Kreta: Fodele – Wo „El Greco“ seine Wurzeln gehabt haben könnte

Auf der griechischen Insel Kreta lebt ein ganzes Dorf von dem Ruf der Geburtsort des berühmtesten Malers Griechenlands zu sein. Mittlerweile ist zwar bekannt, dass El Greco hier eher nicht geboren wurde, in dem kleinen Dorf Fodele finden Besucher dennoch das richtige Flair rund um den Ikonenmaler mit seinen häufig expressiven Werken.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Fodele/Kreta/Griechenland – Zwischen Rethymno und Heraklion, in einem grünen Tal sowie einem Bach mit klarem Wasser gelegen, bietet das Dörfchen Fodele eine ausgefallene Geschichte rund um den berühmten griechischen Ikonenmaler Domenikos Theotokopoulos, bekannter unter dem Namen „El Greco“. Rund 500 Einwohner zählt Fodele, in welchem die Orangenbäume, von denen die Einheimischen früher lebten, noch immer die Umgebung prägen.

Irgendwie allerdings kam findigen Ideengeber die Eingebung, das Dorf als Geburtsort des verehrten Malers zu vermarkten, denn zu dieser Zeit war eben dieser noch nicht gesichert – heute gehen die Historiker davon aus, dass El Greco 1541 in Heraklion geboren wurde.

Fodele/Kreta – Foto: Rheinischer Spiegel

Nichtsdestotrotz fand man in Fodele passend ein heruntergebranntes Haus am Stadtrand und präsentierte es kurzerhand als „DAS“ wahrscheinliche Geburtshaus des Künstlers. Hinzu kam ein Museum in direkter Nachbarschaft rund um das Leben des Malers mit einem günstigen Eintritt und ebenfalls ein fast verwunschen gelegenes Kafenio siedelte sich an. Ein Stück weiter lockt zudem eine byzantinische Kreuzkuppelkirche. Souvenirs des Ikonenmalers dürfen dabei natürlich nicht fehlen und auch die Tavernen bieten die Möglichkeit ein wenig zu verweilen. 

Fodele/Kreta – Foto: Rheinischer Spiegel

El Greco (1541 – 1614) selbst gilt als der berühmteste Ikonenmaler Griechenlands. Seine Ausbildung zum Ikonenmaler erhielt er in Heraklion auf Kreta, wo er bereits als junger Mann zu einer Berühmtheit wurde. Mit 26 Jahren zog es ihn nach Venedig, wo Tizian selbst ihn unterrichtet haben soll, bevor er rund sechs Jahre in Rom verbrachte und dann im spanischen Toledo sesshaft wurde. Hier verblieb er von 1576 bis zu seinem Tode. Selbst Picasso soll Inspiration in den Werken des griechischen Malers gefunden haben. Seine Werke finden sich heute meist in spanischen Museen – es handelt sich dabei nicht nur um Ikonengemälde, wobei technisch und thematisch zahlreiche Parallelen zu finden sind. (nb) 

Fodele/Kreta – Foto: Rheinischer Spiegel