachten.

Den Umgang mit Metall hat der Kempener von der Pike auf gelernt: Er machte seine Ausbildung zum Metallbauer bei der Alfons Selzer GmbH. Fasziniert ist Jan-Philip Kranzusch von der Vielseitigkeit in diesem Handwerk: „Es fängt beim kleinsten Teil an, das auf den hundertstel Millimeter genau gefertigt ist, und reicht bis zur größten Autobahnbrücke“, sagt er. Und es sei toll, dass man eigene Ideen umsetzen könne. Wie die Golfer-Skulptur oder eine Liegebank aus Metall und Holz, die er ebenfalls gefertigt hat. Die Gesellenprüfung legte Kranzusch als Jahresbester ab. Inzwischen studiert er Wirtschaftsingenieurwesen an der Hochschule Niederrhein.

Perspektiven im Handwerk: Die jungen Metallbauer feierten ihre Lossprechung mit der Innung für das Metallhandwerk Krefeld und den Kreis Viersen. Foto: Kreishandwerkerschaft

Ihm und den 22 weiteren Gesellen gratulierte die Krefelder Bürgermeisterin Karin Meincke, die in ihrer Festrede während der Lossprechungsfeier in der Gaststätte Schmitz-Mönk den Titel des Songs „Smells like teen spirit“ von Nirvana aufgriff. Die darin beschriebene Aufbruchstimmung sei auch unter den jungen Handwerkern zu spüren: „Heute beginnt etwas ganz Neues, der Start in ein sehr vielversprechendes berufliches Leben“, sagte Meincke. Klar äußerte sie sich zu der Frage „Studium oder Ausbildung“: „Wenn heute jemand vor dieser Wahl stünde, dann würde ich mehr denn je der Ausbildung den Vorzug geben. Und dann den Weg zum Gesellen und zum Meister aufzeigen“, erklärte die Bürgermeisterin. Abgesehen von der Pflege sei das Handwerk der Bereich, in dem sie die besten Perspektiven sehe, fügte Meincke hinzu.

Das würde Fabienne Muthofer vermutlich sofort unterschreiben. Die Viersenerin ist die einzige Frau unter den 23 neuen Gesellen. „Eigentlich wollte ich Kfz-Mechatronikerin werden, aber dann hat mir der Metallbau so gut gefallen, dass ich mich für dieses Handwerk entschieden habe“, erzählt die 21-Jährige, die bei der Hans Hankmann GmbH in Nettetal ihren Beruf erlernte. „Es macht wahnsinnig viel Spaß, mit dem Material zu arbeiten“, betont die Metallbauerin. Demnächst will sie sich selbstständig machen und zusammen mit einem Tischler Möbel aus Holz und Metall fertigen. Und für 2021 steht die Meisterschule an.

Auch Henok Zerie hat seine berufliche Heimat im Metallhandwerk gefunden. Vor gut sieben Jahren kam der junge Mann aus Eritrea nach Deutschland; inzwischen ist er 23, wohnt in Krefeld und hat die Ausbildung bei der Lübke Maschinenbau GmbH abgeschlossen. „Die Vielfalt und die Abwechslung sind in meinem Beruf einfach toll“, sagt Henok Zerie. Er will sich weiter qualifizieren, beispielsweise zum Schweißtechniker. Sein Chef Dirk Lübke freut sich über seinen Gesellen: „Henok ist ein supernetter Mitarbeiter – das passt einfach“, erzählt er.

Obermeister Leo Jürgens sprach die Nachwuchshandwerker offiziell von den Pflichten der Ausbildung los. Die Gesellenbriefe und Prüfungszeugnisse überreichten Stefanie van der Wielen (Kreishandwerkerschaft Niederrhein), Lehrlingswart Stefan Beeser und Georg Schlösser, Bildungsgangleiter Metallbau am Rhein-Maas-Berufskolleg.