Ein goldenes Vierscher Herz für Uli Dahm

Die 58. Herzverleihung wurde von kraftvollen Standing Ovations begleitet, schließlich ehrte die Karnevalsgesellschaft Hoseria einen Karnevalisten, der in Viersen kein Unbekannter mehr ist und der schon zuvor ein goldenes Herz für das närrische Brauchtum besaß.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Viersen – Eigentlich startet das Programm der KG Hoseria 1950 e. V. am Wochenende schon beim Empfang, denn bei diesem überraschte das Viersener Kinderprinzenpaar, Prinz Luca I. und Prinzessin Sophie I., und holte die närrischen Gäste mit ihrem Tanz „hinter dem Ofen hervor“. Die Eröffnung des Galaabends gebührte den vereinseigenen Garden, die mit den ersten begeisterten Klatschsalven belohnt wurden, bevor dann auf der Saalbühne Prinz Rudi I. und seine Lieblichkeit Fabienne I. gemeinsam mit der Prinzengarde der Narrenherrlichkeit Viersen das vollbesetzte evangelische Gemeindehaus anheizen, schließlich stand der Höhepunkt der diesjährigen Galasitzung noch bevor.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

An die stimmungsgeladene Eröffnung schloss sich Christian Pape an, der auf den Viersener Bühnen bereits mehrfach gemeinsam mit Dr. Bimmermann gefeiert wurde. Mit lausbübischem Charme ging er dem Begriff „Heimat“ auf die Spur und erzählte von den scheinbaren Banalitäten des Alltags. Im rheinischen Karneval spielt Christian Pape in der närrischen Top-Liga, kein Wunder, dass er auch in Viersen gerne für Veranstaltungen gebucht wird.

Geehrt wurde an diesem Abend allerdings nicht nur der neue Herzträger, denn Torsten Missing vom Regionalverband Linksrheinischer Karneval ließ es sich nicht nehmen Sabrina Bierbaums, Daniela Bischofs, Peter Schaath und Klaus Kelm den Verdienstorden in Silber zu überreichen.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Die 58. Herzverleihung wurde von kraftvollen Standing Ovations begleitet, schließlich ehrte die Gesellschaft einen Karnevalisten, der in Viersen kein Unbekannter mehr ist und der schon zuvor ein goldenes Herz für das närrische Brauchtum besaß. Zum „Ritter mit dem Goldenen Vierscher Herz“ wurde Uli Dahm, der Glückwünsche sogar live zugeschaltet von Alt-Bürgermeisterin Marina Hammes aus Togo bekam, die Laudatio hielt Frank Schippers gemeinsam mit Kanzler Dirk Mangold.

Einstimmig hatte der Vorstand der KG Hoseria die Wahl getroffen und ehrte damit einen Karnevalisten der seit über 25 Jahren in vorderster Linie aktiv die 5. Jahreszeit begleitet. 1995 trat er in die KG Roahser Jonges ein, hier übernahm er bereits ein Jahr später die Position des Geschäftsführers. Nach ersten Kontakten zum Festausschuss Viersener Karneval übernahm er hier ebenfalls Aufgaben und begleitete 2002 den damaligen Prinzen und heutigen CDU-Ortsbürgermeister Wolfgang Genenger. Ein Jahr später wurde er Geschäftsführer im Festausschuss, 2010 zum stellvertretenden Senatspräsidenten. Obwohl er Aufgaben aus persönlichen Gründen in jüngere Hände gelegt hat, Uli Dahm war, ist und bleibt durch und durch Karnevalist.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Der Beifall der närrischen Gäste setzte sich fort bis zum Einzug des nächsten jecken Höhepunktes, schließlich sind die Altstadtfunken Monheim in rot-weiß bekannt für ihren Mix aus Gardetänzen und akrobatischen Einlagen mit modernen Elementen. Angeführt von ihrem langjährigen Kommandanten Horst Eichholz ging es für die Altstadtfunken Monheim 1928 e. V. nicht ohne Zugabe weiter und als die Gäste sowieso gerade bei bester Stimmung waren, reihte sich Roland Zentraf in das abwechslungsreiche Programm ein. Da sie Erkelenzer Band Hätzblatt sich verspätete, sprang der Viersener Sänger kurzerhand ein, der erst später seinen originären Auftritt haben sollte.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Die Erkelenzer, die seit 1995 auf den Bühnen der Region unterwegs sind, heizten den Karnevalisten ein und hatten natürlich ebenfalls ihren Hit „All dat es Heimat“ in ihrer Titelliste nicht vergessen. Durch ihre Verspätung jedoch musste der Auftritt der Vierscher Mispelblüten an diesem Abend ausfallen, die aufgrund eines engen Terminplans zu lange hatten warten mussten. Kurzerhand zog Roland Zentgraf seinen Auftritt vor, für ihn scheinbar eine Leichtigkeit, ist er doch bereits seit 1986 musikalisch unterwegs. Seinen Beinamen „der Fabulöse“ erhielt er 2004, als er an Altweiber in Viersen auftrat. Mit den Straßenräubern fand der Abend sein Ende, wobei die Stimmbänder sicherlich noch einige Tage unter den Nachwehen der mitreißenden Galasitzung leiden werden. (cs)

Weitere Bilder der Hoseria-Galasitzung finden sich auf facebook.com!

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming