Friedhof Löh: Wenn Gräber zur Hundetoilette werden

Nicht nur in Viersen führen Hundehaufen auf Gräbern vermehrt zu Unmut. Auch Waltraud S. ärgert sich über die tierischen Hinterlassenschaften auf dem Friedhof Löh. Das Problem wäre bekannt, berichtet sie, doch an der Situation ändere sich nichts.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Viersen – Waltraud S. ist 78 Jahre alt, der Weg zum Viersener Friedhof ist für die Seniorin mit dem Rollator immer wieder eine Qual. Doch sie nimmt die Anstrengung gerne auf sich, denn sie pflegt bereits seit vielen Jahren das Grab ihres verstorbenen Mannes. Seit dem Frühjahr allerdings findet sie fast bei jedem Besuch Hundehaufen vor oder auf dem gepflegten Grab mit den bunten Blumenschalen. Ein lästiges Übel nicht nur für sie, denn in Gesprächen mit anderen Friedhofsbesuchern stellte sich schnell heraus: Sie ist mit der für sie anstrengenden Plage nicht alleine.

Dabei ist es auf den Friedhöfen der Stadt Viersen nicht gestattet Hunde unangeleint mitzuführen oder gar auf Grabstätten zu lassen. Das Problem sei bekannt, sagt sie, doch an der Situation würde das nichts ändern. Die Hundehaufen würde auch der Regen nicht wegspülen und so ist die 78-Jährige verärgert und enttäuscht.
Vor mehr als zwei Jahren kündigte die Stadt Viersen verstärkt Kontrollen auf dem Friedhof an „Eine weitere Unsitte ist es, Hunde nicht anzuleinen und frei auf dem Friedhof laufen zu lassen. Leider müssen sowohl die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung als auch die Gäste des Friedhofs immer wieder feststellen, dass sich Hinterlassenschaften der Hunde nicht nur auf den Wegen und Grünflächen, sondern sogar auf den Gräbern finden“, so die Meldung im Januar 2017.

Lange hatte Waltraud S. selber einen Hund, hat sich um den Kot ihres Vierbeiners gekümmert. „Ich verstehe nicht, warum Hundebesitzer nicht die Haufen mit einer Tüte aufheben können, gerade auf dem Friedhof.“ Noch weniger Verständnis hat sie dafür, dass Hundehalter ihre Tiere auf die Grabstätten lassen. „Es sind Ruhestätten, sie sollten geachtet und respektiert werden.“ (dt)

Foto: Rheinischer Spiegel