Erfolgsmodell aus Süchteln macht Schule: StäB ist gefragt

StäB ist ein Erfolgsmodell, da ist sich das Fachteam der LVR-Klinik Viersen einig. Die Stationsäquivalente psychiatrische Behandlung (StäB) ist vor über einem Jahr an den Start gegangen. Damit gehörte die Klinik in Süchteln zu den Pionieren – und das nach wie vor.

Viersen-Süchteln – „Wir konnten neue Gruppen von Patientinnen und Patienten erreichen, die wir mit dem stationären Angebot unserer Klinik nicht ansprechen können.“ Das sagt Victor Hugo Post. Der Facharzt ist Teil des StäB-Teams, zu dem außerdem Pflegekräfte, ein Ergotherapeut, eine Psychologin, Mitarbeitende des Pflege- und Erziehungsdienstes, eine Sozialarbeiterin und eine Case-Managerin gehören. Pflegedienstleiterin Hanna Monheimius ergänzt: „Fester Teil des Teams sind zudem zwei Genesungsbegleiterinnen.“ Hierbei handelt es sich um so genannte „Ex-Ins“, also therapieerfahrene ehemalige Patientinnen – eine Begegnung auf Augenhöhe also mit niedrigen Barrieren.

Zu den neuen Gruppen, die jetzt mit StäB erreicht werden, gehören z.B. alleinerziehende Mütter oder pflegende Angehörige, die sich häufig wegen ihrer Verpflichtungen nicht für längere Zeit stationär behandeln lassen möchten. Selbst dann, wenn es dringend nötig wäre für eine Besserung und Heilung. Genau hier setzt StäB an. Dabei werden die Patientinnen und Patienten nicht in der Klinik, sondern im häuslichen Umfeld behandelt. Das kann das eigene Zuhause sein, aber auch bspw. ein Wohn-, Pflege-, oder Altenheim.

Das multiprofessionelle Team kann maximal fünf Personen gleichzeitig behandeln. „Der Bedarf ist aber durchaus größer, weshalb es wünschenswert ist, dass die Stationsäquivalente psychiatrische Behandlung weiter ausgebaut werden kann“, bilanziert Hanna Monheimius und ergänzt: „Wichtig ist, dass ein solches Team bestens harmoniert und aus wirklichen Fachleuten besteht – das ist bei uns der Fall.“

Zu den Fachleuten von StäB der LVR-Klinik Viersen gehört auch Sven Kornwinkel. In seiner Funktion als Ergotherapeut besucht er die Patientinnen und Patienten regelmäßig. Aus seiner Erfahrung weiß er, dass die Erkrankten das Angebot zu schätzen wissen. „Wenn sie selbst bemerken, dass sie davon profitieren und dass es ihnen von Schritt zu Schritt bessergeht, werden sie offener und auch selbstbewusster.“

Zu den Krankheitsbildern, die vornehmlich im Rahmen von StäB behandelt werden, gehören vor allem Depressionen und Persönlichkeitsstörungen, aber auch psychotische Störungen. Bei akut Suchterkrankten greift das Angebot nicht. Das Stäb-Team aus Viersen hat innerhalb kürzester Zeit ein organisiertes Modell auf die Beine gestellt, das sich zu dem entwickelt hat, was man geplant hat – zu einem Erfolgsmodell, das als ein wichtiger Baustein die Behandlung der LVR-Klinik Viersen zukunftsfit gestaltet.

KONTAKT: Wer sich über StäB und die Möglichkeit einer Behandlung informieren möchte, kann sich melden unter Ruf 02162/ 96-4093 (werktags 8-16 Uhr) oder via mail an rkvie.staeb@lvr.de

Ein regelmäßiger Austausch ist ein wichtiger Bestandteil in der Arbeit des Stäb-Teams. Foto: LVR-Klinik Viersen