#Einheitsbuddeln in Viersen: Die große Pflanzaktion zum Tag der Deutschen Einheit

Die Staatskanzlei von Schleswig-Holstein hat zum Tag der Deutschen Einheit die Aktion „Einheitsbuddeln“ ins Leben gerufen und zahlreiche Teilnehmer bundesweit nehmen daran teil. Über 40.000 Bäume sind bereits jetzt geplant und weil auch in Viersen nach Stürmen und Hitzeperioden dringend neue Bäume nötig sind, ruft der Rheinische Spiegel gemeinsam mit der Bürgerinitiative „Wir für unsere Stadt“ zum Mitmachen auf – ganz nach dem Motto: „Nicht reden – machen!“

Olaf Josten, Vorsitzender der Bürgerinitiative „Wir für unsere Stadt“ war gerne beim „Vorab-Einheitsbuddeln“ dabei. Foto: Rheinischer Spiegel

Viersen – „Stell dir vor, am 3. Oktober würde jeder Mensch in Deutschland einen Baum pflanzen. 83 Millionen. Jedes Jahr. Ein neuer Wald. Von Nord nach Süd. Für das Klima. Und für dich und deine Familie. Für unsere Zukunft“, der Aufruf ist unmissverständlich und selbst wenn der eine oder andere darüber diskutieren möchte, wodurch sich unser Klima nun verändert, sicher ist, wir müssen etwas tun. Immer mehr Stürme und Wetterkapriolen machen unserer Natur zu schaffen, zahlreiche Bäume sind den Ereignissen zum Opfer gefallen oder mussten aufgrund des gestiegenen Schädlingsbefalls gefällt werden.
„Einheitsbuddeln“ heißt deshalb die große Baumpflanzaktion zum Tag der Deutschen Einheit, die die Staatskanzlei Schleswig-Holstein ins Leben gerufen hat. Gepflanzt werden soll bundesweit, 40.000 Bäume sind bereits jetzt geplant – werden könnten es bis zu 83 Millionen – wenn denn jeder mitmacht. Deshalb ruft der Rheinische Spiegel und die Bürgerinitiative „Wir für unsere Stadt“ zum #Einheitsbuddeln in Viersen auf. Bei so vielen Gärten wird sich sicherlich das eine oder andere Plätzchen für einen neuen Baum finden lassen. Die Redaktion des Rheinischen Spiegels und die Mitglieder der Bürgerinitiative sind mit zwanzig Bäumen bis zum 3. Oktober in Viersen dabei, die ersten sechs – von 20 cm bis 2 m, von Ahorn bis Walnuss, haben bereits ihre Wurzeln an ihren neuen Standplätzen ausbreiten dürfen.
Mitmachen kann jeder, wer möchte trägt seine Pflanzung zusätzlich auf https://einheitsbuddeln.de ein. (cs)

Dass er nicht nur mit dem Fotoapparat hervorragend umgehen kann bewies Martin Häming. Foto: Rheinischer Spiegel

Wie Bäume das Klima retten könnten

Die weltweite Aufforstung von Wäldern wäre auf einer Fläche von 0,9 Milliarden Hektar möglich und könnte so zwei Drittel der vom Menschen verursachten CO2 -Emissionen aufnehmen. Dies wäre die effektivste Massnahme gegen den Klimawandel. Zu diesem Schluss kommt eine in Science publizierte Studie der ETH Zürich.

Das Crowther Lab an der ETH Zürich forscht an naturbasierten Lösungen für den Klimawandel. In der neuen Studie zeigten die Forschenden erstmals auf, wo auf der Welt neue Bäume wachsen könnten und wie viel Kohlenstoff sie speichern würden. Jean-François Bastin, Studienleiter und Postdoc am Crowther Lab erklärt: „Ein Aspekt war für uns bei den Berechnungen besonders wichtig: Wir haben Städte und landwirtschaftliche Flächen von der gesamten Fläche, die das Potenzial zur Wiederaufforstung hat, ausgeschlossen, denn diese Gebiete braucht der Mensch anderweitig.“

Auch der Bürogarten hat bereits seine Aufforstung erhalten. Firmenchefin Iris Kater hat fleißig mit angefasst. Foto: Rheinischer Spiegel

Die Forschenden berechneten, dass unter den aktuellen klimatischen Bedingungen die Erde mit rund 4,4 Milliarden Hektar Wald bedeckt sein könnte. Das sind 1,6 Milliarden mehr als die derzeit vorhandenen 2,8 Milliarden Hektar. Von diesen 1,6 Milliarden Hektar erfüllen 0,9 Milliarden Hektar das Kriterium nicht von Menschen genutzt zu werden. Derzeit stünde also ein Gebiet von der Grösse der USA für die Aufforstung zur Verfügung. Einst herangewachsen könnten diese neuen Wälder 205 Milliarden Tonnen Kohlenstoff speichern. Das sind etwa zwei Drittel der 300 Milliarden Tonnen Kohlenstoff, die seit der industriellen Revolution durch den Menschen verursacht in die Atmosphäre gelangten.

ETH-Professor Tom Crowther, Mitautor der Studie und Gründer des Crowther Lab, meint dazu: „Wir alle wussten, dass die Aufforstung der Wälder einen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels leisten könnte, aber bislang war unklar, wie gross der Effekt wäre. Unsere Studie zeigt deutlich, dass Flächen zu bewalden derzeit die beste verfügbare Lösung gegen den Klimawandel ist. Allerdings müssen wir schnell handeln, denn es wird Jahrzehnte dauern, bis die Wälder reifen und ihr Potenzial als natürliche CO2-Speicher ausschöpfen.“