Facettenreiche Kunst lockte in den Lyzeumsgarten

Am Sonntag lud erneut die viersen°openart in den Lyzeumsgarten zwischen Festhalle und Hauptstraße ein. Über dreißig Künstler und viele Besucher ließen sich von dem Regen nicht abhalten den Tag zu genießen.
Von RS-Redakteurin Ebru Ataman

Viersen – Die Kunstwerke waren gut geschützt, nur die Musik musste ausfallen am vergangenen Sonntag bei der mittlerweile sechsten viersen°openart, die Kunstliebhaber in den Lyzeumsgarten lockte. Der Regen war für die Kabel einfach zu gefährlich, deshalb war es musikalisch ruhig, was den Flaniergenuss zwar nicht störte, doch nur wenige blieben um bei einem Wein des nahegelegenen Händlers „La Cava“ zu verweilen.

Wer sich dennoch mit Regenschirm und wasserdichten Schuhen bewaffnet hatte, dem eröffnete sich vielfältige Kunst in facettenreichen Darstellungen. Hier wurden die Farben nicht nur auf die traditionelle Leinwand aufgebracht, auch der natürlich Körper wurde verschönert, wie die Bodypainting-Künstlerin Susanne van Zeeland mit ihrem Model Tabea Brefeld gekonnte zeigte, vor deren Pavillon die Gäste gerne stehen blieben um der kunstfertigen Arbeit zuzusehen. Rund fünf Stunden brauchte die Blumenwiese, die mit Malerei und Airbrush entstand und doch so vergänglich ist, wenn das Model am Abend nach Hause kommt.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Ebenfalls ausgefallen und ein Anziehungspunkt die Werke des Viersener Künstlers Sascha Fei. „Marana Huna“ heißen seine Werke. Der Begriff stammt aus dem Polynesischen und bedeutet „Verstecktes Licht“.

Die Spiralen und Dreiecke (Pintaderas) gehen zurück auf alte Petroglyphen der Guanchen – jedes ist ein Unikat. Geboren und aufgewachsen ist der Künstler zwar in Viersen, wanderte allerdings 2003 auf die Kanaren aus und ging dort nicht nur seinem Hobby, dem Wellenreiten, nach, sondern entdeckte auch seine künstlerische Ader. „Bei einem Besuch Lanzarotes sah ich das berühmte Wahrzeigen, den Timanfaya-Teufel und ich fragte mich, wie dieser wohl beleuchtet aussieht“, so Sascha Fei. „Die Idee zu meiner Lichtkunst war geboren. Angeregt durch diesen Besuch begann ich mich mit kanarischer Geschichte, Kultur und Kunst zu beschäftigen. Besonders die Pintaderas zogen mich in ihren Bann.“

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Wer nicht nur zuschauen wollte, der blieb am Pavillon der Kreativwerkstatt von Susanne Löhnig „Mal-ORT-Werk“, die an der Petersstraße in Viersen ansässig ist. Hier konnte jeder sein künstlerisches Können entdecken. Faszinierend auch die Fotografien des Viersener Foto-Künstlers Daniel Borberg.

„Seit 1997 bin ich leidenschaftlich der Fotografie verloren und habe an den ersten Kursen in der VHS Herne teilgenommen, danach einige Workshops beim Altmeister Werner Köntopp. Schwerpunkt analoge S/W Fotografie und Laborentwicklung belegt. Von 1998 bis 2003 war ich Mitglied im S/W Fotoclub „Fotogilde“ in Herten“, so die persönliche Info zu dem Künstler der Gruppe „VIE 82“. „Durch die digitalen Möglichkeiten erstelle ich am liebsten surreale Welten und Composing, um Gefühle und Fantasien in Werke zu verpacken. Eine Aussage und/oder sprechende Werke sind für mich wichtiger als technisch perfekte Fotoarbeiten.“

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Ebenfalls ein Anziehungspunkt die Bürgergalerie, bei der jeder die Möglichkeit hatte Werke zum Thema „Blumenmeer“ einzureichen, die zugunsten des Kinderschutzbundes versteigert wurden. Unter den Künstlern fanden sich so bekannte Namen wie Marina Hammes (Bürgermeisterin a. D.), Michael Willemse (Vorstand Volksbank Viersen) oder Vanessa Fuß (amtierende Bezirksschülerprinzessin der Schützen). (ea)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming