Fachkräfte-Nachwuchs im Bäckerhandwerk

Den erfolgreichen Abschluss der Ausbildung feierte jetzt der Nachwuchs im Bäckerhandwerk der Region. In der Hausbrauerei Schmitz-Mönk in Willich-Anrath wurden neun Bäckerinnen und Bäcker sowie 13 Fachkräfte im Verkauf losgesprochen.

Region/Willich – Den offiziellen Teil übernahm der stellvertretende Obermeister Erich Lehnen. Er beglückwünschte die frischgebackenen Gesellen und Gesellinnen zur bestandenen Prüfung. Dann sprach er sie nach alter Tradition von den Pflichten der Ausbildung los und erhob sie feierlich in den Gesellenstand. Zum verdienten Beifall trugen auch Heike Höltken, stellvertretende Landrätin des Kreises Viersen, Martin Stiller, Dezernent des Rhein-Kreises Neuss, und Marc Peters, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Niederrhein, bei.

„Sie haben sich für Verantwortung entschieden – egal, ob Sie Brot backen oder verkaufen“, sagte Heike Höltken. Die stellvertretende Landrätin erinnerte daran, dass das Bäcker-Handwerk eines der ältesten Handwerke in Deutschland sei und eines der vielfältigsten. „Wir haben in unserem Land eine einzigartige Brotkultur, es gibt 3.000 verschiedene Brot- und Gebäckformen.“

Auch Dezernent Martin Stiller hob hervor, dass die neuen Fachkräfte im Bäckerhandwerk einen besonderen Beruf gewählt haben: „Sie versorgen täglich Ihre Mitbürger mit Brot und Backwaren. Es gibt in Deutschland rund 10.000 Meisterbetriebe mit rund 240.000 Angestellten. Und auch Ihre Ausbildung ist ein höchst wichtiger Schritt gegen den Fachkräftemangel. Deshalb mein Dank an alle, die sich um Ausbildung bemühen.“

Als Jahrgangsbester bei den Bäckern wurde Aaron Böbs aus Willich ausgezeichnet. Der 22-Jährige hatte bereits eine Ausbildung als Koch abgeschlossen. Dann kam Corona, und das Restaurant, in dem er arbeitete, musste für einige Zeit schließen. Er wollte die Auszeit mit Sinn füllen. „Ich habe in dem Sterne-Restaurant auch selber gebacken und wollte das in dieser Zwangspause durch eine Bäckerlehre vertiefen“, sagt Böbs. Er bekam eine Ausbildungsstelle bei Claudia und Thomas Greis in Willich. Künftig wird der Jahrgangsbeste weiter als Koch arbeiten. Zweitbester des Jahrgangs wurde Miri Majnishta aus Mönchengladbach (Ausbildungsbetrieb Axel Bähren, Mönchengladbach), Dritte ist Louisa Hendker aus Krefeld, die im elterlichen Betrieb gelernt hat.

Die beste Prüfung bei den Fachkräften im Verkauf legte Lukas de Bell aus Krefeld ab. Der 23-Jährige hatte zunächst eine Ausbildung als Maler und Lackierer begonnen. „Ich habe dann aber gemerkt, dass das für mich nicht das Richtige ist. Ich brauche Menschen um mich herum und den Kontakt mit ihnen.“ Sein Ausbildungsbetrieb, die Büsch GmbH mit Sitz in Kamp-Lintfort und mehreren Standorten auch in Krefeld, hat ihn jetzt als Fachverkäufer übernommen. „Ich möchte zunächst weitere Berufserfahrung sammeln“, sagt de Bell. Zweite ist Jaqueline Biesek aus Neuss (Büsch GmbH), Dritte wurde Jessica Imdahl aus Grefrath (Fellmann GmbH, Grefrath).

Ausgezeichnet mit der bronzenen Medaille und der Urkunde der Handwerkskammer für ihre besonderen Verdienste wurden Martina Petry und Volker Schieber. Petry wurde aus Anlass ihres Ruhestandes als Lehrerin am Berufskolleg Glockenspitz in Krefeld offiziell verabschiedet. Sie war dort für den Ausbildungsberuf Fachverkäufer/in im Lebensmittelhandwerk zuständig. Im Prüfungsausschuss der Innung bleibt sie ehrenamtlich noch bis 2025 tätig. Volker Schieber wurde geehrt, weil er sich seit inzwischen 25 Jahren ehrenamtlich als Gesellenbeisitzer im Prüfungsausschuss der Bäcker einsetzt. (opm)

Über den erfolgreichen Abschluss der Ausbildung freute sich der Nachwuchs im Bäckerhandwerk bei der Lossprechungsfeier der Niederrheinischen Bäcker-Innung.
Foto: Kreishandwerkerschaft