FDP: Kinderbonus der Bundesregierung erweist sich als Mogelpackung

Einmalig erhalten Eltern 300 Euro pro Kind. Für Alleinerziehende werden die Freibeträge verdoppelt – so hat es die Bundesregierung beschlossen und ein umfangreiches #Konjunkturpaket auf den Weg gebracht. Die FDP-Bundestagsfraktion verweist auf eine Mogelpackung, denn der #Kinderbonus wird mit der nächsten Steuererklärung verrechnet.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Familie – „Der Kinderbonus aus dem Konjunkturpaket erweist sich leider als Mogelpackung“, so Christian Dürr, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion und Leiter des Arbeitskreises für Haushalt und Finanzen. Durch das gerade beschlossene Konjunkturpaket sollen Eltern 300 Euro pro Kind erhalten, gestaffelt über drei Monate je 100 Euro pro Kind, doch wird dieser Betrag in der nächsten Steuererklärung verrechnet.

„Für einen Teil der Eltern bedeutet das, dass er Kinderbonus nur in Teilen oder gar nicht wirklich bei ihnen ankommt, sondern am Ende des Jahres direkt wieder abgezogen wird“, erläutert Dürr weiter. „Dies betrifft besonders Eltern, die beide Vollzeit arbeiten gehen. Wir finden, das ist ungerecht und eine Irreführung der Eltern.“

Ebenfalls Grigorios Aggelidis, der familienpolitische Sprecher der FDP-Fraktion bemängelt die Entscheidung: „Der Kinderbonus soll zwar nicht auf die Grundsicherung angerechnet, dafür aber mit dem steuerlichen Kinderfreibetrag verrechnet werden. Wenn der Familienbonus aber eine Anerkennung der besonderen Belastung von Familien durch die Corona-Krise sein soll, muss er gerade denjenigen zugutekommen, die Homeoffice, Kinderbetreuung und auch Beschulung unter einen Hut gebracht haben. Alles andere wäre unfair“, sagt Aggelidis. „Union und SPD sollten ihre Pläne daher nachbessern. Der Respekt für Eltern darf nicht selektiv sein. Und er darf auch nicht einmalig sein.“

Ebenfalls der Sozialverband VdK hat den Kinderbonus kritisiert und darauf hingewiesen, dass dieser „wie ein Strohfeuer verbrennen“ würde. Wer echte finanzielle Sorgen hätte, dem würden 300 Euro nicht helfen. Allerdings ist die Steuerlast der Sonderzahlung auch von dem jeweiligen Einkommen abhängig. Der Bund der Steuerzahler hat berechnet, dass Familien mit einem Kind und einem zu versteuernden Jahreseinkommen ab 86.000 Euro nicht mehr von dem Kinderbonus profitieren, bei zwei Kindern ab einem Jahreseinkommen von 90.000 Euro. (nb)