EU plant kein Verbot von Kunstrasen-Sportplätzen

Die Europäische Kommission plant, anders als in einigen Medien berichtet, kein Verbot von Kunstrasenplätzen und arbeitet auch nicht an einem solchen Vorschlag. Hierzu hat die Europäische Kommission eine Klarstellung herausgegeben.

Nachrichten/Region – „Der Rasen ist das Herzstück eines Fußballvereins und gerade Kunstrasen sind für lokale Vereinigungen eine Mammut-Investition. In Nordrhein-Westfalen haben wir über 18.000 Sportvereine und ich selbst kenne viele davon, die sich ihren Kunstrasen über Jahre hinweg hart erkämpft haben“, so Dr. Stefan Berger (CDU), MdEP aus dem Kreis Viersen. Richtig ist: Die Kommission prüft im Rahmen ihrer Kunststoffstrategie, wie die Menge an umweltschädlichem Mikroplastik in unserer Umwelt verringert werden kann. In diesem Zusammenhang führt die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) derzeit unter anderem eine öffentliche Konsultation dazu durch, welche Auswirkungen eine mögliche Beschränkung des Einsatzes von Mikroplastik-Granulat hätte, das unter anderem als Füllmaterial für Kunstrasen genutzt wird.

„Klar ist“, so Dr. Berger weiter, „der Erhalt unserer Umwelt für die nachfolgenden Generationen ist eine der zentralen Zukunftsherausforderungen, die wir zügig und nachhaltig angehen müssen – dazu gehört auch die Reduzierung von Mikroplastik. Sportvereine tragen aufgrund ihrer gesundheitlichen und sozialen Bedeutung jedoch eine wichtige Rolle in der Gesellschaft und sollten nicht die Leidtragenden einer möglichen Beschränkung des Kunststoff-Granulats sein. Meine klare Forderung ist daher, vollen Bestandsschutz der vorhandenen Kunstrasen zu garantieren, bis eine finanzierbare und ökologische Alternativlösung besteht, die von den lokalen Sportvereinen mitgetragen werden kann.“

Die Chemikalienagentur ECHA wird der Europäischen Kommission im Frühjahr 2020 ihre Ergebnisse vorlegen. Parallel läuft auch eine umfassende Folgenabschätzung der Europäischen Kommission. Die Kommission wird im kommenden Jahr prüfen, ob die Bedingungen für eine Beschränkung für Mikroplastik im Rahmen der REACH-Verordnung erfüllt sind. Eine Beschränkung könnte ein Verbot sein oder auch andere Vorgaben, um die umweltschädlichen Auswirkungen von Mikroplastik zu minimieren. Sie könnte auch Übergangsbestimmungen beinhalten, um sicherzustellen, dass betroffene Akteure genug Zeit haben, sich an neue Vorgaben anzupassen.

Natürlich sei sich die Europäische Kommission der wichtigen Rolle bewusst, die Sportplätze bei der Förderung von körperlicher Bewegung, Gesundheit und sozialer Integration in der gesamten EU spielen. Bei der Ausarbeitung ihres Vorschlags will die Kommission sicherstellen, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen sowohl wirksam sind, um die Freisetzung von Mikroplastik zu verringern, als auch verhältnismäßig mit Blick auf die gesellschaftlichen Auswirkungen. Die Konsultation der ECHA ist öffentlich. Beiträge können noch bis 20. September 2019 eingereicht werden.