EU-gefördertes Euregio-Projekt – „Fietsallee am Nordkanal“ wird aufgewertet

Alle Anliegerkommunen in Deutschland und den Niederlanden sind sich einig: Die „Fietsallee am Nordkanal“ bietet ungenutztes touristisches Potential.

Viersen/Region – Deshalb haben sie gemeinsam eine Qualitätsoffensive gestartet, um die grenzüberschreitende Fahrrad-Themenroute wieder verstärkt ins Bewusstsein der Radtouristinnen und -touristen zu rücken. Erster Schritt ist eine Gesamtbestandsaufnahme, die zu 50 Prozent aus EU-Fördermitteln finanziert wird.

Die touristische Radroute folgt dem Verlauf des einst von Napoleon Bonaparte geplanten „Grand Canal du Nord“ auf einer Strecke von 100 Kilometern – 50 Kilometer auf deutscher und 50 auf niederländischer Seite.
Rund 11 Kilometer liegen auf Viersener Stadtgebiet. Der Fachbereich Stadtentwicklung sowie der Bereich Stadtmarketing und Tourismus des Fachbereichs Wirtschaftsförderung der Stadt Viersen arbeiten Hand in Hand, um diese wichtige Fahrradroute durch Viersen auf den neuesten Stand zu bringen. Dies geschieht in enger Kooperation mit den anderen Anliegerkommunen Neuss, Kaarst, Korschenbroich, Willich, Mönchengladbach, Grefrath, Nettetal, Straelen, Venlo, Peel en Maas und Nederweert sowie den weiteren Partnern, Rhein-Kreis Neuss, Kreis Viersen und Niederrhein Tourismus. Das Routebureau Noord- en Midden-Limburg mit seiner Expertise für radtouristische Infrastruktur und Digitalisierung der Routen koordiniert als zentraler Ansprechpartner in den Niederlanden die grenzüberschreitende Abstimmung.

Projektziel ist ein Maßnahmenkatalog zur Verwirklichung einer einheitlichen bautechnischen und einer ergänzenden digitalen Infrastruktur. Die bislang verbindenden Elemente der „Fietsallee am Nordkanal“ – prägnante Markierungsstelen, Bodenmarkierungen, Infotafeln und Rastplätze – sind rein analoger Natur. Doch gerade die Möglichkeiten der Digitalisierung, die sich seit dem Zeitpunkt der ursprünglichen Planungen vor 20 Jahren signifikant weiterentwickelt haben, bieten in den Augen aller Beteiligten große Chancen und Entwicklungsperspektiven, um neues Interesse bei Zielgruppen jeden Alters zu wecken. Für den ersten Schritt zur Weiterentwicklung, die Gesamtbestandsaufnahme, hat die Euregio Rhein-Maas-Nord eine fünfzigprozentige Anteilsfinanzierung bewilligt.

Das Projekt Gesamtbestandsaufnahme läuft seit Juli 2020 und noch bis zum 28. Februar 2021. Dabei dokumentiert das Ingenieurbüro VIA per Rad und Kamera problematische Strecken, Gefahrenpunkte sowie Markierungs- und Ausschilderungsmängel. Parallel untersuchen die Projektpartner die verkehrstechnischen und städtebaulichen Entwicklungen im Hinblick auf Berührungspunkte mit der Routenführung. Beide Untersuchungsinhalte bilden gemeinsam die Ausgangsbasis für einen euregional abgestimmten Maßnahmenkatalog. Ein Folgeprojekt zur Umsetzung von qualitätssteigernden Maßnahmen ist in Vorbereitung.