FDP setzt sich für eine Katzenkastrationspflicht in Viersen ein

Immer häufiger treffen Kommunen die Entscheidung für eine Katzenkastrationspflicht, denn Tierheime und Tierschutzvereine werden der Situation um wildlebende und verwilderte Hauskatzen kaum noch Herr. Tierschützer, darunter die Notfelle Niederrhein, fordern eine solche Maßnahme bereits seit Langem, bisher ohne Erfolg. Nun startet die FDP-Fraktion den Versuch einer Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für die Stadt Viersen.
Von RS-Redakteur Walter Henning

Viersen – Die Zahlen sind erschreckend: Ausgehend von einer ausgesetzten, herrenlosen und verwilderten Katze, die zwei Mal im Jahr Junge bekommt und von denen pro Wurf nur drei Jungtiere überleben, kann nach zwei Jahren von 42 Tieren ausgegangen werden. Nach vier Jahren sind es über 2.000 Tiere, nach sechs über 100.000 Tiere, nach acht fast fünf Millionen Tiere. Zahlen, die die Tierschützer durch Kastrationsaktionen versuchen einzudämmen und trotzdem werden immer mehr Jungtiere gefunden. Häufig am Rande der Kraft, abgemagert und krank – kurz davor ein schmerzhaftes und elendiges Ende zu finden.

Bereits seit vielen Jahren fordern Tierschützer deshalb eine Kastrationspflicht, unter den Befürwortern finden sich auch die Notfelle Niederrhein e. V. Immer wieder wurde diese Forderung abgeschmettert, nun wagt die Viersener FDP-Fraktion einen Vorstoß und beantragt die Einführung einer Satzung zur Kastrations- und Kennzeichnungs- bzw. Registrierungspflicht für freilaufende Katzen.
Der Antrag umfasst die Kennzeichnung mittels Tätowierung oder Mikrochip ebenso wie die Kastration. Dabei würde diese Regelung ebenfalls alle Katzenhalter betreffen, die freilaufenden Katzen regelmäßig Futter zur Verfügung stellen. Zuchtkatzen könnten auf Antrag von der Kastrationsreglung ausgenommen werden.

„Die ortsansässigen Tierschutzvereine machen wiederholt auf die kritische Lage und die Verwahrlosung von Freigängerkatzen aufmerksam. Immer mehr freilaufende und Wilde Katzen streifen durch Deutschland und auch durch Viersen. Die Tierheime und Tierschutzvereine sind restlos überfüllt und müssen häufig sogar einen Aufnahmestopp verhängen“, so FDP-Fraktionsvorsitzender Stefan Feiter. „Auch die wildlebenden Tiere selbst sind großem Leid ausgesetzt, da ihnen im Falle von Krankheiten oder Verletzungen meist keine tierärztliche Hilfe zuteilwird. Daneben gefährden der schlechte Allgemein- und Gesundheitszustand durch die Übertragung von Krankheiten auch die Tiere der ordentlichen Tierhalter.“ Um diese Problematik auf lange Sicht einzudämmen und schließlich völlig beenden zu können, sei die Kastrationspflicht für alle freilebenden Katzen unerlässlich. Erfahrungen zur Entscheidungsfindung bringt ein Blick nach Willich mit sich, denn dort wurde bereits eine solche Verordnung erlassen.

Ob der Antrag überhaupt weiter verfolgt und die rechtliche Lage geprüft werden soll, darüber entscheidet der Ordnungs- und Straßenverkehrsausschuss in seiner Sitzung am 8. Oktober ab 18.00 Uhr. Zuhörer sind im Cambridgeshire-Zimmer im Forum am Rathausmarkt herzlich willkommen und sicherlich hilfreich, wenn sie die Dringlichkeit für Viersen untermauern wollen. (wh)

Foto: Notfelle Niederrhein