FDP-Kreisvorstand trifft Club der Altstadt-Wirte

„Wir halten durch, bis zum Schluss!“ Drei junge Gastronomen der Mönchengladbacher Altstadt, Hauke Jakob, Ugur Bilgic und Cem Akay, geben sich den Vertretern des FDP-Kreisvorstands gegenüber kämpferisch. Die Gastronomie am Alter Markt sei nach wie vor stabil. Sobald Corona-Verordnung und Wetter es zuließen, werde die Außengastronomie öffnen.

v.li.: Andreas Terhaag, Peter König, Hauke Jakob, Ugur Bilgic, Cem Akay – Text/Foto: FDP-MG

Mönchengladbach – Dann berichten sie, dass sie bereits zwei Mal wegen der Schließungen das komplette Lager entsorgen mussten, jedes Mal 30 bis 40 Fässer Bier, je Fass ca. 100,00 EUR. „Letztes Jahr musste erstmalig Hopfen entsorgen werden.“ Das habe es bisher noch nie gegeben. „Das Personal ist auch größtenteils weg. Gerade die geringfügig Beschäftigten warten nicht, bis wir irgendwann wieder öffnen.“, fügt Cem Akay hinzu.

Peter König, FDP-Bundestagskandidat, sieht die hohen finanziellen Einbußen und stellt fest „Die Unterstützung der Gastronomie ist etwas ins Hintertreffen geraten.“ Die Gastronomen bemängeln, dass die finanziellen Hilfen vom Land nur schleppend ankämen, und sie ihre private Altersvorsorge bereits mit einfließen ließen. „Seit fünf Monaten haben wir keine Einnahmen mehr, die Diskothekenbesitzer, wie Ugur Bilgic mit seinem „Gräfen“ seit bereits 13 Monaten nicht mehr.“, so Hauke Jakob, Vorsitzender des Clubs der Wirte, und Ugur Bilgic fügt hinzu, „dass es unter Umständen keine Diskotheken und Bars mehr gibt, wenn die Pandemie vorbei ist.“ Derzeit arbeiten viele der Gastronomen angestellt in Unternehmen, um über die Runden zu kommen.

Andreas Terhaag, Kreisvorsitzender und Abgeordneter im NRW-Landtag, sagt zu, sich um die Förderungen zu kümmern: „Hier muss die Politik nachbessern und Konzepte für die Gastronomie erarbeiten.“

Bezüglich der öffentlichen Förderungen sei allerding ein Ärgernis, dass bei jedem Unternehmer, der darauf zurückgreifen muss, ein Eintrag in Schufa und Creditreform erfolge.  Die Kreditwürdigkeit leide, auch wenn man nicht vor der Insolvenz stehe.

Die Beschlüsse der Ministerkonferenzen sind für die Wirte unrealistisch. Entscheidungen von Monat zu Monat seien im Gastgewerbe nicht planbar. Wir gehen jetzt erstmal davon aus, im August wieder öffnen zu dürfen.“, so Cem Akay. Ulgur Bilgic wäre darüber froh. Sein „Gräfen“ werde für den Rest des Jahres sicherlich geschlossen bleiben. „Wir fühlen uns schon im Stich gelassen. So langsam lässt die Motivation nach.“, fügen die Gastronomen hinzu.

Ob die Stadt der Gastronomie helfen könne, will Andreas Terhaag wissen. Die Stadt habe sie letztes Jahr gut unterstützt, indem sie auf die Gebühren für die Außengastronomie verzichtet habe, teilen die Wirte mit. Auch das Ordnungsamt sei hilfsbereit gewesen, da die Situation viele neue Herausforderungen mit sich brachte.

Ein Konzept hat der Club der Wirte erarbeitet, wie eine ganzjährige Außengastronomie für alle aussehen kann. Es beinhaltet mehrere Optionen mit Kostenaufstellungen und bereits ein Feuerwehrkonzept. Hochwertige Sonnenschirme, die mit einem integrierten Heizsystem auch als Wetterschutz fungieren, sollen abends durch entsprechende Beleuchtung eine angenehme und gemütliche Atmosphäre schaffen.

Eine erstklassige Bestuhlung und höhenverstellbarer Windschutz stehen ebenfalls auf dem Plan. Überhaupt dürften Außenbestuhlungen in Zukunft ein wichtiger Bestandteil von Gastronomie und Hotellerie werden.

„Mönchengladbach hat sich weiterentwickelt, der Ruf ist gut, auch für die Altstadt.“, sind sich die Gastronomen einig. Viele Aktionen haben sie bereits durchgeführt, z. B. Sommerfeste, Frühjahrsputz auf der Waldhausener Straße oder die Lampenschirm-Aktion, damit sich die Menschen auch bei Dunkelheit in der Altstadt wohl fühlen.

Der „Club der Wirte“ besteht bereits seit über 10 Jahren. Gertrud Müller, FDP-Kreisvorstandsmitglied, interessiert die heutige Organisation. Knapp 20 Gastronomen und Hoteliers gehören zum Club. Die Zusammenarbeit sei sehr gut, man helfe sich gegenseitig, Missgunst käme nicht auf, so Hauke Jakob. Man habe bereits viel in Digitalisierung investiert, um bei der Eröffnung die Corona-Maßnahmen umzusetzen. So gäbe es beispielsweise QR-Codes auf den Tischen. Ugur Bilgic setzte im „Gräfen“ bereits vor der Pandemie Codes auf Bildschirmen ein, damit alle Gäste registriert werden.

Trotz der derzeitigen Ärgernisse und Enttäuschungen – Optimismus und den Idealismus für das Gastronomiegewerbe haben sich alle drei erhalten. „Wir wollen nur unseren Alltag zurück und arbeiten.“ Zum Schluss kommt ein Dankeschön: „Gut, dass die Politik Interesse hat und die Wirte nicht vergisst.“ Mut und eine große Portion Zuversicht– bewundernswert!

Ein Kommentar

  1. Durch die Pandemie stehen viele vor einem Kollaps, und selbst die Regierung steht davor, denn Sie hat keine Firma und kein Einkommen. Können nur Ausgeben was Steuerzahler abgeknöpft wird. Es ist schon soweit das selbst die Regierung nicht genüge zu Verfügung mehr hat und immer neue Neuverschuldungen auf Kosten der Steuerzahler machen und jetzt sag mal wer soll das Tragen?
    Sicher die Jugend und das wird schön, denn als ich Arbeiten ging, hatte man nicht mal 20% Abzüge vom Lohn und Heute 52 bis 54 % Abzüge. Jetzt sagt mir mal einer 20 Jahre weiter werden wohl die heutige Teens 75 bis 80 % Abzüge ist dann keine Seltenheit. Alle wollen was haben und keiner möchte geben Gaben!
    ,,Der Erfinder der Notlüge liebte den Frieden mehr als die Wahrheit“, von James Joyce

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