Flüchtlinge am Berufskolleg Viersen helfen in Zeiten von Corona

Schülerinnen und Schüler der Internationale Förderklasse nähen Schutzmasken für ihre Mitschüler und Lehrer, um die Organisation „Solidarität International“ zu unterstützen, die Spenden für die nötige Akuthilfe auf Lesbos sammelt.

Viersen-Dülken – In den Internationalen Förderklassen des Berufskollegs schlummern viele Talente. Das zeigt sich auch wieder in der derzeitigen „Corona-Lage“. Seit dem Anfang Mai darf die IFK92 wieder die Schule besuchen. Der Lerngruppe mit geflüchteten Jugendlichen war klar, dass sie in der aktuellen Situation irgendwie unterstützen wollen. Schnell kam die Idee, Schutzmasken für unsere Schule zu nähen. „Wir wollen, dass alle bestens ausgestattet sind. Es geht um die Gesundheit aller“, sagen die drei Schülerinnen und fünf Schüler.

Unter Einhaltung aller Schutz- und Hygienevorschriften nähen die Schülerinnen und Schüler nun Schutzmasken. Dass sie dies können, haben viele von ihnen bereits in der Projektwoche im Herbst gezeigt, sie können virtuos und sehr kompetent mit Nadel und Faden bzw. der Nähmaschine umgehen. „Es ist wirklich faszinierend mit wie viel Engagement die Schülerinnen und Schüler die Masken herstellen“, so Klara Günter und Christina Weinsheimer, die das Projekt hauptverantwortlich begleiten. Die Materialien wurden vom Kollegium der Schule, aber auch von dem Nähzentrum „Maxen“ in Viersen und dem Nähatelie r„Nählust“ von Beate Hirschfelder gespendet.

Foto: Berufskolleg Viersen

Das Projekt läuft jetzt seit einer Woche und es wurden schon über 100 Masken verkauft beziehungsweise vorbestellt. Die Klasse hat vor allem die Organisation „Solidarität International – Soforthilfe für die Flüchtlinge und die Bewohner der Insel Lesbos/Griechenland“ im Blick. Die Organisation sammelt Spenden für die nötige Akuthilfe – für Trinkwasser, Hygiene, alle notwendigen Sofortmaßnahmen und organisiert Sachspenden wie Nähmaschinen, Stoffe, Atemmasken. „Auch die Menschen dort brauchen in der schwierigen Zeit Unterstützung“, sagt Laura, eine Schülerin der IFK. „Wir haben uns vor Projektbeginn gemeinsam mit der Klasse Gedanken gemacht, welche Organisation wir unterstützen wollen und was auch zu den Geschichten der Schülerinnen und Schüler passen könnte“, erzählen Christina Weinsheimer und Klara Günter, die zuständig für den Bildungsgang Internationale Förderklassen sind.

Das Engagement und die vielen Vorbestellungen zeigen, dass das Projekt super ankommt. Die Masken werden für je zwei Euro verkauft. „Doch die meisten spenden direkt etwas mehr, sodass den Menschen auf Lesbos etwas mehr zugutekommt“, so Ruzbeh Kuhwand, Leiter der Abteilung Ausbildungsvorbereitung (zu der auch die Internationalen Förderklassen zählen) des BK Viersen.
Das Berufskolleg Viersen ist sehr stolz auf seine Schülerinnen und Schüler und hofft, in der kommenden Zeit noch einige Masken herstellen zu können.