Einbruch im Dülkener Wasserwerk: Mehrere Kubikmeter Eisenschlamm freigesetzt

Einzelheiten zum Nette-Vorfall am gestrigen Samstag: Gegen Mittag erreichte die Meldung die Abteilung für Gewässerschutz beim Kreis Viersen, denn über die Einleitungsstelle des Dülkener Wasserwerks war eine große Menge Eisenschlamm in die Nette gelangt, färbte das Wasser orange-rot.

Viersen-Dülken – In der Nacht bzw. den frühen Morgenstunden zum gestrigen Samstag drangen Unbekannte in das Wasserwerk Dülken ein, öffneten Schaltschränke, setzten verschiedene Pumpen in Gang. Hierdurch wurde der gelagerte Eisenschlamm über den Hof in die Nette geleitet, die sich nicht nur rot färbte. Auf einer Länge von 50 bis 60 Metern hinter der Einleitstelle sammelte sich Zentimeter dickflüssiger, rostroter Schlamm an. Bis gestern Abend um 21.00 Uhr waren Einsatzkräfte vor Ort, saugten die breiartige Schlammschicht ab, auch heute ist um die Einleitstelle herum der Boden der Nette weiterhin tiefrot.

Laut Gewässerschutzbehörde des Kreises Viersen ist der eingeleitete Eisenschlamm nicht gesundheitsschädigend. Trotzdem empfiehlt Thomas Schmitz (Kommunaler und Privater Gewässerschutz Kreis Viersen) zunächst Hunde nicht in das Wasser zu lassen, da sie die abgelagerte Schicht wieder aufwirbeln würden. „Heute Morgen schwammen die Fische wie sonst auch in der Nette, das Oberwasser ist glaskar“, so Thomas Schmitz. „Ebenfalls der Eisvogel fühlt sich weiterhin wohl.“ Rund 20 m³ habe man gestern mit Hilfe der Feuerwehr mit einem Saugwagen als Sofortmaßnahme abgepumpt. Mit Schiebern wurde das feine Sediment zum Sauger geschoben. „Die Sohle der Nette wird noch eine ganze Zeit lang rot sein und wir werden den Vorgang weiter beobachten“, sagt Thomas Schmitz weiter und ist hierbei nicht alleine, denn auch der BUND Viersen wird die Sachlage weiter verfolgen. Die Ursache wäre soweit beseitigt, den Rest müsse die Zeit bringen. Das Wasser sei nun wieder in Ordnung – ein Vorfall, der für Natur und Mensch aber durchaus anders hätte ausgehen können. Mittlerweile wurde Anzeige gegen Unbekannt gestellt, gestern Abend sprachen Einsatzkräfte vor Ort von Kindern die eingebrochen wären. Eine Aussage, die bisher nicht bestätigt werden konnte.

Um den Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 0,2 mg Eisen pro Liter einzuhalten, wird im Wasserwerk Dülken an dem Verlauf der Nette ein Filter eingesetzt, der den Eisengehalt aus dem Wasser filtert. Das nicht gesundheitsschädliche Eisen kann den Geschmack des Wassers negativ verändern, führt zu roten Ablagerungen in Wäsche oder Waschbecken. So färbt sich in regelmäßigen Abständen das Wasser der Nette rot, werden die Filter gespült. Die große Menge an Eisenschlamm wird in Containern gelagert. (re)

Foto: oj