Evangelischer Kirchenkreis Gladbach-Neuss startet Solidaritätsaktion mit Künstlern

Bei diesem Lockdown finden sich die Kirchen in einer besonderen Situation: Gottesdienste dürfen weiterhin stattfinden. Kunst- und Kulturveranstaltungen dagegen sind untersagt. Der Ev. Kirchenkreis Gladbach-Neuss will ein Zeichen der Solidarität setzen und stellt 10.000 Euro zur Verfügung, mit denen Gemeinden die Honorare von Kunstschaffenden bezahlen können, die in den Gottesdiensten auftreten.

Mönchengladbach/Neuss – „Wir sind uns bewusst, dass die Kirchen eine Sonderrolle einnehmen und rufen zur Solidarität mit den Kunst- und Kulturschaffenden auf, denen im November jede Auftritts- und Verdienstmöglichkeit fehlt“, erklärt Superintendent Pfarrer Dietrich Denker. Die Gemeinden können für die Gottesdienste im November Künstlerinnen und Künstler verpflichten und ihnen ein Honorar zahlen. Pro Gottesdienst werden Honorarkosten von bis zu 250 Euro durch den Kirchenkreis erstattet. Inhaltliche Vorgaben gibt es nicht: Die Einbindung von Musikern in den Gottesdienst ist ebenso möglich wie von Schauspielern, bildenden oder Performance- Künstlern. In den Gemeinden stößt die Aktion auf große Resonanz, erste Kunstprojekte wurden bereits angekündigt.

Schon am kommenden Samstag, den 7. November 2020 wird in der Ev. Hauptkirche in Rheydt ein ganz eigenes Zeichen gesetzt: statt der Orgelmusik zur Marktzeit um 11.30 Uhr wird Schweigen herrschen. Kunst- und Kulturschaffende der Stadt versammeln sich im Altarraum, um zu demonstrieren, wie still es im Land ohne Kultur wird. „Auch die Orgel wird eine halbe Stunde schweigen“, sagt Kantor Udo Witt, Initiator der Aktion. Im Anschluss findet die Mittagsandacht statt. Auch in der Citykirche am Alten Markt wird um 12 Uhr anstelle der Marktmusik eine Solidaritätsaktion stattfinden. „Wir wollen dadurch, dass wir der Stille Raum geben, einen Akzent der Solidarität setzen“, sagt Pfarrer Christoph Simonsen, Leiter der Citykirche.