Endspurt bei Deckel drauf: Das Sammelprojekt gegen Kinderlähmung wird eingestellt

Ende Juni wird das Projekt „500 Deckel für ein Leben ohne Kinderlähmung“, für das zahlreiche Gruppen, Schulklassen und Vereine gesammelt haben, eingestellt. Die Organisatoren gaben in einer Meldung nun die meist wirtschaftlichen Gründe bekannt.

Gesellschaft – 2013 war das Jahr, in dem alles begann. Auf der Rotary-Convention in Lissabon trafen sich die späteren Gründer von „Deckel drauf“. Nach einem geselligen und sehr kreativen Abend wurde die Aktion „500 Deckel für ein Leben ohne Kinderlähmung“ aus der Taufe gehoben – Ende Juni dieses Jahrs wird diese Aktion allerdings ihr Ende finden.
„Aufgrund der Fülle der vielen wunderbaren Momente, die wir mit „Deckel drauf“ erlebt haben, möchten und können wir weiterhin keinen hier ganz speziell würdigen und herausheben, sondern einfach allen DANKE sagen – vielen, vielen Dank für all die Unterstützung in den vergangenen Jahren“, so die Initiatoren von Deckel drauf e. V. „Wir haben es – gemeinsam mit Ihnen, den vielen Sammlern und Unterstützern – geschafft, innerhalb der Zeit, die wir jetzt aktiv sind, 1.105 Tonnen Deckel zu erfassen, zu transportieren und zu verwerten. Die Erlöse in Höhe von 270.000 € haben gereicht, um rund 3.315.000 Impfungen weltweit zu finanzieren.“

Dennoch werde das Projekt „500 Deckel für ein Leben ohne Kinderlähmung“ zum 30. Juni 2019 eingestellt, die Gründe dafür seien vielfältig. So seien die Preise auf dem Markt für Sekundärrohstoffe sind zuletzt deutlich gesunken. Es könne daher nicht sichergestellt werden, dass auch in Zukunft die Erlöse erzielt werden können, die erforderlich seien, um das Motto der Sammlung zu erfüllen. Hintergrund dieser Preisentwicklung sind Marktverschiebungen, die durch das chinesische Importverbot für Kunststoffabfälle ausgelöst wurden. Es ist eine so große Menge auf dem Markt, dass auch die gute Qualität auf dem deutschen Markt nur schlechte Preise erzielt.

Weiterhin hat die EU in ihrer Kunststoffstrategie, die die Initiatoren für völlig richtig und notwendig halten, festgelegt, dass künftig die Deckel fest mit den Flaschen verbunden sein müssen. Dem Projekt geht also mittelfristig das Sammelmaterial aus und auch der Erfolg macht zu schaffen. Das Projekt sei inzwischen so groß geworden, dass es für eine handvoll Ehrenamtliche in ihrer Freizeit nicht mehr ordentlich betrieben werden kann. „Wir waren bereits seit langer Zeit eigentlich dauerhaft im Einsatz, egal ob tagsüber in den Pausen, nach Feierabend, an den Wochenenden, Feiertagen oder auch im Urlaub“, so Deckel drauf e. V. „Leider ist nun der Punkt erreicht, an dem wir, auch aufgrund zwischenzeitlicher Veränderungen im Beruf und im Privaten, es einfach nicht mehr schaffen. Viele haben das in den letzten Wochen bemerkt, Bestellungen dauerten länger, Antworten blieben länger aus und der Facebook-Account wurde seltener aktualisiert. Bevor unser Projekt „schleichend“ irgendwie zu Ende geht, wollen wir es nun anständig und sauber selbst beenden.“

Deshalb wird nach der Rotary-Convention im Juni 2019 in Hamburg die Sammlung eingestellt. Bis Ende Juni werden Big-Bags, wie gewohnt bei Vorlage der Voraussetzungen und Erfassung eines Abholauftrages, von IDS abgeholt und zum Verwerter transportiert. „Lassen Sie uns bis dahin einen richtigen Endspurt hinlegen! Sammeln Sie Kunststoffdeckel von Getränkeflaschen und -kartons, wo immer sie Ihnen begegnen und füllen Sie viele Big-Bags! Die Abgabestellen können Sie auf unserer Homepage (http://www.deckel-drauf-ev.de/) abrufen.“

Foto: jarmoluk/Pixabay