FKV begeisterte beim traditionellen Galaabend

Über ein volles Haus konnte sich das Fidele Kränzchen Viersen freuen. Die Gäste feierten bis spät in die Nacht, während der FKV ein unterhaltsames Programm aus Eigengewächsen und den Stars der großen närrischen Bühnen in der Festhalle präsentierte.

Viersen – Unter Jubel und Klatschmarsch wurde das Prinzenpaar der Narrenherrlichkeit Viersen empfangen, deren Einzug fast einer Prinzenproklamation glich. Eingespielt wurden sie traditionell vom Viersener Tambourcorps, der an diesem Abend direkt mit zwei Schellenbäumen auf der Bühne stand, denn Prinz Dirk II. hatte „zufällig“ noch einen Schellenbaum in einer Ecke seines Friseurladens gefunden. Doch sie waren an diesem Abend gemeinsam mit der Prinzengarde nur der zweite Programmpunkt, denn zwei Ehrungen eröffneten den Galaabend des Fidelen Kränzchens Viersen.

Helmut Völcker, Schatzmeister des Karnevalsverbandes Linker Niederrhein (KLN), vergab direkt zwei Mal die höchste Ehrung, den Verdienstorden in Gold. Marc Offermann (Hotti), seit 1994 im FKV und seit 2007 im Vorstand (aktuell 2. Vorsitzender) sowie FKV-Vorsitzender Michael Reiners, selber seit 1989 im FKV erhielten (zumindest die beiden) überraschend diese hohe Auszeichnung.
Bevor die Prinzengarde ihren aktuellen Sessionstanz auf der Festhallenbühne und vor dem ausverkauften Saal zum Besten gab, eroberte der Pfundskerl Kai Kramosta aus Köln die Bühne. Der gebürtige Eifelaner nahm fleißig die Dülkener aufs Korn und fand gekonnt die Unterschiede zwischen Dorf- und Stadtkindern, bevor dann auch die Politik mit der Ehe für alle oder die Wahlgepflogenheiten der Eifelaner dran war. Nicht auf dem Programm stand die Mundart-Band Kölschraum. Der Überraschungsprogrammpunkt war „vun Kopp bes Foß op Kölle enjestellt“, brachte den Raum mit Standing Ovations zum Jubeln und Mitsingen als es hieß: Dreimol Null es Null es Null, denn mer woren en d’r Kayjass en d’r Schull.

An sie knüpfte die FKV-Talentschmiede an, wobei der „Große Üw“, gespielt von Uwe Backes, ungünstig zur Stimmung eingebaut war. Die wachsende Unruhe im Raum führte dazu, dass der Redner, der den Weg zur Bühne gespielt angetrunken nutzte um dem Vorstand ein Bier zu entlocken, in den hinteren Reihen nicht mehr zu verstehen war. Die verhaltene Stimmung fand ihren Weg wieder beim anschließenden FKV-Männerballett bei dem die zehn Tänzer „aus Körpern Kunst machten“. Im schwarz-roten Outfit mit Netzstrumpfhosen, welches auch im Varieté Moulin Rouge einen Auftritt haben könnte, sorgten sie, musikalisch begleitet von DJ Kiwi, für laute Zugaberufe und ein begeistertes Pfeifkonzert. Sie bereiteten mühelos die Festhalle für das Trio Infernale vor. Aus diesem wurde in diesem Jahr ein Quartett, wobei Edi Tusch nicht mehr sang und sich als Moderator gekonnt durch den Auftritt arbeitete. Jochen Lazaridis und Markus Steinhäuser wurden dafür in diesem ergänzt vom Nachwuchssänger Stefan Scherer, der die Halle zum Kochen brachte. Der Neuling zeigte mit „Einer von 80 Millionen“, dass die nächste Generation sich sehen lassen kann. Vor dem legendären Bademantelfinale begeisterte die FKV-Jugend als Backstreet-Boys und Markus Steinhäuser auf einer Lokomotive über die Bühne kreisend mit „Auf dem Karussell fahren alle gleich schnell“ als Jürgen Marcus. Jochen Lazaridis fehlte dagegen zu Modern Talking ein Dieter Bohlen. Was wäre also passender gewesen als sich einen Darsteller in dem Publikum zu suchen, in welchem gerade ein Prinz die Haare schön hatte. Aus dem Prinz der Narrenherrlichkeit Viersen wurde so kurzerhand mit Perücke und Gitarre ein Programmakt für „Cheri, Cheri Lady“.

Nach der Pause flutete das Tanzcorps der Westerwaldsterne in blau-weiß die Bühne, für deren akrobatische Höchstleistungen mit Sprüngen und menschlichen Pyramiden die Festhallendecke fast zu niedrig war. Bevor die Comedians Willi und Ernst als nächster Programmpunkt die Lachmuskeln stark strapazierten eine weitere Überraschung, denn Tobias Prangenberg wurde für sein stetiges Engagement zum Ehrenmitglied des Fidelen Kränzchens Viersen ernannt. Bereits leicht mit der Zeit im Verzug beendeten den Abend die Ruhrgarde Mülheim von 1976 mit schnellen Kostümwechseln und einer kleinen Zeitreise sowie die Cover-Band mit Hätz & Siel, de Kloetschköpp aus dem kölschen Karneval.

Mit ihrem Lied der Narrenschau bedankte sich das Fidele Kränzchen bei ihren Gästen denen sie viel Freude gemacht haben. Für den FKV ging damit die zweite von drei Veranstaltungen zu Ende, denn am Sonntag hieß es abermals antreten für das FKV Fest der reiferen Jugend bei dem gewohnt nochmals in der Festhalle gefeiert wurde. (dt)

Foto: ik