Ein virtuelles Karnevals-Orden-Museum erinnert an das närrische Brauchtum in der Region

Dicht an dicht reihen sich die Karnevalsorden aneinander, mittlerweile ist die beachtliche Sammlung auf über 2084 Orden aus dem Kreis Viersen und Krefeld angewachsen. Sein Hobby macht Frank Wilbers nun auch online öffentlich für Liebhaber der jecken Zeit zugänglich.
Von RS-Redakteurin Ebru Ataman

Kreis Viersen – Das Stripke des Orpheums, die Eule der Grossen Viersener Karnevalsgesellschaft oder zahlreiche Prinzenorden. Bei Frank Wilbers (40) aus St. Hubert weiß man im ersten Moment gar nicht genau, wo man eigentlich hinschauen soll. Bei ihm Zuhause haben mittlerweile über 2084 Orden aus der Region eine Heimat gefunden, nachdem er selbst seinen ersten Orden 1995 vom Kempener Prinzen Herbert Lindackers erhalten hatte.

Heute ist Frank Wilbers längst kein Unbekannter mehr im Winter- oder Sommerbrauchtum, ist mit seinem Schützenfest-TV und auch bei den närrischen Sitzungen stetig aktiv. So kam es, dass er in jedem Jahr erneut seine Sammlung vergrößern konnte. In 2020 weitete er seine Leidenschaft dann zunächst auf Hüls aus. Schließlich habe Hüls in den 70er-Jahren zu Kempen gehört, erklärt Wilbers diesen Schritt, dem es schon länger in den Fingern gekribbelt hatte, wenn er darüber nachdachte seine Sammlung öffentlich zugänglich zu machen.

Der älteste Orden stammt aus dem Jahr 1937 – ein Prinzenorden von Prinz Heinrich August I. und eigentlich wäre es viel zu schade gewesen, wenn all diese wunderbaren Erinnerungen hinter verschlossener Türe verblieben wäre. Foto: privat

Mit dem Lockdown ergab sich dann die Zeit diesen Wunsch umzusetzen und die Stücke auf die Regionen Kreis Viersen und Krefeld auszuweiten. Mittlerweile sind einige seltene Stücke hinzugekommen, darunter auch Erinnerungen an Karnevalsvereine, die es heute nicht mehr gibt, wie beispielsweise die KG Südpolaner oder die GKG Breetlook. Der älteste Orden stammt aus dem Jahr 1937 – ein Prinzenorden von Prinz Heinrich August I. und eigentlich wäre es viel zu schade gewesen, wenn all diese wunderbaren Erinnerungen hinter verschlossener Türe verblieben wäre.

Das dachte sich ebenfalls Frank Wilbers, der zurzeit täglich am Aufbau eines online Karnevals-Orden-Museums arbeitet, in welchem zudem auch seine umfangreiche Fotosammlung einen Platz findet. Viele Stunden sowie so manche Nächte hat Wilbers investiert und hunderte Fotos aus den vergangenen Jahrzehnten digitalisiert. Jecke, Prinzenpaare, Künstler, Karnevalssitzungen und Umzüge wurden sortiert, gekennzeichnet und archiviert.

Damit er seine Sammlung weiterhin vervollständigen kann, sucht der Direktor des privaten Museums stetig nach Leihgaben von altem Bildmaterial, welches er in seine Kollektion aufnehmen kann. Gerne wird zudem der eine oder andere doppelte Orden getauscht – natürlich freut sich Frank Wilbers zudem über Ordensspenden und führt nach Absprache Corona-konform bei freiem Eintritt gerne durch seine Sammlung.

Aktuell gibt es regelmäßig neue Bilder der Museumsstücke auf der frisch eingerichteten Webseite karnevals-orden-museum-kreis-viersen.chayns.net oder Facebook. Erreichbar ist Frank Wilbers unter der Telefonnummer 02152 510061 oder per E-Mail über wilbers-kempen@t-online.de. (ea)

 

 

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