Fast wie Woodstock in Mönchengladbach-Neuwerk

Nostalgie ließ grüßen mit einem Spektakel in der Krahnendonkhalle – der Anlass war dagegen eher traurig.

Foto: Martin Häming

Mönchengladbach – Der bekannte Musiker Charly Terstappen wurde vor einigen Wochen seiner Existenz beraubt und stand vor dem Nichts. Doch es gab Freunde, gute Freunde, die ihn unterstützen wollten mit einem Benefizkonzert mit Musikern, die bereitwillig und kostenlos für Charly spielen wollten. Musiker, die ihn irgendwann für längere oder kürzere Zeit in seinem langen Musikerleben begegnet sind. In der vergangenen Woche war es soweit, als sich pünktlich bereits am frühen Nachmittag die Tore Krahnendonkhalle in Mönchengladbach-Neuwerk öffneten. Der Start gehörte der Big Band der Musikschule „Musik Today“ aus Mönchengladbach, in der Terstappen Schlagzeug-Unterricht gibt, danach ging es Schlag auf Schlag.

Moderator Jörg Becker begrüßte die zahlreichen Zuschauer, gab die Bühne frei für ein Feuerwerk der Spielkultur. Ob es der Gitarrenvirtuose Paddy Zimmermann, die charismatische Sängerin Sandra Kozlik oder der Teufelsgeiger Manni Neumann von Farfarello war, alle hatten Spaß – und nicht nur die Zuschauer. Es hatte teilweise etwas vom Woodstock-Feeling. Zuschauer, die als Eintritt eine Spende geben konnten und Musiker saßen in den Pausen draußen auf dem Rasen und genossen das traumhafte Wetter, eventuell eine Nuance zu warm, aber das tat der guten Stimmung keinen Abbruch während drinnen ein Akt den nächsten jagte. Immer wieder neue Künstler, die nicht nur ein Programm abspulten, sie wollten begeistern und das gelang.

Leo Lietz von den Lords spielte deren Songs „Poor Boy“ oder „Gloryland“ und die Halle kochte über. Lietz animierte das Publikum zum Mitsingen und der Saal tobte. Den Abschluss bildete das Westernhagen-Double Mariuzz und das Publikum ließ sich nochmals mitreißen, bevor der Abend sein Ende fand. Jörg Becker bedankte sich beim Publikum und den anwesenden Künstlern mit den Worten: „So hart wie es klingt, man muss den Einbrechern eigentlich danken, sonst hätte es dieses fantastische Konzert nie gegeben.“ Organisator Oliver Prochnau als Höhepunkt die Spenden-Drum an Charly Terstappen, der noch einige rührende Worte an alle Anwesende sprach. Nicht wenige sagten im Anschluss: „Der Tag hat das Zeug zur Legende …!“ (Jürgen Meis)

Foto: Martin Häming