Freunde von Kanew e. V.: Bisher keine Entscheidung zur städtischen Unterstützung

Bereits seit 1993 ist der Verein Freunde von Kanew e. V. aktiv, um die Viersener Partnerstadt in der Ukraine zu unterstützen. Bisher nutzte der Verein eine unentgeltlich eine Lagerhalle der Stadt in Dülken, die mittlerweile an einen Investor veräußert wurde, weshalb der Verein auf die Suche nach neuen Lagermöglichkeiten gehen musste und nun auf Unterstützung der Stadt Viersen hofft.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Viersen – Mit seinen Aktionen hat der Verein Freunde von Kanew e. V. seit 1993 die Städtepartnerschaft zwischen Viersen und Kanew maßgeblich gestaltet. Er vermittelt nicht nur Operationshilfen und medizinische Versorgung für Patienten, denen in Kanew nicht ausreichend geholfen werden kann, er unterstützt ebenso den Aufbau von Strukturen zur Verbesserung der Lebensbedingungen vor Ort. Über 40 Hilfstransporte konnten so in den Jahren auf den Weg gebracht werden, die ausschließlich durch Spenden und Mitgliedsbeiträge finanziert wurden. Mit der Zeit entstand eine Altenstube mit Hilfen und Betreuungsangeboten für ältere Menschen oder ein Reha-Zentrum für Kinder mit Handicaps. Schulen und Kindergärten wurden saniert, das Krankenhaus konnte modernisiert werden.

Bisher nutzte der Verein unentgeltlich, bei der Übernahme der Nebenkosten, einen stadteigenen Lagerraum an der Wasserstraße in Dülken, welcher mittlerweile an einen Investor verkauft wurde, der auf dem Bereich eine Wohnbebauung realisieren möchte. Bisher verlief die Suche nach einem geeigneten neuen Lager von rund 300 qm ins Leere, mittlerweile konnte jedoch ein Angebot für ein neues Lager gefunden werden, welches die benötigte Größe überschreitet.
In einem Gewerbepark in Dülken könnte der Verein ein 617 qm großes Lager anmieten, welches jährlich einen Kostenfaktor von ca. 18.509 Euro netto erfordern würde. Zu viel für den Verein, der sich daher bemühen will die Hälfte der Fläche zu vermieten und somit die Ausgaben zu reduzieren.

Der Vorschlag der Verwaltung, die Kostenübernahme auf zwei Jahre zu befristen, fand in der Ausschusssitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Montagabend jedoch keine Zustimmung, weshalb die Entscheidung auf die kommende Ratssitzung vertagt wurde. Die SPD-Fraktion bat um die Verschiebung um weiter zu beraten, denn mit einer Zustimmung sieht die Fraktion die Schaffung eines Präzedenzfalles. Bedenken, welche ebenfalls von anderen Fraktionen geäußert wurden. Unterstützung signalisierten die CDU ebenso wie die Fraktion FürVIE, die sich einer Verschiebung zur weiteren Beratung jedoch nicht versperrten.

Zum Herbst muss der Verein das Lager räumen, welches derzeit gefüllt ist, denn der nächste Hilfstransport in die Ukraine kann frühestens im Juni/Juli erfolgen. (dt)