Fachkonferenz zur Integration junger Geflüchteter in den Arbeitsmarkt

Nur zusammen kann Integration gelingen. Das war die klare Botschaft einer Fachtagung über die Integration Geflüchteter in Ausbildung und Arbeit. Der Einladung des Kommunalen Integrationszentrums des Kreises Viersen waren über 100 Teilnehmer gefolgt.

Sind sich einig, dass Integration in den Arbeitsmarkt nur gemeinsam gelingen kann: (v.l.) Moderator Hans Wietert-Wehkamp (Institut für soziale Innovation), Alexander Christ (Bundesinstitut für Berufsbildung), Jadranka Thiel (Ministerium für Kinder, Familien, Flüchtlinge und Integration NRW), Katarina Esser (Sozialdezernentin Kreis Viersen), Claudia Walther (BertelsmannStiftung), Rolf Göbels (Westdeutscher Handelskammertag). Foto: Kreis Viersen

Viersen/Kreis Viersen – „Die allermeisten Geflüchteten wollen so schnell wie möglich arbeiten. Auch für unsere Wirtschaft und die Gesellschaft sind der zügige Beginn einer Ausbildung oder die Aufnahme einer Arbeit wichtige Ziele“, führte Sozialdezernentin Katarina Esser in das Thema ein.

Als eine von elf Kommunen beteiligte sich der Kreis Viersen deshalb an dem Projekt der BertelsmannStiftung „Ankommen in Deutschland“. Das Ziel: die Zusammenarbeit aller Beteiligten verbessern und optimal aufeinander abstimmen. Rund 30 Organisationen im Kreis brachten sich in das Projekt ein.ie Integration in den Kreis Viersener Arbeitsmarkt ganz konkret gelingen kann, zeigte eine Talkrunde am Nachmittag. Eine wichtige Voraussetzung ist, dass Arbeitgeber und Geflüchtete Zeit und Willen mitbringen – so die häufige Erkenntnis.

Zu der Vielzahl guter Beispiele zählt Semir Asefaw, der Auszubildender der Vortmann GmbH in Schwalmtal ist. „Hier herrscht einfach eine tolle Arbeitsatmosphäre“, sagt Asefaw. „Wenn man irgendetwas nicht verstanden hat, dann nimmt sich jeder hier die Zeit, dir was zu erklären.“ Inzwischen spricht der angehende Elektroniker fließend Deutsch und kann auch komplexe Sachverhalte problemlos verstehen. „Das war ein Experiment, ob er in der Berufsschule klarkommt“, gibt Unternehmens-Chef Norbert Vortmann zu. „Aber er ist klargekommen.“ Vortmann ist inzwischen mutiger geworden. Er erhöhte die Zahl der Lehrlinge von fünf auf neun. Darunter sind drei neu Zugewanderte.
Das Kommunale Integrationszentrum will auch weiterhin die Akteure von Integration an einen Tisch bringen. „Die erfolgreiche Zusammenarbeit wird fortgesetzt“, kündigte Sozialdezernentin Esser an.
Das Kommunale Integrationszentrum hat 14 gelungene Beispiele von Integration in den Arbeitsmarkt des Kreises Viersen zusammengetragen. Die Broschüre trägt den Titel „Ankommen im Kreis Viersen – Wege in Arbeit und Ausbildung“ und kann beim Kreis kostenlos bezogen werden.