Em Roahser wird wörr Karneval jeviert, die Roahser Jonges sorge schon dovür

„Ausverkauft“ hieß es bei der ersten Galasitzung der Roahser Jonges in diesem Jahr, die mit heimischen Gewächsen und karnevalistischen Gästen aus den närrischen Hochburgen begeisterte.

Viersen – Ein voll besetzter Saal, das Rahser Gürzenich, vielen besser bekannt als Notburgahaus, bunt geschmückt. Genau die richtige Kulisse für die beliebte Galasitzung der Roahser Jonges und so konnte Wolfgang Genenger als 1. Vorsitzender zufrieden seinen Blick über das bunte Treiben schweifen lassen. Gemeinsam mit Lothar Beeck hatte er die Moderation für den abwechslungsreichen Abend übernommen, der vor allen Dingen mit Darbietungen heimischer Gewächse herausstach.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Eröffnet wurde die Bühne, neben dem Einzug der Roahser Jonges, mit dem Kinderkarneval, bei dem der Nachwuchs gekonnt zeigte, dass die nächste närrische Generation bereits in den Startlöchern steht. Schließlich hatte das Viersener Kinderprinzenpaar Oskar I. und Greta I. nicht nur ein Glückshufeisen für den Präsidenten inklusive „Gebrauchsanweisung“ mitgebracht, sondern auch die Nachwuchsbüttenredner Sophie Luhnen und Luca Fandrich. Dass die beiden auf der Bühne schon zu Hause sind, zeigten sie mit dem Sketch „Fründe us de Bütt“, mit dem sie auch bei den eigenen Veranstaltungen im Rahser garantiert die Lacher auf ihrer Seite haben werden.

Mit lachenden Gesichtern und strahlenden Augen nahmen die „Kleinen“ den Saal für sich ein und konnten so die Jecken in bester Stimmung an das Alt-Viersener Stadtprinzenpaar „übergeben“, die im Rahser umjubelte Dirty Dancing-Atmosphäre verbreiteten. Passend in rotem Ornat zum Abend wurde in diesem Jahr Frank Schiffers zum Ehrensenator gekürt, der die Urkunde aus den Händen des Sitzungspräsidenten entgegennehmen durfte. An die gewohnte Eröffnung schloss sich Christian Pape an, der bereits zum dritten Mal in diesem Jahr die Mispelstadt gemeinsam mit Dr. Bimmermann besuchte. Mit lausbübischem Charme ging er dem Begriff „Heimat“ auf die Spur und erzählte von den scheinbaren Banalitäten des Alltags. Im rheinischen Karneval spielt Christian Pape in der närrischen Top-Liga, kein Wunder, dass er auch in Viersen gerne für Veranstaltungen gebucht wird.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Doch nicht die närrischen Gäste der Karnevalshochburgen waren die Highlights des Abends. Das Scheinwerferlicht ließ besonders die heimischen Gewächse erstrahlen. So begeisterten die Roahser Mädsches ebenso mit ihrer Darbietung wie die Männertanzgruppe der Roahser Wibbels. Im Karneval 2011 entstanden sind sie mittlerweile Garant für Zugaberufe nicht nur auf den hiesigen Veranstaltungen und so mussten sie auch bei der Galasitzung tänzerisch ran, bis sie mit Bella ciao und einem lauten Chor der närrischen Gäste verabschiedet wurden.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Ins schöne Rahser hatten zudem Klaus & Willi den Weg gefunden. Wortwitz, Spontanität und eine hervorragende Bauchrede-Technik haben die beiden mittlerweile überall auf den Bühnen bekannt gemacht. Dabei hat Klaus Rupprecht eigentlich keine künstlerischen Wurzeln, kommt als Sohn eines Metzgermeisters zur Welt. Bereits im Alter von 10 Jahren gründet er ein Marionetten-Theater, ist bald gern gesehener Gast auf Kinderveranstaltungen aller Art. Als 1982 der erste Kontakt zur närrischen Welt entsteht macht er auch die ersten Schritte mit Willi, seiner Affenpuppe, die er auf der Kirmes entdeckt. Mittlerweile ist er mit rund 300 Auftritten im Jahr der meist gebuchte Bauchredner Deutschlands.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Während die Lachmuskeln bei dem Auftritt des ungewöhnlichen Duos stark beansprucht wurden, hieß es im Anschluss runter von den Plätzen. Die Swinging Funfares waren es, die den Saal zum Kochen brachten. Die Band, die mit ihren Songs mehrfacher Sieger der Hitparade von Antenne Düsseldorf ist, ist mit gut 100 Auftritten im Karneval unterwegs und viele können auch ohne die Melodie ihren Hit „Eins, zwei, drei – so hab ich mein Herz verloren“ auswendig.

Perfekt um den Ausklang des Abends mit „The Wanderers“ und den Rabaue einzuläuten. Das a cappella-Trio aus Köln fand sich 2004 zusammen, seit 2006 sind sie auf den karnevalistischen Bühnen zu Hause. Mit Titeln wie Himmlisch Jeck, An der Bar oder Ich sag nur Alaaf sind sie im Kölner Karneval aktiv und auch in Viersen längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. Umjubelt begleitet wurde ihr Auftritt und auch die Rabaue, die als rheinische Top-Band noch ein Schüppchen auf den Abend drauflegte, heizte den Jecken noch einmal ein. Schwierig nach einem solchen Abend zur Ruhe zu finden, der von bester Stimmung geprägt war. (cs)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

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