Einmal Beziehungsgeschichten mit „Fischbrötchen zum Frühstück“ bitte

Mit „Fischbrötchen zum Frühstück“ stellt der Viersener Autor Markus Fegers mittlerweile zum dritten Mal eine Sammlung unterhaltsamer und amüsanter Geschichten vor.
Von RS-Redakteurin Ebru Ataman

Viersen – „‘Alle deiner Geschichten spielen am Meer‘, meinte neulich ein guter Freund. ‚Oder täusche ich mich da?‘ Da täuscht er sich“, so Autor Markus Fegers in seinem Vorwort. Tatsächlich dienen in dem dritten Band seiner Kurzgeschichtensammlung „Fischbrötchen zum Frühstück“, der erneut im Geest-Verlag erschienen ist, vier oder fünf der vorliegenden Storys Deutschlands prominenteste Insel als Schauplatz, aber auch Köln und Bonn dienen ebenso als „Location“ wie eine winzige Espresso-Bar im Dortmunder Hauptbahnhof oder das Outlet-Center im niederländischen Roermond.
Markus Fegers greift ebenso auf den ehemaligen WG-Balkon seiner Söhne zurück, wie auf den eigenen Garten oder den seines Schwagers in Giesenkirchen. Bekannt werden den Lesern aber auch die Kreismusikschule, Stadtbibliothek, Viersener Festhalle oder der wöchentlich frequentierte Getränkemarkt sein, den der Viersener Autor gekonnt eingeflochten hat.

„Auch andere oft geäußerte Vermutungen gehen in die Irre: Dass alle diese Geschichten aus der Ich-Perspektive geschrieben sind, bedeutet nicht zwangsläufig, dass sie auch autobiographischen Charakter haben“, ergänzt der Autor. „Verhielte es sich so, dann wäre ich eine ziemlich multiple Persönlichkeit. Was natürlich durchaus möglich sein könnte, wer weiß?“ Die meisten der Protagonisten des Förderschullehrers an einer Viersener Schule, der in Mönchengladbach geboren wurde, sind Anfang zwanzig bis Ende dreißig, also doch jünger als Fegers. Ergänzt mit einem Elfjährigen, der sich in die große Schwester seines besten Schulfreundes verliebt und dem Pensionär, der ans Meer fährt, ergibt sich eine amüsante Mischung für den geneigten Leser. Ja, Fegers weiß zu fesseln – nicht nur mit seinen Büchern, ebenfalls mit seiner Musik, spielt er doch als Amateurmusiker Saxophon und Klarinette in verschiedenen Jazzgruppen.

„Zweifellos gilt für die Mehrzahl der in diesen Geschichten gelebten oder eben nicht gelebten Beziehungen Hans Falladas Bonmot ‚Sehnsucht ist besser als Erfüllung‘“, so Markus Fegers. „Mir persönlich sind ein guter Kaffee, ein frisches Croissant, eine Scheibe Rosinenstuten mit trockenem Schinken zum Frühstück eindeutig lieber als Fischbrötchen!“
Der neue Erzählband fasst auf 272 Seiten Geschichten zusammen, die mit unseren eigenen Vorurteilen arbeiten und uns diese gelegentlich schmerzhaft bewusst machen. Der Titel ist unter der ISBN 978-2-86685-809-1 für 12,50 Euro im Buchhandel erhältlich. (ea/Geest-Verlag)

Foto: Geest-Verlag