Fleischer-Innung Niederrhein sprach Nachwuchskräfte los

Nachwuchs in einem Beruf, der Genuss verspricht: Im Restaurant „Tafelsilber“ in Tönisvorst sprach die Fleischer-Innung Niederrhein Krefeld-Viersen-Neuss jetzt die bisherigen Auszubildenden in den Berufen Fleischer und Fleischerei-Fachverkäufer aus den Kreisen Viersen und Neuss sowie aus der Stadt Krefeld los.

Niederrhein – Im Mittelpunkt standen 13 junge Menschen, die nicht nur wegen ihrer erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung strahlten. Sie freuten sich auch, weil sie für sich einen Beruf gefunden haben, der ihnen Spaß macht und der eine gesicherte Zukunft mit vielen Weiterbildungsmöglichkeiten bietet.

Das Fleischerhandwerk sei hochinnovativ, vielfältig und sinnvoll, sagte Thomas Tolk vom Berufskolleg Elly Heuss Knapp in Düsseldorf, wo die angehenden Fleischer den schulischen Teil der Ausbildung absolvieren. Leider sei der Beruf jedoch oft mit völlig veralteten und falschen Vorstellungen behaftet. „Viele Jugendliche denken beim Fleischer ans Schlachten. Dabei ist dies nur eine der sechs Wahlqualifikationen, aus denen die angehenden Fleischer zwei wählen“, erläutert Tolk. Die übrigen sind der Verkauf, die Herstellung von Gerichten, das Verpacken, das Herstellen besonderer Fleischerzeugnisse und der Veranstaltungsservice. Und da nur wenige Fleischereien noch selber schlachten, rücken die anderen Bereiche in den Vordergrund.

Obermeister Willi Schillings (3.v.l.) sprach die Nachwuchskräfte im Fleischerhandwerk im Beisein von Hans-Jürgen Petrauschke (Landrat des Rhein-Kreises Neuss, 4.v.l.) und Marc Peters, (Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Niederrhein, r.) los.
Foto: Kreishandwerkerschaft

Das bestätigt Nikolei Stieben: „Ich sehe meinen Beruf als eine Art Künstler. Man schafft neue Produkte, die allesamt ein Unikat sind“, erklärt der junge Geselle. Der 20-jährige Krefelder hat nach der Realschule seine dreijährige Ausbildung auf Gut Heimendahl in Kempen gemacht. Seine nächsten Ziele sind der Meister und danach ein Studium der Lebensmitteltechnologie.

„Die Ausbildung ist mehr als nur abwechslungsreich. Etwas, das viele gar nicht wissen“, berichtet Kim Baulig. Die Viersenerin schloss ihre Ausbildung zur Fleischerei-Fachverkäuferin als Jahresbeste ab. Nicht nur das Wissen über Fleisch von A bis Z mache den Beruf aus. Es seien unter anderem die Verkaufsgespräche, die Beratung und das Erstellen von Platten für den Eventbereich, die ebenfalls mit zum Beruf der Fleischerei-Fachverkäuferin gehören. Die 20-Jährige wurde in ihrem Ausbildungsbetrieb, der Zielke KG, übernommen. Demnächst möchte sie den Ausbilderschein machen. So kann sie das, was sie an ihrem Beruf liebt, auch anderen vermitteln. „Ich habe den richtigen Beruf für mich gefunden“, ist sich auch Saskia Kornadt (22) sicher.

„Es hat einen hohen Wert, wenn man sein Fach versteht. Das gilt insbesondere im Handwerk“, sagte Hans-Jürgen Petrauschke, Landrat des Rhein-Kreises Neuss. Er sprach den Fachkräftemangel an – viele Betriebe haben zurzeit offene Stellen. Auch im Fleischerhandwerk würden Auszubildende und Fachpersonal gesucht, betonte Obermeister Willi Schillings – eine Chance für junge Menschen. Schillings verwies an die Fleischer-Innung, die bei Fragen und Vermittlung gerne weiterhilft und auch Praktika vermittelt, bei denen Schüler einmal in diesen innovativen Berufsbereich hineinschnuppern können.