FKV formte aus Klamauk und Musik eine mitreißende Galasitzung

Wenn das Fidele Kränzchen Viersen zu seinem Wochenende in die Viersener Festhalle einlädt, dann ist sicher, dass die Karnevalisten gerne kommen. So war erneut am vergangenen Samstag die Festhalle zum Bersten gefüllt und das Programm hielt, was es versprochen hatte – pure jecke Freude.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Viersen – Schon vor dem Einzug der Gesellschaft in Viersens guter Stube herrschte eine hervorragende Stimmung, die das Fundament für einen faszinierenden Abend legte. Die Karnevalsgesellschaft des Fidelen Kränzchens Viersen hatte bereits am Tag zuvor bewiesen, dass sie ihr Publikum begeistern kann, nicht anders sollte es bei der traditionellen Galasitzung sein.

Durch den Galaabend als Sitzungspräsidenten führte erstmals ein neues Duo aus dem eigenen Nachwuchs mit Maximilian Koehl (28), dem aktuell jüngsten Mitglied der Aktivitas, und Niels Hüneburg (30), der bereits vor drei Jahren erfolgreich mit rekordverdächten 27 Jahren auf die Kränzchenbühne getreten war. Lampenfieder im Scheinwerferlicht, das gab es bei den beiden nicht, die sich hervorragend ergänzten und zunächst die Verleihung des Hausordens an die eigenen Mariechen begleiteten, bevor sie das Viersener Prinzenpaar, umrahmt von der Prinzengarde, auf der erneut fantasievoll gestalteten Bühne willkommen heißen durften. Prinz Rudi I., deä Schwizzer Bub, ließ es sich nicht nehmen erneut an diesem Abend das Tanzbein mit der Garde in rot zu schwingen.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Danach eroberte Comedy-Redner Holger Müller als seine Kultfigur „Ausbilder Schmidt“ die Bühne. „Im Idealfall bist du selber intelligenter, als die Rolle, die du spielst“, so Holger Müller und der Idealfall war an diesem Abend eingetreten. Der Comedian verstand es gekonnt sein Know-how mit seiner Rolle als Ausbilder Schmidt in eine erfrischende Kombination aus Information und Entertainment zu verpacken.

Übrigens: Auf der ausgewaschenen, eng sitzenden, alten Bundeswehruniform stand früher tatsächlich „Müller“ gehörte sie doch dem älteren Bruder, einem Bundeswehr-Reservisten. Sein Publikum begrüßte er mit dem gebrüllten Spruch „Morgen, ihr Luschen!“ und ließ es strammstehen für den Auftritt der sich anschließenden Funky Marys. Die Damentruppe, die mittlerweile auf 17 Jahre Bühnenerfahrung zurückblicken kann, hat nichts an dem außergewöhnlich musikalischen Entertainment und der mitreißenden Bühnenperformance verloren haben.

Foto: Rheinischer Spiegel / Melanie Häming

Nicht weniger heizten die sowieso schon in bester Stimmung feiernden Gäste die eigenen Gewächse ein, denn wenn nicht jetzt, wann dann sollte es an diesem Abend Standing Ovations geben, als bei dem vereinseigenen Programmteil mit dem FKV-Männerballett, dem Sketch von Andre Hommes und Hans-Peter Ingmanns, den gekonnten Schritten des Jung-FKVs oder der stimmgewaltigen Darbietung von Jochen Lazaridis, Markus Seinhäuser und Stefan Scherer.

So durfte nicht nur gejubelt, sondern auch gelacht werden, als die Gäste von Livegesang auf eine Reise um die Welt entführt wurden – als sie Elton John oder Freddie Mercury lauschten, schmunzeln durften bei kommunalen Themen rund um den Tiefensammler, die Sanierung der Sirenen, Schultoiletten oder den Blitzer bei Obi, sportlich zur Champions League „informiert“ wurden oder zum Abschluss des ersten Teils vor der Pause schunkelnd in den kölschen Karneval mit „Die Liebe gewinnt“ eintauchten.

Foto: Rheinischer Spiegel/ Melanie Häming

Leider waren nach der Pause noch nicht alle Plätze wieder besetzt, als sich rot zu rot gesellte und die Mützen getauscht wurden mit den Kölsche Funke rut-wieß vun 1823 e.V., die die Bühne füllten und mit traditionellen Schritten den richtigen Hauch an Brauchtum mitbrachten, der die Herzen höher schlagen ließ, bevor dann Klaus & Willi für Lacher im passenden Moment sorgten. Auch in dieser Session schenken sich der Bauchredner Klaus Rupprecht und seine freche Affenpuppe Willi nichts, fanden genügend Anlässe sich gegenseitig „in die Pfanne zu hauen“ und schlossen auch gerne das Publikum mit in ihren Auftritt ein, bevor dann die Gentleman der Fauth Dance Company langsam aber sicher bereits das Ende des Abend mit ihren Tänzen einläuteten.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin  Häming

Bevor nämlich der Abend mit dem Gesang der Gesellschaft endete und die Narrenschau mit Lot mar jöcke jede noch so hinterste Ecke der Festhalle erreichte, wurde noch einmal gefeiert. Auf den Stühlen fand kein Hintern mehr Platz, denn es hieß die Hände gen Himmel zum Klatschen zu strecken, als die kölsche Band „Echte Fründe“ 111 % live, 111 % echt und 111 % Gefühl mitbrachten. „Stimmung, Hits un kölsche Tön“, diese Headline hat nach ihrer eigenen Aussage heute noch so viel Bestand wie vor über 33 Jahren, als sich die Band gründete. In Viersen wurde dies bestätigt von einem Publikum, das längst die Stimmbänder strapaziert hatte und dennoch die letzten Töne mobilisierte um dem FKV in einem breiten Konsens zu bestätigen: Wir kommen im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder. (cs)

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Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

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