Fällung der Blutbuche im Casinogarten: BUND Stadt und Kreis Viersen fordert unabhängige Prüfung

Der BUND Stadt und Kreis Viersen hatte sich in der Vergangenheit intensiv für die Blutbuche im Casinogarten eingesetzt, wodurch der Status eines Naturdenkmals vergeben wurde. Nun soll sie fallen, denn der Baum sei durch einen Pilzbefall nicht mehr standsicher. Weder fachlich noch inhaltlich sieht die Natur- und Tierschutzorganisation die Fällung begründet und fordert die Prüfung eines unabhängigen, vereidigten Sachverständigen.
Von RS-Redakteurin Ebru Ataman

Viersen – Die Blutbuche, die neben dem Bouleplatz im Casinogarten ehrfürchtig ihre Krone in den Himmel reckt, hat erst vor einigen Jahren den Status eines Naturdenkmals erhalten und wurde hierdurch von einer Fällung verschont. Doch nun haben die zuständigen Behörden bereits im Spätsommer einen Pilzfruchtkörper am Stammfuß der Blutbuche entdeckt. Der sogenannte Riesenporling sei ein Anzeichen für eine Schädigung, der den die Standsicherheit des stolzen Baumes gefährdet eine Fällung nach sich zieht. Gefällt werden soll er voraussichtlich am 30. Oktober, hierzu allerdings meldet sich nun der BUND Stadt und Kreis Viersen zu Wort. Dieser hatte sich für die Eintragung als Naturdenkmals eingesetzt, spricht von fehlender Transparenz und fordert die Prüfung durch einen unabhängigen, vereidigten Sachverständigen.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

„Es ist sehr bedauerlich und für uns nicht nachvollziehbar, dass entschieden wurde, die als landschaftsprägendes Naturdenkmal geschützte Blutbuche im Casinogarten Viersen jetzt fällen zu lassen“, so Horst Meister für den BUND Viersen und Mitglied im Naturschutzbeirat des Kreises Viersen. Der BUND verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass weder Stadt noch Kreis im Vorfeld mit der Natur- und Tierschutzorganisation ein Gespräch gesucht haben. Hinzu käme, dass die in der herausgegebenen Pressemeldung veröffentlichten Informationen nicht von Transparenz zeugten. „Die Behörden stellen zwar eine Schadens-Diagnose vor, aber diese wird weder fachlich noch inhaltlich im Einzelnen begründet. Nicht erklärt wird auch, ob die Verantwortlichen ihren Pflichten zum Schutz dieses Naturdenkmals, und wie dann im Einzelnen, regelmäßig und einem Naturdenkmal angemessen, nachgekommen sind“, ergänzt Meister und fragt weiter: „In welchen Abständen und wie intensiv im Einzelnen haben die Verantwortlichen in den zurückliegenden Jahren Baumprüfungen an dieser Blutbuche vorgenommen und mit welchen Ergebnissen im Einzelnen? Der Hinweis auf eine „vermutliche“, von außen nicht sichtbare Zerstörung der Blutbuche zeugt nicht von besonderem Fachwissen.“
Der BUND Stadt und Kreis Viersen fordert deshalb den Stopp der in der nächsten Woche geplanten Fällung und die Prüfung eines unabhängigen, vereidigten Sachverständigen, der umfassend und im Einzelnen die Krankheitssymptome dieser Blutbuche könnte um vielleicht sogar Möglichkeiten aufzeigen zu können, wie das Naturdenkmal erhalten werden könnte. (ea)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming