Ein Parkdeck für den Viersener Bahnhof

Der Bau einer Fahrradstation sowie die Erweiterung des Parkplatzangebotes durch ein Parkdeck stehen auf der Tagesordnung des nächsten Ausschusses für Stadtentwicklung und -planung. Ziel ist das Umsteigen auf die Bahn in den kommenden Jahren zu fördern und für die Nutzer komfortabler zu gestalten.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Viersen – Mehr Verkehr auf den Straßen und der fortschreitende Klimawandel gehen auch an der Stadt Viersen nicht vorbei. Mit dem Ziel, das Umsteigen auf die Bahn zur Erreichung regionaler Ziele in den kommenden Jahren zu fördern und für die Nutzer komfortabler zu gestalten, beraten die politischen Vertreter im Ausschuss für Stadtentwicklung und -planung über den ÖPNV-Verknüpfungspunkt Bahnhof. Neben dem Bau einer Fahrradstation soll ebenfalls die Erweiterung des Parkangebotes in den Blick genommen werden.

Hierzu sollen nicht nur rund 63.000 Euro im Haushalt 2021 eingeplant werden, ebenfalls mit möglichen Förderern sollen Gespräche geführt werden. Mit einer Fahrradstation soll ein Angebot nicht nur zum Abstellen, sondern auch zum gleichzeitigen Reparieren während des Fahrradsparkens geschaffen werden. Die bisher eingerichteten und neu eingeplanten Fahrradboxen sollen zunächst bestehen bleiben.

Gleichzeitig steigt auch der Bedarf an PKW-Stellplätzen. Der vorhandene P + R Platz war bis zum Ausbruch der Corona-Krise sehr stark ausgelastet. Gerade vor dem Hintergrund, dass die nahegelegenen Brachflächen in Kürze bebaut werden sollen, scheint jetzt die Aufstockung der Kapazitäten sinnvoll. Da die zur Verfügung stehenden Flächen begrenzt sind, sollen die zusätzlichen Stellplätze auf einem Parkdeck über dem vorhandenen Parkplatz auf der Bahnhofsrückseite angeboten werden. Die Fahrradstation soll ebenerdig unterhalb des Parkdecks integriert werden, wobei ein Standort unmittelbar am Hinterausgang des Bahnhofs vorgeschlagen wird, führt die Vorlage des Ausschusses aus.

Foto: Rheinischer Spiegel

Geplant sei die notwendige Stromversorgung der Fahrradstation, der Stellplätze für E-Autos und E-Bikes sowie die Beleuchtung der beiden Parkebenen über eine Photovoltaikanlage sicherzustellen.
Bisher befinden sich 308 PKW-Stellplätze am Bahnhof. Nach Einrichtung des Parkdecks stünden den Pendlern 440 Stellplätze zur Verfügung. Die Förderung des Parkdecks wäre möglich über ein 3-jähriges Sonderprogramm „Neubau und Nachrüstung von P + R Anlage“.

Im Rahmen dieses Förderprogrammes wurde der Fördersatz auf 100% der anrechnungsfähigen Kosten erhöht. Dies würde zu einer Förderung von 10.000 Euro pro Stellplatz führen. Planungskosten werden in Höhe von 3% der zuwendungsfähigen Kosten gefördert. Ebenso ist ein Belegerfassungssystem zu 100% förderfähig (200,00 Euro pro Stellplatz). Bei 209 Plätzen beträgt die mögliche Fördersumme insgesamt 2.536.842,00 Euro. Der Antrag wurde aufgrund der zeitlichen Befristung des Förderprogramms bereits gestellt. Ob städtische Mittel benötigt werden, könne erst mit dem konkreten Bauplan ermittelt werden.

Parallel zur planerischen Konkretisierung sollen Überlegungen zum künftigen Betreibermodell angestellt werden. Im Zuge der Weiterentwicklung der Planungsüberlegungen sei zu prüfen, inwieweit Fördergelder wie in Vorjahren für die Errichtung wegfallender Stellplätze auf dem P + R Parkplatz erhalten wurden, anteilig auf Kosten der Stadt zurückzuzahlen. (dt)