Flughafen Düsseldorf: ver.di ruft die Beschäftigten der Abfertigung zum Streik auf

Nach der Entscheidung des Verkehrsministeriums NRW, das Abfertigungsunternehmen „Aviapartner“ am Flughafen Düsseldorf für die Abfertigung in den nächsten Jahren bei der Lizenzvergabe nicht zu berücksichtigen, sind 700 Arbeitsplätze gefährdet.

Düsseldorf – Der Gepäck- und Flugzeugabfertiger verweigert einen Tarifvertrag Sozialplan mit Abfindungen für die vom Arbeitsplatzverlust bedrohten Beschäftigten. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft daher die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gepäck- und Flugzeugabfertigers zu einem ganztägigen Warnstreik am Freitag, den 27. Januar 2023, von 03:30 Uhr, bis Samstag, den 28. Januar 2023, 03:30 Uhr, auf. Mit Flugausfällen und Flugverspätungen ist zu rechnen.

Die berufserfahrenen Beschäftigten der „Aviapartner“ werden nicht pauschal mit ihren jetzigen Bedingungen von den neuen Anbietern übernommen, sondern müssen sich auf ihre bisherigen Tätigkeiten neu bewerben und erhalten unsichere, teils befristete Jobangebote mit deutlich geringeren Einkommen.
ver.di hat „Aviapartner“ nach der Vergabeentscheidung zu Verhandlungen über einen Tarifvertrag Sozialplan aufgefordert. Nach dem ersten Verhandlungstermin lehnte „Aviapartner“ es ab, grundsätzlich über einen Tarifvertrag Sozialplan und Abfindungen zu verhandeln.

ver.di-Verhandlungsführer Marvin Reschinsky kritisiert: „Die Beschäftigten haben teils jahrzehntelang einen knochenharten Job am Flughafen geleistet und Gewinne erwirtschaftet. Nun sollen sie keine Abfindungen erhalten, um sich dann bei neuen Arbeitgebern für den gleichen Job am gleichen Flughafen mit weniger Einkommen auf befristete Arbeitsplätze zu bewerben. Dagegen wehren sich die Beschäftigten.“

Das Unternehmen „Aviapartner“ ist am Flughafen Düsseldorf Marktführer in der Gepäck- und Flugzeugabfertigung mit einem Marktanteil von rund 75 Prozent. Ab dem 1. April 2023 sollen diese Tätigkeiten von einem bereits aktiven Abfertigungsunternehmen und zwei neuen Abfertigungsunternehmen, die bislang kein Personal vorhalten, übernommen werden. ver.di bedauert die Entscheidung des Verkehrsministeriums NRW, da sie zu einer weiteren Verschärfung des Wettbewerbs auf Kosten der Beschäftigten führt und gleichzeitig die bereits angespannte Abfertigungssituation mit chaotischen Zuständen, wie im letzten Sommer, am Flughafen Düsseldorf verschärft.
„In Anbetracht dieser existenziellen Situation der Beschäftigten hoffen wir auf das Verständnis der Passagiere. Alle Beteiligten sind aufgerufen, eine gemeinsame Lösung zu finden, damit dem Flughafen und vor allem den Reisenden tage- und wochenlange Streiks erspart bleiben“, so Reschinksy. (opm/ver.di)

Ein Kommentar

  1. Verdi soll doch besser dazu stehen das der Reiseverkehr wenn es geht einfach wegen der Klimaziele Eingestellt werden müsste, ansonsten können wir die Werte nicht erreichen. Dann streikt Ihr noch wenn das Ende naht.
    Man kann das nicht fassen diese Wiedersprüche.

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