„Fridays for Future“-Demonstration in Viersen mit schwindender Beachtung

„Europawahl ist Klimawahl“ hieß es gestern zu den stattfindenden „Fridays for Future“-Demonstrationen, die weltweit in mehr als 1.600 Orten und in über 120 Ländern stattfanden. Über 280 deutsche Städte waren dabei, auch Viersen, wo kaum jemand stehen blieb um den lauten Rufen der Demonstranten zuzuhören. 
Von RS-Redakteurin Ebru Ataman

Kommentar – Mehr als 150 Teilnehmer auf dem Sparkassenvorplatz sind mittlerweile nur noch eine Erinnerung, die Gruppe der Demonstranten bei der gestrigen Demonstration war stark geschrumpft. Mit Bannern und lauten Rufen zogen sie vom Gereonsplatz durch die Stadt. Kaum ein Passant schenkte ihnen wirklich viel Aufmerksamkeit, blieb doch einer stehen dröhnte ihm „Nicht glotzen, einreihen“ in einem Chor entgegen. Eine Aufforderung, der dann doch lieber nicht gefolgt wurde. „Mittlerweile ist das hier doch eine Wahlveranstaltung der SPD und der Grünen“, sagte eine junge Mutter, die mit ihrer kleinen Tochter den Tross beobachtete. So ganz unrecht hatte sie nicht, hinter einer Traube jüngerer Demonstranten scharrten sich bekannte Gesichter der Parteien. Bei der ersten Auflage hätte sie gerne teilgenommen, aber sie wolle sich nicht vor den „Karren irgendeiner Partei spannen“ lassen. Überhaupt war die Stimmung vieler Passanten gegenüber den Demonstranten eher negativ.

Dabei ist der Grundgedanke positiv, wenn man den Unmut über eine mögliche Beeinflussung der Parteien zur Wahl zur Seite legt, geht es doch um unsere Zukunft und gerade Demonstranten, die am Sonntag noch nicht wählen dürfen, konnten so auf ihre Wünsche aufmerksam machen. Ein Ziel, bei dem alle Generationen zusammen aktiv agieren sollten. „Wir sind die letzte Generation, die eine realistische Chance hat, eine Klimakatastrophe abzuwenden“, so die Viersener Initiatoren. Leider sind die meisten von uns zu jung, um am 26. Mai wählen zu gehen. Deshalb haben wir es uns zur Aufgabe gemacht alle zu überzeugen, dass die Europawahl eine Klimawahl wird. Kritiker mögen sagen der Mensch ist nicht schuld an der Erwärmung, doch das ist egal. Für uns zählt nicht, wer die Schuld trägt, sondern wer bereit ist zu handeln. Ob menschengemacht oder nicht, der Klimawandel ist echt und kann noch aufgehalten werden.“ Ein Aufruf, mit dem sie in Viersen nicht alleine standen, denn in mehr als 280 deutschen Städten taten Demonstranten es ihnen gleich, so viele wie in keinem anderen Land. (ea)

Foto: Rheinischer Spiegel