FDP-Viersen beantragt Fortführung der Beratungen zum Tiefensammler

Voraussichtlich eine zeitliche Verzögerung von fünf Monaten und 2,8 Millionen Euro Mehrkosten für die Gebührenzahler waren im vergangenen Herbst bekannt geworden, nachdem beim Projekt Tiefensammler Risse in Rohrelementen entstanden waren. Die FDP-Fraktion hatte hierzu eine Prüfung beantragt, die Beratungen darüber waren jedoch verschoben worden.

Viersen – Die FDP-Fraktion im Rat der Stadt Viersen beantragte im September vergangenen Jahres die Beauftragung eines unabhängigen Gutachters zur Prüfung, ob die von der NEW angezeigten Mehrkosten von ca. 2,8 Millionen Euro für die Fertigstellung des Tiefensammlers durch eine fachlich und wissenschaftlich korrekte Planung durch die NEW oder durch die von der NEW beauftragten Fachbüros auszuschließen gewesen wären. Gleichzeitig sollte eine auf Schadensansprüche spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei beauftragt werden, die das Gutachten begleiten und die Vertreter im Rat zu den Ergebnissen informieren und zu den daraus folgenden möglichen Reaktionen beraten sollte. Der Sachverhalt wurde in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschuss am 28.09.2020 und in der Ratssitzung am 06.10.2020 kontrovers diskutiert und der Beschluss zu unserem Antrag abschließend vertagt. Nun beantragt die FDP-Viersen die Fortführung der Beratung und Beschluss.

„Wir wurden über die technischen Probleme beim Bau des Tiefensammlers und die mit der Behebung begründeten Mehrkosten von ca. 2,8 Millionen Euro von Herrn Bley, Vorstand der NEW, mit dem uns vorliegenden PowerPoint-Vertrag und durch weitere Gutachten im September des letzten Jahres mit Daten versorgt. Bereits in den Beratungen zu diesem Thema in haben wir unser starkes Befremden ausgedrückt, dass wir, die Bürgerinnen und Bürger in Viersen, auf den Mehrkosten durch den Schaden „sitzen bleiben“ sollen“, so FDP-Fraktionsvorsitzender Stefan Feiter. „Herr Bley trug vor, dass von einem Gutachter, der von der NEW beauftragt worden ist, festgestellt worden sei, dass „das Aufschwimmen von Vortriebsrohren unter Grundwasser … bislang ein weitestgehend unbekanntes Phänomen ist…“. Daher wäre hier kein Verschulden durch die NEW bzw. Dritte beauftragte Ingenieurbüros und Firmen festzustellen. Mit dieser Aussage/Feststellung waren wir bereits in der Sitzung nicht zufrieden. Nach einer kurzen Internetrecherche befürchten wir jedoch, dass die technischen Mängel beim Sammlervortrieb technisch zu vermeiden gewesen wären.“

Da wiederholt die Gründungen der Einstiegsschächte mit dem Einsatz von Industrietauchern verbunden war und es bereits beim ersten Schachtbauwerk wegen des Eindringens von Grundwasser beim Einsatz des Bohrkopfes „Andrea“ zu wochenlangen Verzögerungen gekommen war, sei das Problem des Grundwassers doch wohl kein neues und somit unbekanntes Problem. Mittlerweile hätten sich ergänzend zu den bereits genannten Argumenten nach eingehender Prüfung der FDP mit fachlicher Unterstützung Dritter weitere Feststellungen und Gründe ergeben:

„a) Die vom Sachverständigen als primäre Ursache der Rohrrisse vermuteten Inhomogenitäten im Boden waren vorab bekannt und hätten bei der Bauausführung berücksichtigt werden müssen.
b) Es gibt Hinweise darauf, dass mit der Außen-Schmierung des Bohrkopfes und der Rohre etwas nicht stimmte. Ein starker Reibungsanstieg und die vom Sachverständigen als ursächlich für die Risse angesprochenen vertikalen Lageveränderungen waren spätestens ab dem 30. April deutlich erkennbar, ohne dass darauf reagiert worden wäre. Erst nach Auftreten der Risse wurden die Schmierungsparameter angepasst. c) Der Sachverständige weist auf die Möglichkeit hin, dass der Stützdruck der Bohrung nicht adäquat eingestellt war und dies ursächlich für die Probleme war.
d) Einer der eingesetzten Dehner war defekt.“

Quelle: FDP-Viersen/wh


Tiefensammler verzögert sich um weitere fünf Monate

Ein Kommentar

  1. Es wird in Viersen nicht anders laufen als in Berlin beim Bau u.a. des BER:
    Die fachlich und politisch Verantwortlichen sind von den Problemen völlig überrascht….!
    Verantwortung übernehmen und Konsequenzen sind Fremdwörter.
    Zahlen müssen und werden es die Bürger.
    Eigentlich alles wie immer im Ländle…..!!!

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