Engagement für Hilfesuchende: Wenn aus Plüschsocken einzigartige Tröster werden

Sie sind mal blau, gelb oder bunt, mit oder ohne Flügeln – jedoch haben sie alle ein Ziel, sie möchten hilfesuchenden Menschen ein Tröster sein. Seelchen heißen die kleinen Püppchen, die Sonja Doll mit viel Leidenschaft näht und kostenlos zur Verfügung stellt.

Viersen/Steckenborn – Wenn sie eine Plüschsocke in den Händen hält ist Sonja Doll kaum noch zu bremsen, denn sie lässt aus den bunten Fußwärmern ganz besondere Püppchen entstehen. Seelchen heißen die kleinen Wesen, die in erster Linie für schwer erkrankte Kinder und Erwachsene genäht werden, aber mittlerweile auch anderen hilfesuchenden Menschen ein Tröster und Mutmacher sind. Die in Viersen geborene Ideengeberin selber hat in der Vergangenheit nicht immer Glück mit ihrer Gesundheit gehabt und möchte nun andere unterstützen. Menschen, die sich häufig alleine fühlen in ihrer Situation, sind die Seelchen ein Freund, ein besonderer Vertrauter.

Die Idee der Initiatorin war lange gereift, im Dezember 2018 dann wurde sie Wirklichkeit. Seitdem liest man gerade in dem sozialen Netzwerk Facebook immer häufiger von den „Seelchen mit Herz“ zu denen sich eine Gruppe gegründet hat und auch das regionale Radio ließ sich einen Besuch bei Sonja Doll nicht nehmen. „Jeder der ein Seelchen mit Herz benötigt, kann der dazugehörigen FB-Gruppe beitreten und dort nach einem Seelchen fragen“, so Sonja Doll, die mittlerweile einen großen Teil ihrer freien Zeit den Seelchen schenkt. „Das Schöne ist, die Seelchen, welche sich durch Sachspenden tragen, sind für die Empfänger absolut kostenlos. Da ist es egal ob jemand für seine an Alzheimer erkrankten Verwandten fragt oder für sein zum Teil schwer erkranktes Kind.“

Jedes Seelchen ist ein Unikat und wird mit einem kleinen persönlichen Brief an seinem Bestimmungsort geschickt. Umso mehr freut sich Sonja Doll über Sachspenden, Kontakt zu ihr lässt sich über die Gruppe aufnehmen in der sich mittlerweile auch einige Mitstreiter zusammengefunden haben die anderen Menschen eine Freude machen wollen. Nicht immer eine leichte Aufgabe, denn mit den Seelchen erfährt die Gruppe auch mehr über das persönliche Leid jedes Einzelnen und die wachsende Kälte in unserer sich immer weiter entfremdenden Gesellschaft. (Claudia-Isabell Schmitz)

Foto: privat