Einmal kosten bitte! Authentisches mexikanisches Streetfood in Viersen

Aus der Reihe „Köstlichkeiten am Niederrhein“ stellt der Rheinische Spiegel nach dem Lockdown Restaurants aus der Region vor. Nach italienischen und griechischen Genüssen nahm die Redakteurin nun eine scharfe Herausforderung an, denn „das Leben ist zu kurz Hombre, versuch es zu genießen“.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Viersen – „Angenommen ihr habt es trotz Gerüchten, Vorurteilen und Gruselstorys (wir können gar nicht so viele Schweine im Hof halten wie wir Spare Ribs verkaufen und nein wir betreiben keinen illegalen Organhandel) geschafft unsere Adresse zu erreichen. Angenommen, ihr überwindet euch trotz der blauen Hausfassade in unseren Tempel zu gehen. (Blauphobie!) Angenommen ihr erholt euch von dem Schock, dass es sich in unseren Räumlichkeiten nicht um deutsche Gastronomiestandards handelt und wir keine weißen Tischdecken haben. Angenommen ihr übersteht alles ohne einen epileptischen Anfall zu bekommen. Dann können wir nur sagen: WILLKOMMEN IM MEXICAN! DU HAST ES GESCHAFFT!“

Während der aktuell warmen Sommerabende finde ich mit meiner Reservierung einen Platz in der Open-Air-Mezcaleria. Alleine die Platzdekoration ist ein Erlebnis im Mexican Restaurant an der Viersener Großen Bruchstraße, wo Joannis Panagou seine Gäste mit authentischen mexikanischen Speisen in eine unbekannte Küchenwelt entführt. „Das Mexican Restaurant in Viersen besteht seit fast 30 Jahren in einer der trockensten, steinigsten und härtesten Wüsten Deutschlands: Viersen!“, lächelt der Gastwirt.

Die Tische haben sich gefüllt und Leben kehrt nach dem Lockdown wieder ein, als die gegrillten Gambas mit Mex- Alioli (8,50 Euro) und die genussvolle Neuheit, die Tacos Suadero (13,50 Euro) serviert werden. Foto: Rheinischer Spiegel

Die fremden Gerüche und kräftigen Farben, die mich umgeben, machen Lust auf Reisen und fremde Kulturen. Joannis selbst kann man nicht beschreiben. Er ist ein „Charakterkopf“ mit einer eigenen Meinung, die er offen vertritt ohne viel Schnickschnack, mit viel Leidenschaft und ausgefallenen Ideen, die nicht selten zu Diskussionen in Politik oder Gesellschaft anregen. Die Speisekarte des Mexican weist eindeutig Parallelen auf mit einem ungewöhnlichen Stil, der zunächst fremd erscheinen mag, aber die Gäste seit mittlerweile fast drei Jahrzehnten in seinen Bann zieht.

Es ist warm und die hauseigene Mango-Ingwer-Limonade (5,30 Euro) stillt den Durst ebenso, wie das vor Ort gebraute Bier, für welches mein Gegenüber sich entschieden hat. Das Coocoovaya ist ein Projekt der PULQ Brauerei aus Viersen mit der Vision das Bierhandwerk in der Mispelstadt wiederzubeleben und in verschiedenen Sorten erhältlich (3,50 Euro). Als kleines Schmankerl vorab können wir uns zwischen Nachos mit Salsa oder frischem Brot mit Olivenöl entscheiden, während wir auf unsere Vorspeisen warten.

Die Tische haben sich gefüllt und Leben kehrt nach dem Lockdown wieder ein, als die gegrillten Gambas mit Mex- Alioli (8,50 Euro) und die genussvolle Neuheit, die Tacos Suadero (13,50 Euro) serviert werden. Großen Wert legt das Mexican auf die Qualität der Speisen und legt mit den Vorspeisen den Beweis hierzu vor. Die Tacos sind eine Hommage an die kulinarische Straßenkultur Mexikos. „Suadero schmeckt am besten auf der Straße. Er erinnert an Freunde und Freude, Gesöff, Liebesnächste, Fußball und Drogenexzesse. Er ist ein Taco mit einer extraordinären Persönlichkeit. Krass, geschmackvoll, politisch unkorrekt und rau“, versprach die Speisekarte. Eine echte Geschmacksexplosion im Mund entfaltet sich. Ich könnte sie an diesem Abend glatt noch einmal bestellen, hätte ich nicht bereits die Hauptspeise gewählt.

Näher dran an die original mexikanische Küche, ohne direkt eine halbe Weltreise unternehmen zu müssen, kommen Liebhaber dieser Genussregion nur selten. Foto: Rheinischer Spiegel

Als flüssigen Zwischengang wählen wir einen Mezcal old fashioned (6,50 Euro) auf Blockeis, Mezcal Los Javis Reposado, Bitters, Agavendicksaft und natürlich AMOR sowie Los Danzantes (6,90 Euro) mit Mezcal, Limettensaft und Agavendicksaft. Überhaupt bietet das Mexican Restaurant in Viersen eine beeindruckende Auswahl an Mezcal, einem Agavendestillat, schließlich gehört Joannis Panagou zu den offiziellen Mezcal-Botschaftern und hat diese Auszeichnung in Mexiko persönlich entgegengenommen.

Mit dem Pollo Organico (14,90 Euro), einem smoked BBQ-Chicken aus lokaler Züchtung vom Niederrhein, vermischt sich das mexikanische Flair mit heimischen Produkten. Anstatt der üblichen Pommes, hatte ich die Süßkartoffelvariante bestellt, die das halbe Hähnchen hervorragend ergänzt.

Nicht anders verhält es sich bei den Jack Daniels Ripplets (14,90 Euro) mit einer Honey-Jack-Daniels-Salsa. Das zarte Fleisch fällt fast von selbst vom Knochen. Näher dran an die original mexikanische Küche, ohne direkt eine halbe Weltreise unternehmen zu müssen, kommen Liebhaber dieser Genussregion nur selten. Der Absacker, ein Tequila Cenote, festigt den Wunsch bald ein weiteres, noch unbekanntes Highlight der Karte kosten zu wollen. (cs)

Mexican Restaurant
Große Bruchstraße 21, 41747 Viersen
Tel: 02162 20747, www.mexican-restaurant.de

Der Absacker, ein Tequila Cenote, festigt den Wunsch bald ein weiteres, noch unbekanntes Highlight der Karte kosten zu wollen. Foto: Rheinischer Spiegel

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