Eine Obstbaumwiese am Hohen Busch – Der VVV setzt auf alte Sorten und Artenvielfalt

Mit einem symbolischen Spatenstich hat der Verschönerungsverein zu Viersen (VVV) eine städtische Fläche am Hohen Busch übernommen. Nahe der Grillwiese wird eine artenreiche Streuobstwiese entstehen. 

Viersen – „Die obersten Ziele des Verschönerungsvereins sind seit jeher die Aufforstung der heimischen Wälder sowie der Natur- und Landschaftsschutz“, sagte Marc Tappiser, 1. Vorsitzender des VVV. Seit Jahrzehnten fielen immer mehr Insekten dem Klimawandel und den Veränderungen sowohl in den privaten Nutzgärten als auch in der Landwirtschaft zum Opfer. Der VVV habe darum im Frühjahr beschlossen, eine Streuobstwiese anzulegen: „Damit wollen wir dieser Entwicklung entgegenwirken.“

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Die Entscheidung fiel für einen Platz nach der Grillwiese, der bisher von den Städtischen Betrieben im sogenannten Langschnitt gepflegt wurde. Hier wurde jetzt ein erster Baum gepflanzt. Der Apfel der Sorte Roter Berlepsch steht als Symbol für die weitere Gestaltung und war jetzt Treffpunkt für die Beteiligten zu einem symbolischen Spatenstich. Christoph Solbach, 2. Vorsitzender des VVV, wagte einen Blick in die Zukunft: „Wir rechnen damit, dass in wenigen Jahren so viel Obst zur Verfügung steht, dass wir Patenschaften für Pflege und Ernte vergeben können.“

Bis dahin liegt noch ein Stück Arbeit vor allen Mitstreiterinnen und Mitstreitern. Nils Fricke, studierter Garten- und Landschaftsbauer, hat bereits begonnen, für den VVV einen Entwurf zu erarbeiten, wie es ab dem kommenden Frühjahr weitergeht. Stadtförster Rainer Kammann: „Die Abteilung Stadtgrün und Forsten wird daraus in Absprache mit dem Verein einen Plan für eine artenreiche Streuobstwiese erstellen. Diese Planung wird dann vom VVV mit fachlicher Unterstützung der Stadt umgesetzt.“

Vorgesehen sind etwa 80 Bäume. Die Hochstämme alter Obstsorten werden in einer möglichst großen Vielfalt ausgewählt. Selbstverständlich wird die Mispel, die Wappenpflanze der Stadt Viersen, vertreten sein. Ergänzt werden die Baumpflanzungen durch die Einsaat einer Blühmischung aus heimischen Saatgut. Diese autochthonen Pflanzen werden zahlreichen Insekten und in der Folge vielen Vogelarten Schutz und Nahrung bieten.

Der VVV wird die Pflege übernehmen. Dazu gehören der regelmäßige Schnitt der Obstbäume ebenso wie die zweimalige Mahd der Wiese jeweils nach der Blüte der Kräuter. Mit zunehmender Größe der Bäume werden Nistkästen angebracht. So finden Vögel auf der Fläche nicht nur Nahrung, sondern auch Brutmöglichkeiten. Abgerundet wird die Streuobstwiese durch die Anlage einer Hecke am Südrand der Fläche. Die naturbelassene Abgrenzung wird aus blühenden und fruchttragenden heimischen Gehölzen bestehen.