Eine Dampfmaschine in Bewegung erleben

„Wat is´ne Dampfmaschin´?“ – die Antwort auf dieses Zitat aus dem Film „Die Feuerzangenbowle“ bekommt man im TextilTechnikum in Mönchengladbach. Und nicht nur das: Die Dampfmaschine die im Jahr 1901 von einer Rheydter Firma erbaut wurde, kann man dort sogar in Betrieb erleben, sagt Museumsleiter Dr. Karlheinz Wiegmann: „Dampf gibt es dabei zwar nicht mehr, das wäre zu aufwendig geworden. Aber durch die Unterstützung vieler Beteiligter, der Sozial Holding, der Firma Hepp-Schwamborn und des Berufkollegs Rheydt-Mülfort für Technik wird sie nun mit Elektrizität in Bewegung gebracht.“

v.l.: Sven May, BKFT- Rheydt-Mülfort, Holger Hellwig, TextilTechnikum, Helmut Wallraffen, Sozial-Holding, Kevin Dippel, Student BKFT-Rheydt-Mülfort, Kuno Schwamborn, Hepp-Schwamborn, Dr. Karlheinz Wiegmann, Museum Schloss Rheydt und TextilTechnikum. ©Stadt MG

Mönchengladbach – Dabei war die Maschine sogar noch ziemlich lange unter Dampf: In einem Betrieb ins Heinsberg sorgte sie bis 1981 noch dafür, dass unter anderem Webstühle angetrieben wurden. „Wir fanden dann etwas vor, wovon ich nie gedacht hätte, dass wir es wieder so in die Sammlung aufnehmen können“, so Wiegmann weiter. „Auf mich wirkte es einfach wie ein großer Haufen Schrott.“

Doch in mühevoller Arbeit wurde daraus, wie bei einem Puzzle, wieder die Dampfmaschine aufgebaut. In einem nächsten Schritt, sollte es nun darum gehen, einen Antrieb, eben ohne Dampf, für die Maschine zu entwickeln. Hier kamen die beiden Studenten Kevin Dippel und René Drosse vom Berufskolleg Rheydt-Mülfort für Technik ins Spiel.

Sie nahmen sich dessen in Form einer Projektarbeit an. „Es war schon etwas Besonderes und auch sicher nicht das, was sonst so in Projektarbeiten behandelt wird. Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht.“ Aber auch eine Menge Arbeit. Damit auch die elektrischen Anschlüsse funktionieren und vor allem allen sicherheitsrelevanten Bedingungen entsprechen, gab es dabei noch eine Unterstützung: Die Mönchengladbacher Firma Hepp-Schwamborn hat dafür gesorgt, dass jetzt dem Antrieb der Maschine nichts mehr im Wege steht.

Um dauerhaft in Betrieb zu sein, wäre es wohl mit der Dampfmaschine im TextilTechnikum etwas zu laut. Wer sie aber in Aktion erleben möchte, kann das unter anderem im Rahmen von Führungen. Und Wiegmann denkt schon weiter: „Ein nächster Schritt ist, dass die Dampfmaschine wiederum eine andere Maschine antreibt, wie zum Beispiel einen Webstuhl. Jetzt freuen wir uns aber erst einmal, dass wir den ersten großen Schritt schon einmal geschafft haben. Dafür bin ich allen Unterstützern dankbar.“

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