Ein Herz für die Bruderschaft – Oberbeberich für zuhause

In vielen Gärten der Hubertus-Schützen Viersen-Oberbeberich gibt es einen neuen Blickfang: Ein Herz aus Corten-Stahl mit der Aufschrift „Oberbeberich“. Das Kreuz-Pfeil-Symbol der Schützen sowie das für die St. Hubertus-Bruderschaft typische Hirschgeweih mit dem Kreuz in seiner Mitte runden als weitere Stilelemente das kleine Kunstwerk ab.

Viersen – „Not macht erfinderisch. Wir haben uns in den vergangenen Wochen einiges einfallen lassen, um unsere Mitglieder in der Corona-Zeit aufzumuntern. Und weil viele von uns überdurchschnittlich viel Zeit im eigenen Garten verbrachten, kam uns die Idee des Stahl-Herzens“, so Präsident Hans-Willi Pergens. Cortenstahl zeichnet sich durch seine extreme Langlebigkeit aus und setzt auf der Materialoberfläche allmählich eine Rostschicht an. Das verleiht dem Exponat schließlich einen rauen und doch gefälligen Charme.

Die meisten Herzen gingen am Vorabend des Fronleichnamsfestes an ihre neuen Besitzer über. „Auch hier haben wir improvisiert und anstelle der fehlenden Fronleichnamsprozession zumindest eine kleine Andacht an der Hubertus-Kapelle abgehalten“, so der Hubertus-Präsident, bei dem als Bezirksbundesmeister auch die Fäden des Bezirksverbandes Viersen-Mitte zusammenlaufen, welcher derzeit mit großer Einigkeit durch die Krise geht.

Foto: St. Hubertus-Bruderschaft Viersen-Oberbeberich

Die Hubertus-Bruderschaftler haben sich durch die Corona-Pandemie nicht unterkriegen lassen. Neben einer sehr intensiven Kommunikation über Mailings, Homepage, Facebook oder Instagram hielten sich die Mitglieder mit verschiedenen Aktionen bei Laune und demonstrierten Zusammenhalt. Bereits anlässlich Ostern zeigten die Hubertus-Schützen in Viersens Ortsteil Oberbeberich sprichwörtlich Flagge an den Häusern. Alle älteren Mitglieder sowie die Teilnehmer des normalerweise 14-tägig stattfindenden Seniorentreffs erhalten regelmäßig Infopost mit kleinen Überraschungen, zuletzt etwa Briefe und kleine Kunstwerke der Schützenjugend. Große Resonanz erfuhr auch die sogenannte „Corona-Schlange“ am eigenen Vereinsheim – eine meterlange Aneinanderreihung verzierter Steine, ob bemalt oder filigran beschrieben. Und an der Viersener Solidaritätsaktion „Kulturkerze – Licht der Hoffnung“ beteiligte man sich ebenso wie am abendlichen Aufstellen einer Kerze in Fenstern und Haustüren. Nicht zuletzt inspirierte der bruderschaftseigene Liturgiekreis vor allem in der Karwoche und der Osterzeit mit kleinen Impulsen.

Das Schützenfest im August fällt wie alle Schützen- und Heimatfeste, die bis Ende August stattgefunden hätten, leider. „Man muss jedoch auch mal den Mut haben, auszusprechen, dass die Corona-Pandemie für das Vereinsleben und jeden Einzelnen nicht nur schmerzlicher Einschnitt ist, sondern aufgrund kaum noch gekannter Zeitfenster auch Raum zum Reflektieren gibt. Zeit neu zu erfahren, Dinge zu überdenken, neue Möglichkeiten ausprobieren, auch das ist das Gebot der Stunde. Und so werden wir uns sicherlich für die Sommermonate mit den anderen Bruderschaften Viersens das ein oder andere einfallen lassen, um trotz fehlender Umzüge und Marschmusik Gemeinschaft zu leben und auch nach außen zu zeigen. Wir Schützen sind mehr als ein Party- und Folkoreverein“, so Pergens. So arbeite man derzeit anstelle der üblichen Festschrift an einem Jahrbuch der Bruderschaft. Dabei verzichtet die Bruderschaft auf die üblichen Anzeigeninserate, bietet gleichwohl als Geste der Verbundenheit zu allen Partnern das Abdrucken des Firmen- oder Geschäfts-Logos an.