Erster Schritt zur möglichen Katzenkastrationspflicht erfolgreich

Der Antrag der FDP für eine Katzenkastrationspflicht in Viersen hat im Ordnungs- und Straßenverkehrsausschuss für Diskussionen gesorgt. Während SPD und FürVie gegen die rechtliche Prüfung einer solchen Pflicht zur Eindämmung der Kittenflut stimmten, setzte sich die FDP mit der Unterstützung der anderen Parteien zumindest in der ersten Stufe des Antragsverfahrens durch.
Von RS-Walter Henning

Viersen – Bereits seit Langem stehen die Tierschützer im Kreis Viersen am Rande ihrer Möglichkeiten, denn fast täglich werden Kitten von freilebenden Katzen gefunden. Häufig sind sie abgemagert, unterernährt und krank. Dennoch ist es schwierig genaue Zahlen vorzulegen und genau diese Problematik hatte im vergangenen Jahr dazu geführt, dass eine kreisweite Kastrationspflicht nicht zustande kam, der Kreis Viersen allerdings unterstützt aktuell die Tierschützer mit einem Zuschuss zu den Kastrationsaktionen. Bürokratisch gibt es ohne Zahlen keinen Bedarf – ein Problem, welches auch in Viersen dem Zustandekommen einer solchen Pflicht entgegenstehen könnte. Hierbei übersehen die Entscheider, dass der Bedarf an Kastrationsaktionen von wildlebenden Katzen hoch ist, aber die ehrenamtlichen Tierschützer und auch die Tierärzte nicht die Kraft, die finanziellen Möglichkeiten und Möglichkeiten haben um noch mehr Katzen aufzunehmen bzw. zu kastrieren. Trotzdem beharrt die Bürokratie auf den Zahlen der bei Weitem nicht ausreichenden Kastrationen und beachtet nicht die tatsächlichen Zahlen freilebender Katzen.

„Die ortsansässigen Tierschutzvereine machen wiederholt auf die kritische Lage und die Verwahrlosung von Freigängerkatzen aufmerksam. Immer mehr freilaufende und wilde Katzen streifen durch Deutschland und auch durch Viersen. Die Tierheime und Tierschutzvereine sind restlos überfüllt und müssen häufig sogar einen Aufnahmestopp verhängen“, so der FDP-Antrag. „Auch die wildlebenden Tiere selbst sind großem Leid ausgesetzt, da ihnen im Falle von Krankheiten oder Verletzungen meist keine tierärztliche Hilfe zuteilwird. Daneben gefährden der schlechte Allgemein- und Gesundheitszustand durch die Übertragung von Krankheiten auch die Tiere der ordentlichen Tierhalter.“

Aussagen, die bei der Viersener SPD kein Gehör fanden und die den Antrag als nicht entscheidungswürdig, eher als Papiermonster, sah. Ebenfalls der SPD-Ausschussvorsitzende Heinz Plöckes wollte den Zwang einer solchen Kastrationspflicht nicht mittragen, weshalb sich die SPD, ebenso wie die Partei FürVie, gegen den ersten Schritt im zweistufigen Antragsverfahren stellte. Dennoch sahen die anderen Parteien zumindest das Erfordernis die rechtliche Situation prüfen zu lassen, um dann weiter über den Antrag entscheiden zu können. Mit der Ausarbeitung einer Vorlage durch die Verwaltung kann vor der weiteren Abstimmung zudem ein Blick auf den von der CDU erbetenen Kostenfaktor ebenso geworfen werden, wie auch auf eine mögliche Katzensteuer, über die bereits vor einigen Jahren beraten wurde.

Der Antrag der FDP umfasst die Kennzeichnung mittels Tätowierung oder Mikrochip ebenso wie die Kastration. Dabei würde diese Regelung ebenfalls alle Katzenhalter betreffen, die freilaufenden Katzen regelmäßig Futter zur Verfügung stellen. Zuchtkatzen könnten auf Antrag von der Kastrationsreglung ausgenommen werden. Um die aktuelle Problematik auf lange Sicht einzudämmen und schließlich völlig beenden zu können, sei die Kastrationspflicht für alle freilebenden Katzen unerlässlich, so die FDP. Erfahrungen zur Entscheidungsfindung bringt ein Blick nach Willich mit sich, denn dort wurde bereits eine solche Verordnung erlassen. (wh)

Foto: Notfelle Niederrhein