Felix. Weinbar & Restaurant startet am Freitag

An der Rektoratstraße im ehemaligen Bit-Stübchen werden die letzten Handgriffe vorgenommen. Weinflaschen finden ihren Platz, Stühle werden zurechtgerückt, die letzten Steckdosen montiert. Am Freitagmorgen erfolgt die endgültige Abnahme. Bereits am Abend öffnet die neue Location, welche mit einer besonderen Weinauswahl sowie ausgesuchten Speisen etwas Neues und Frisches in Viersen anbietet.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen – Der „Kneipencharakter“ ist Vergangenheit an der Rektoratstraße 2 – 4, wo über lange Zeit hinweg das Bit-Stübchen das Stadtbild prägte. An diese Stelle tritt ab Freitagabend die neue Location Felix. Weinbar & Restaurant mit einem frischen und modernen Look, die wieder Leben in die seit vier Jahren leerstehenden Räume bringt. Die hellen Eichenholztische fertigte der Viersener Schreiner Jonas Stappen, sie ergänzen die samtbezogenen Muschelsitze. Seit gut zwei Monaten wurde der Innenbereich neu gestaltet, damit sich die Gäste rundum wohlfühlen, wenn sie aus dem umfangreichen Angebot der rund 160 Weine auswählen oder sich ein gutes Bier mit oder ohne Genuss aus der Küche bestellen.

Hinter dem Namen steht ein Trio bekannter Viersener, die passenderweise Kopf, Herz und Hand des neuen Angebotes verkörpern. Inhaber Marc Tappiser (34) steht dabei als Kopf eher lieber im Hintergrund und kümmert sich um den administrativen Part, während Felix Milstrey (30) als Geschäftsführer und Herz der Weinbar hinter der Theke seinen Charme spielen lässt und der gelernte Koch Stefan Scherer (31) als Küchenchef zaubert, was auf der Speisekarte landet.

Hinter dem Namen steht ein Trio bekannter Viersener, die passenderweise Kopf, Herz und Hand des neuen Angebotes verkörpern. Foto: Rheinischer Spiegel

Ein junges Team, welches ebenfalls eine junge, 10-köpfige und erfahrene Crew ausgewählt hat. Schließlich gibt es viel zu tun, denn für Freitag können sie bereits stolz „ausgebucht“ verkünden, Samstag und Sonntag sind nur noch wenige Plätze frei. „Die letzten Wochen waren ein wenig anstrengend“, lacht Marc Tappiser. „Wir haben das ja erst vor einigen Wochen entschieden. Die meisten sagen, so ein Restaurant braucht drei bis sechs Monate – wir waren uns einig, das muss auch in sechs Wochen gehen.“


Geöffnet ist das Felix. Weinbar & Restaurant dienstags und mittwochs von 18.00 bis 22.00 Uhr, donnerstags bis sonntags 12.00 Uhr bis 15.00 Uhr sowie 18.00 bis 22.00 Uhr. Reservierungen unter 02162 8900092.


Die Idee selbst ist allerdings viel früher entstanden, als Stefan Scherer und Marc Tappiser sich darüber unterhielt, dass man ja eigentlich ein Restaurant eröffnen müsste um die Gastronomielandschaft in Viersen zu unterstützen. Dieses Jahr hatten dann alle drei irgendwie Zeit und Lust und man griff den Traum wieder auf. „Ich glaube, wir ergänzen uns da alle hervorragend“, ergänzt Tappiser. „Felix steht an der Theke. Er ist Name, Gesicht und Gastgeber, während Stefan in der Küche das Sagen hat.“

Die große Auswahl der Weine ist ein besonderes Merkmal, denn im näheren Umkreis ein solch umfangreiches Angebot zu finden ist nicht leicht. Die Weinauswahl hat Tappiser in Absprache mit Felix Milstrey getroffen, der gerade erst seine Kenntnisse als Sommelier gefestigt hat. Gemeinsam mit Carlo Peitzker (24), der zweite Sommelier im Team, werden sie den Gästen gerne bei allen Fragen rund um den edlen Tropfen zur Seite stehen.

Am Tisch wird zunächst eine kleine Weinkarte angeboten, für die zehn offene Weine ausgewählt wurden – wer möchte, kann sich aber mit der großen Weinkarte nach Spanien, Frankreich, Deutschland, Italien, Südafrika oder Österreich entführen lassen, auf der rund 50 Rotweine, 25 Schaumweine, Rosé und Weißweine aufgelistet sind.
Angesprochen auf seinen eigenen Lieblingswein schmunzelt Marc Tappiser und zeigt ohne zu zögern auf einen deutschen Weißwein. Angebaut an der Mosel ist der „Dr. Loosen Wehlener Sonnenuhr Riesling GG“ sein Favorit, während Felix Milstrey den „Chardonnay Grand Ardèche“ des Weingutes Louis Latour bevorzugt.

„Wir möchten eine ganz lockere Atmosphäre schaffen, in der sich jeder wohlfühlt“, so Felix Milstrey. Eine Weinbar, in der man neben dem Wein eben zudem einfach mal ein Bier an der Theke trinken kann. Foto: Rheinischer Spiegel

Und was machen die, die lieber ein Bier zum Essen trinken? Auch sie sind herzlich willkommen, denn auch wenn im Felix der Wein überwiegt, so lockt doch zudem ein Angebot italienischer oder spanischer Biere ebenso wie ein Urquell vom Fass oder ein bekanntes Füchschen Alt. Hierfür wurden gerade erst neue Leitungen verlegt. All dies wird am Tisch ebenso wie an der Theke angeboten und ergänzt von einer mindestens einmal im Monat wechselnden Speisekarte, die mit Tagesgerichten abgerundet wird und am Samstag immer um 12 Uhr mit Eintopf lockt. „Wie bei Oma früher“, lacht Marc Tappiser.

Sicherlich werden dann die vierzig Plätze schnell belegt sein, denn Küchenchef Stefan Scherer hat noch viele kulinarische Geheimnisse, die er gerne mit den Gästen teilen möchte. Seit fast fünfzehn Jahren steht der gelernte Koch an den Töpfen und weiß was den Gaumen kitzelt. Sein Lieblingsgericht auf der aktuellen Karte? Eigentlich alles! Nur zögerlich lässt er durchblicken, dass der geflämmte Wildlachs mit asiatischen Aromen zu seinen Vorlieben gehört. Da die Küche erst in dieser Woche angeliefert wurde, hatte er in den vergangenen Wochen viel in den privaten Küchen seiner Mitstreiter gezaubert, denn alle Gerichte wurden vorab natürlich getestet und genussvoll verkostet.

Für jeden ist etwas dabei und so startet das Felix zunächst als Eröffnungsmenü mit einer Vorspeise aus Wildlachs mit Edamame und Dashi oder Entenbrust mit Walnuss und Feldsalat, verführt dann mit einem Zwischengang, für den Linguine mit Trüffel und Parmesan ausgesucht wurden. Ihnen folgt ein Hauptgang mit Kabeljau, Steckrübe und Beurre blanc oder Ochsenbäckchen mit Sellerie und Gremolata, bevor ein Dessert aus Schokolade mit Orange und Biskuit den Start des neuen Restaurants abrundet. Auf der Hauptkarte selbst wird zudem Vegetarisches angeboten. „Wir möchten eine ganz lockere Atmosphäre schaffen, in der sich jeder wohlfühlt“, so Felix Milstrey. Eine Weinbar, in der man neben dem Wein eben zudem einfach mal ein Bier an der Theke trinken kann. (nb)