Freiwillige Feuerwehr Niederkrüchten: „Bei uns steht der Mensch an erster Stelle“

180 aktive Feuerwehrleute, 160 Einsätze, 215 Alarmierungen, davon 127 zu Technischer Hilfe und 88 zu Bränden, 2156 geleistete Stunden – das ist die Freiwillige Feuerwehr Niederkrüchten im Jahr 2018 in Zahlen.

Niederkrüchten – Diese Zahlen ließ Wehrleiter André Erkens auf der Jahreshauptversammlung Revue passieren. Von den vielen Einsätzen hob er unter anderem den Brand mehrerer Wohnwagen auf einem Campingplatz in Brempt am 27. April, die Folgen des Unwetters am 16. Mai, das in Boisheim einen Tornado mit sich brachte, aber auch in der Gemeinde Niederkrüchten schwere Schäden anrichtete, sowie die drei Waldbrände – in Tackenbenden am 8. Juli und 5. August und am Talweg am 18. Juli – hervor. Ein zentrales Thema im vergangenen Jahr war der Wald – und damit die vielen Stunden, die die Wehrleute bei den Waldbrandstreifen während des trockenen Sommers geleistet haben. „Es war unglaublich wichtig, dass wir im Wald waren“, unterstrich Erkens. Dadurch habe die Feuerwehr viele Bürgerinnen und Bürger aufklären können, welche Gefahren ihr gedankenloses Verhalten mit Zigaretten, Lagerfeuern und Grills birgt.

Die Erfahrungen der älteren Wehrleute, die den über Wochen andauernden Waldbrand des Jahres 1976 als Einsatzkräfte erlebt haben, sollen jetzt auch in die bereits aufgestellten neuen Pläne zur Brandbekämpfung im Grenzwald noch eingearbeitet werden. Gute Dienste hat bei einem Brandeinsatz im Wald in Overhetfeld am Osterwochenende bereits eine Neuanschaffung der Wehr geleistet: eine Drohne, mit der die Lokalisierung solcher Brände deutlich erleichtert wird. Bürgermeister Kalle Wassong dankte den Wehrleuten auch im Namen der Bevölkerung. Die Feuerwehr sei für die Menschen und die Gemeinde da – und die Gemeinde umgekehrt für die Feuerwehr.

Zwei neue Hilfeleistungslöschfahrzeuge sind bestellt. Ihre Vorgänger, die sich noch im Dienst befinden, haben die Altersgrenze von 20 Jahren schon deutlich überschritten. Auslieferung soll Ende 2020 oder Anfang 2021 sein – so lang sind aktuell die Wartezeiten bei der Bestellung. Der neue Kreisbrandmeister Rainer Höckels lobte die Niederkrüchtener Wehr – sie zeige großes Engagement in Aus- und Fortbildung, sie betreibe erfolgreich Mitgliederwerbung, vor allem mit einer großen Jugendfeuerwehr. Auch die Zusammenarbeit mit den örtlichen Unternehmen sei sehr gut und vertrauensvoll.

Zwei Einsatzstichworte, die in der letzten Zeit immer häufiger fallen, nahm Höckels genauer unter die Lupe: Die „Person hinter verschlossener Tür“ und die ausgelöste Brandmeldeanlage in Unternehmen. Dass die Feuerwehr immer häufiger Türen öffnen müsse, habe viele Ursachen. Die Menschen werden älter, aber auch einsamer, leben nicht in den Familien oder funktionierenden Nachbarschaften, wo einer immer noch einen Schlüssel hatte.

Dass es häufiger Brandmelde-Alarme gebe, die sich als Fehlalarm entpuppen, sei auch verschiedenen Tatsachen geschuldet – die Menschen würden unachtsamer und gleichzeitig anspruchsvoller, sähen die Feuerwehr oft als Truppe, die ja nur auf der Wache auf einen Einsatz warte. „Wenn wir Firmeninhabern erklären, dass bei ihm jetzt Menschen stehen – um zu löschen, wo es nicht brennt – die anderen Firmen mit ihrer Arbeitskraft fehlen, dann erziele man häufig erstaunliches Umdenken. Auch in Zukunft werde jeder Einsatz mit höchstem Engagement angegangen, dessen sei er sicher. „Denn für uns Feuerwehr-Leute steht der Mensch an erster Stelle.“

Geehrt und befördert: Für langjährige Zugehörigkeit zur Wehr sind Heinz-Richard Coenen (2.v.l.) und Rudi Mooren (3.v.r.) – jeweils 40 Jahre – sowie Heinz-Peter Hensges (3.v.l.) – 50 Jahre geehrt worden.

Befördert wurden: Pascal Keßel zum Feuerwehrmann, Pascal Coenen, Jannik Meyers, Alexander Neu, Joshua Recker, Lars Kramp, Martin von den Driesch, Marvin Wegling, Minke Hendrikx, Sebastian Schöller, Deniz Bozat, Jan Corsten und Alexander Bonsels zum Oberfeuerwehrmann. Patrick Kremer ist jetzt Unterbrandmeister. Marcel Meyers, Kevin Mennen und Alexander Schrammen sind zu Brandmeistern befördert worden, Mike Langenbahn zum Brandinspektor. Frank Smets und Marco Erkens sind jetzt Brandoberinspektoren.

Foto: Feuerwehr Niederkrüchten