Freies WLAN und keine Hausaufgaben: Luca I. und Sophie I. brachten elf närrische Regeln mit

Mit dem Kinderprinzenpaar in Alt-Viersen wurde am Wochenende das erste Kinderprinzenpaar der Stadt proklamiert. Prinz Luca I. und seine Lieblichkeit Sophie I. kennen sich schon „us de Bütt“ – gemeinsam werden sie die kleinen Karnevalisten mit viel Spaß an der Freud durch die 5. Jahreszeit begleiten.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Viersen – Kleine Bienen, Blumenkinder und Mariechen eroberten die Bühne im Rahser Gürzenich, als der Roahser Büttenmarsch ertönte unter der Leitung von Michael Schiffer. Der kleine Jeckenchor eröffnete die diesjährige Kinderprinzenproklamation, lud zum Schunkeln ein und übergab das hervorragend gelaunte närrische Publikum an den Sitzungspräsidenten. Wolfgang Genenger führte nicht nur gekonnt charmant durch das Programm des Nachmittags, er durfte zunächst den neuen Hoppereiter, in diesem Fall allerdings eine ‚die‘ mit Lotte Heider, begrüßen, der zunächst ein wenig schüchtern wirkend, den Saal schnell unter Kontrolle hatte.

Mit einem solchen Nachwuchs müssen sich die Roahser Jonges zumindest keine Sorgen um das närrische Brauchtum machen und so reihte sich in die nächste Generation ebenfalls das noch amtierende Viersener Kinderprinzenpaar, Oskar I. und Greta I., mit der Prinzengarde ein. Ein letztes Mal flogen ihre Kamelle durch den Saal, während mit „ach wär ich nur ein einzig Mal, ein schmucker Prinz im Karneval“ die beiden ihren Abschied tapfer vollzogen. Aus der Prinzenmütze wurde ein Zylinder und noch einmal bewiesen die beiden, dass sie sich hervorragend ergänzten. „Wir reden nicht lang um den heißen Brei, unsere Regierungszeit ist nun vorbei“, so Oskar und Greta. „Wo wir auch aufgetreten sind, war aus dem Roahser dabei jedes Kind. Gerne sind wir mit dem großen Prinzenpaar einmarschiert und haben den Viersener Karneval präsentiert. Unvergesslich bleibt uns der Tulpensonntagszug, denn vom Kamellewerfen bekommen wir nie genug.“

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Das eine oder andere doch fließende Tränchen wurde schnell weggewischt, als dann die Tanzgruppe der Minis als „Blumenwiese“ unter der Leitung von Fabienne Mangold sowie Daniela Pelzer die Bühne stürmten und bevor sich die Karnevalisten erhoben, um Luca I. und Sophie I. Spalier zu stehen bei ihrem Einzug.

„Da simmer!“, riefen die beiden stolz durch den Notburgasaal, werden sie doch ein Jahr lang die kleinen Jecken in Alt-Viersen regieren. „Wir, die „Zwei Fründe us de Bütt“, stehen heute als Kinderprinzenpaar der Narrenherrlichkeit Viersen vor euch“, so Prinz Luca I., der sich gemeinsam mit seiner Lieblichkeit zunächst den Gästen vorstellte um dann die Bühne zur rocken: „Damit wir auch den Letzten hinter`m Ofen hervor locken!“ Ihre Proklamation wurde begleitet von den elf närrischen Regeln für die anbrechende Session und der Hoffnung, dass die Eltern freiwillig ihre Zimmer aufräumen oder die Schlafenszeiten bis Aschermittwoch für alle Kinder aufgehoben werden. Eine närrische Forderung zum Abschaffen der Hausaufgaben, Klassenarbeiten und Noten folgte ebenso, wie der Hinweis auf die kostenlose Ausleihe von Computerspielen in der Schulbibliothek – oder freies WLAN in ganz Viersen und kostenlosen Kinoabenden in der Festhalle, natürlich nicht ohne Popcorn, Chips und Limo. Den Abschluss machte die Voraussage, dass Borussia Mönchengladbach sich darauf vorbereiten darf als deutscher Meister die Tabellenspitze weiterhin zu belegen – der Jubel war groß, die Freude noch größer.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Glückwünsche kamen traditionell nicht nur von den Vereinen, die gerne zur Kürung des Kinderprinzenpaares gekommen waren, ebenfalls das große Prinzenpaar der Narrenherrlichkeit mit Rudi I. und Fabienne I., begleitet von der Viersener Prinzengarde, sowie die Kinderprinzenpaare aus Dülken und Süchteln, allerdings beide noch in Lauerstellung, sprachen gerne ihre Gratulationen und Segenswünsche aus.
Die abwechslungsreiche Proklamation fand ihr Ende am späten Nachmittag mit dem karnevalistischen Medley, dem Auftritt der Crazy Kids, dem Sketch der Jugend und dem Roahser Tanzpaar, bevor gemeinsam mit dem Büttenmarsch-Lied noch einmal geschunkelt wurde und der närrische Chor ein letztes Mal für diesen Tag dreemoal „Ramm di Bamm“ erschallen ließ. (cs)

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Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming