Feuerwehr Viersen stellt sich bei Waldbrandbekämpfung neu auf

Er ist klein und schnell. Er ist wendig und geländegängig. Der neue Wagen der Feuerwehr Viersen mit dem Kennzeichen VIE FV 804. Der Pick-Up ist ein echtes Mehrzweckfahrzeug. Seine Hauptaufgabe wird es sein, als Vorausfahrzeug bei entstehenden Waldbränden auszurücken.

Viersen – Die Feuerwehr Viersen hat sich intensiv mit den Fragen rund um Vegetationsbrände befasst. Die Situation der Stadt Viersen unterscheide sich grundlegend von der in Brandenburg oder auch in Brüggen. In Viersen werden die gefährdeten Bereiche intensiv von der Bevölkerung genutzt. Brände würden daher in der Regel schnell entdeckt und gemeldet. Die Erfahrungen des Jahres 2018 hätten gezeigt, dass insbesondere Großfahrzeuge mit mehr als 10 Tonnen Gewicht Schwierigkeiten hätten, jeden Ort zu erreichen.

Die Aufgaben des Vorausfahrzeugs, das zuerst an die Brandstelle fährt, übernimmt künftig ein Pick-Up auf Basis eines Ford Ranger. Das Fahrzeug kommt auf schmalen Wegen wie auf den Süchtelner Höhen schneller voran.
Außerdem ist es höher gebaut, mit Allradantrieb ausgestattet und geländegängig. Mit Hilfe eines Löschmoduls mit 400 Litern Wasser und eine Hochdruck-Löschanlage kann die zwei Mann starke Besatzung des Wagens rasch mit den Löscharbeiten beginnen. „Darüber hinaus“, ergänzte der stellvertretende Leiter der Feuerwehr Viersen, Hans-Jürgen Thevessen, „erkunden die Kräfte die Anfahrtswege für die nachrückenden Einheiten. Bei größeren Szenarien kümmern sie sich auch um die Frage, wie die Wasserversorgung aufgebaut werden kann.“ Bei hoher Waldbrandgefahr werde der Wagen zudem die Streifenfahrten übernehmen, die bisher ein geländegängiges Auto ohne Löschwasser an Bord übernommen habe.

Ingo Hartmann, Schirrmeister der Feuerwehr Viersen (am Fahrzeug) und Hans-Jürgen Thevessen, stellvertretender Wehrleiter – Foto: Staddt Viersen

„Uns war wichtig, schnell eine einsatzfähige Lösung zu haben“, sagte der für den Feuerwehrbereich zuständige Erste Beigeordnete Christian Canzler.
Nur vier Monate nach dem Entschluss, ein Vorausfahrzeug für die Waldbrandbekämpfung zu kaufen, sei der Wagen in Viersen eingetroffen. Der Vorführwagen in Feuerwehrausstattung wurde im Dezember 2018 erstmals zugelassen und erreichte die Gerberstraße mit rund 1000 Kilometern auf dem Tacho.

Die Löschanlage auf der Ladefläche ist ein spanisches Fabrikat. „Dort bestehen umfangreiche Erfahrungen mit solchen Szenarien“, ergänzte Canzler. „In Deutschland ist ein Fahrzeug dieser Art dagegen noch ein Exot.“ Das Grundkonzept habe sich in Iserlohn bereits bewährt, sei außerhalb Deutschlands weit verbreitet. „Auch Innenministerien und Städtetag empfehlen solche Systeme. Damit wird zurzeit in Deutschland weit vorne.“ Der Wagen wird der hauptamtlichen Wache an der Gerberstraße zugeteilt. Es sind auch Hauptamtler, die ihn vorwiegend fahren werden. Er wird als ergänzendes Element in die Abläufe eingebaut. Im Fall eines Feuers werden daher auf jeden Fall die hauptamtliche Wache oder freiwillige Kräfte der Feuerwehr Viersen ausrücken. Neben hauptamtlichen Feuerwehrleuten werden Kräfte der Löschgruppe Stadtmitte des Löschzugs Viersen an dem Fahrzeug ausgebildet. Die Löschgruppe bildet allgemein die ehrenamtliche Rückfallebene für die in der Hauptwache stationierten Sonderfahrzeuge.
Der Ford Ranger hat einen 160 PS starken Dieselmotor. Neben der Löschanlage gehören zu dem Löschmodul Feuerpatschen und ein Löschwasserrucksack mit Handpistole. Diese Ausstattung hat sich in südlichen Ländern bereits vielfach bewährt. Das Fahrzeug selbst kostete als Vorführwagen 35.000 Euro. Durch die technische Ausstattung samt des Löschmoduls liegen die Gesamtkosten knapp unter 100.000 Euro.

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