Ein Jubiläum mit vielen Begegnungen – Caritasverband feierte das 100-jährige Bestehen in der Region

250 geladene Gäste, darunter zahlreiche Vertreter aus Politik, Verwaltung und dem Bistum Aachen, gratulierten dem Caritasverband für die Region Kempen-Viersen bei einem Festakt in der Viersener Festhalle zu seinem besonderen Jubiläum: Vor 100 Jahren begann mit der Gründung des Ortsverbandes Viersen die Arbeit der verbandlichen Caritas in der Region.

Kreis Viersen/Viersen – Der Tag zur Feier des 100-jährigen Gründungsjubiläums begann mit einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Remigius unter Leitung von Johannes Quadflieg, Regionalvikar der Region Kempen-Viersen. Der 59-Jährige ist dem Caritasverband seit Langem eng verbunden und amtierte zeitweise auch in dessen Vorstand, unter anderem als zweiter Vorsitzender. Seine Predigt sowie die Lesung und Fürbitten, die von Mitarbeiterinnen der Caritas vorgetragen wurden, hatten alle das Thema „Begegnungen“ gemeinsam, das sich der Caritasverband für die Region Kempen-Viersen als Motto für sein Jubiläumsjahr gewählt hat.

Beim anschließenden Festakt in der Viersener Festhalle zeigten nicht nur Vertreter aus dem Bistum Aachen, sondern auch Politik und Verwaltung starke Präsenz. Die beiden Vorstände des Caritasverbandes für die Region Kempen-Viersen Peter Babinetz und Christian Schrödter begrüßten rund 250 geladene Gäste, darunter viele haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende der Caritas. Auftakt und Einstimmung des Festakts übernahm ein Video, in dem Menschen aller Generationen von ihren persönlichen Erfahrungen mit der Caritas berichteten.

Mit einem Festakt in der Viersener Festhalle feierte der Caritasverband das 100-jährige Bestehen der verbandlichen Caritas in der Region Viersen. Dabei erzählten haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende von ihrem Engagement für Menschen in Not. Foto: Caritasverband

Im Anschluss daran vertieften die beiden Vorstände des gastgebenden Verbandes im Gespräch mit Moderator Georg Maria Balsen, wie es 1920 zur Gründung in der Stadt Viersen kam und welche Ereignisse die regionale Verbandsgeschichte in den vergangenen 100 Jahren prägten – ein Weg von einer rein ehrenamtlichen Organisation zum professionell geprägten Wohlfahrtsverband mit heute 580 hauptamtlichen und rund 340 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Mit Blick auf die Zukunft sagte Peter Babinetz: „Ich wünsche mir viele Mitarbeitende, die mit Freude und großem Engagement ihre Berufe und Aufgaben ausfüllen, um Menschen in Not zu helfen.“ Christian Schrödter ergänzte: „Ich würde mir wünschen, dass wir bei unseren alltäglichen Abläufen auf weniger bürokratische Hürden stoßen und alle gemeinsam das Beste für die Menschen in der Region erreichen können.“

Im zweiten Gesprächsblock des vom Eldering-Ensemble musikalisch begleiteten Festakts kamen die obersten Vertreter von Politik und Verwaltung auf die Bühne, darunter der Bundestagsabgeordnete Uwe Schummer, Landrat Dr. Andreas Coenen sowie vom Caritasverband für das Bistum Aachen Professor Andreas Wittrahm. Sie alle drückten ihren Respekt für die erfolgreiche Wohlfahrtsarbeit des Jubilars im professionellen Miteinander von Haupt- und Ehrenamt aus. Dr. Andreas Coenen machte deutlich: „Der Caritasverband ist aus dem Kreis Viersen nicht mehr wegzudenken. Besonders bei der Pflegeleistung ist er ein äußerst verlässlicher Partner.“ Uwe Schummer appellierte daran, die Familien und Ehrenamtlichen bei der Sterbebegleitung noch stärker zu unterstützen: „Am Ende will man Menschen in die Augen sehen können, denen man vertraut, die man liebt.“ Professor Andreas Wittrahm lobte, dass in der Region Kempen-Viersen schon viele zukunftsweise Impulse entstanden seien, von denen dann auch so einige sogar bundesweit umgesetzt wurden. Davon wünsche er sich im Hinblick auf die Herausforderungen, denen sich die Caritas aktuell stellen müsse, noch viele mehr.

Im dritten Interview auf der Bühne berichteten Mitarbeitende und ehrenamtlich Engagierte von ihren Werdegängen und besonders einprägsamen zwischenmenschlichen Momenten ihrer Caritas-Leben. Zu Wort kamen die ehemalige Erste Vorsitzende Dr. Ingeborg Odenthal, deren außerordentliches Engagement schon mit dem Goldenen Ehrenzeichen des Deutschen Caritasverbandes gewürdigt wurde. Vergleichsweise neu, aber nicht minder leidenschaftlich ist Dominik Hammann dabei, der seit Jahresbeginn 2020 die Caritas-Pflegestation Willich leitet. Angelika Uth-Flatow arbeitet seit 15 Jahren hauptamtlich im Freiwilligen-Zentrum Willich und vermittelt ehrenamtliche Unterstützung zwischen den einen, die sie brauchen, und den anderen, die sie leisten wollen. Annika Schuhmacher ist Trainee für die Position der Bereichsleitung „Familie und Erziehung“ und „Caritas in Gemeinden“. Die zweifache Mutter freut sich vor allem über die ausgeprägt menschliche Atmosphäre im Verband.

Zum Abschluss des Festakts riefen die Verantwortlichen alle Menschen auf die Bühne, die ihren Beitrag zum erfolgreichen Ablauf von Gottesdienst und Feierstunde geleistet hatten – eine berührende Geste, die in den rund 40 Gesichtern im plötzlichen Rampenlicht viel Emotion hervorrief.